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Lukrativer als so manche Investmentbank: Bei Hannover Rück generiert jeder Mitarbeiter einen Gewinn von über 350.000 Euro

Auch ein Erdbeben in Chile kann Hannover Rück nicht erschüttern. So schloss der Rückversicherungskonzern das Geschäftsjahr 2010 mit einem Rekordgewinn von 749 Mio. Euro ab, wie aus den am heutigen Mittwoch (9. März) vorgelegten Geschäftszahlen hervorgeht.

Damit übertrafen die Niedersachsen das bereits gute Vorjahresergebnis noch einmal um 2,1 Prozent, wohingegen die von Reuters befragten Analysten durchschnittlich nur mit 720 Mio. Euro gerechnet hatten.

Dabei vervielfachte sich die Nettobelastung aus Großschadensereignissen gegenüber dem Vorjahr von 240 auf 662 Mio. Euro und die Schaden/Kostenquote verschlechterte sich von 96,6 auf 98,2 Prozent. Dagegen durfte sich Hannover Rück über eine Sondereinnahme von 112 Mio. Euro aus einem Steuerstreit freuen. Auch das Kapitalanlageergebnis verbesserte sich um 12,4 Prozent auf 1,259 Mrd. Euro.

Großer Gewinn und kleine Gehälter

Damit scheint das Geschäftsmodell der Niedersachsen überaus lukrativ zu sein. Denn umgerechnet auf jeden der durchschnittlich 2130 Mitarbeiter in 2010 generierte Hannover Rück einen Gewinn von über 350.000 Euro.

Auf diese Weise stößt das Rückversicherungsunternehmen mit seinem konservativen Geschäftsmodell in Gewinnregionen vor, wie sie ansonsten nur von Investmentbanken bekannt sind. Bei der Deutschen Bank generierte beispielsweise jeder der Mitarbeiter des Corporate and Investment Banking einen Vorsteuergewinn von durchschnittlich gut 376.000 Euro in 2010.

Doch bei der Bezahlung ergeben sich beträchtliche Unterschiede zwischen beiden Branchen: So blätterte die Deutsche Bank für jeden ihrer Investmentbanker durchschnittlich fast 373.000 Euro auf den Tisch. Dagegen fällt das Gehaltsniveau bei Hannover Rück vergleichsweise bescheiden aus. Denn der Personalaufwand pro Mitarbeiter beläuft sich bei den Hannoveranern auf 90.538 Euro, was indes 12,8 Prozent mehr als in 2009 waren.

Beschäftigte dennoch zufrieden

Dennoch scheinen die Mitarbeiter der Hannover Rück mit ihrem Arbeitgeber recht zufrieden zu sein, was zumindest die Fluktuation und die Fehlzeiten unter den Mitarbeitern nahelegen. So verzeichnete der Konzern in 2010 einen Krankenstand von nur 3 Prozent und eine Fluktuation von 1,9 Prozent, was unter den Vorjahreswerten von 3,2 und 2,3 Prozent liegt.

Entsprechend heißt es im Geschäftsbericht: “2010 haben wir zum fünften Mal unsere Mitarbeiter zu ihrer Einstellung gegenüber ihrem Unternehmen befragt. Es freut uns, dass sie insgesamt sehr zufrieden mit dem eigenen Arbeitsplatz sind: Neun von zehn Beschäftigten bezeichneten die Hannover Rück als einen sehr guten Arbeitgeber. Gegenüber dem Ergebnis aus dem Vergleichsjahr 2007 (90 Prozent) ist die Gesamtzufriedenheit (93 Prozent) nochmals gestiegen.”

Der Konzern baut indes weiter Personal auf. Die Mitarbeiterzahl zu Jahresende 2010 lag mit 2192 Beschäftigten um 5,9 Prozent höher als in 2009. Rund die Hälfte der Beschäftigten ist in Deutschland tätig.

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