☰ Menu eFinancialCareers

Die traurige Geschichte eines UBS-Bankers und seines orangenen Ferraris

orange car

Für jeden, der sich gerne auf extravagante Weise im Internet präsentiert, sollte der Fall von Jason Barron eine Warnung darstellen. Barron ist Head of financing services bei der Schweizer Großbank UBS. Denn eine solche Online-Peepshow kann bis zum jüngsten Gericht im Web verfügbar sein.

Falls jemand auf Google nach Barrons Namen sucht, dann kann er zwischen folgenden Optionen wählen:

Jason Barron

Der zweite Punkt, „Jason Barron Ferrari“, stellt dabei das Problem dar.

James Barron liebt seinen Ferrari

In der guten alten Zeit vor der Krise – also in 2008 – war es in London gesellschaftlich völlig akzeptabel ein hoch verdienender Banker mit ebenso hohen Ausgaben zu sein, der einen erlesenen Geschmack für schnelle Autos und orangene Designermöbel aufwies. Damals gab Barron dem „Telegraph“ ein verhängnisvolles Interview. Die Schlagzeile lautete: „Anwesen in London: Der Ferrari-Mann, der sein Haus in Putney als Garage missbraucht.“ Dabei muss nicht extra erwähnt werden, dass es sich bei Putney um einen Londoner Stadtteil handelt, in dem das Mietniveau unter Normalverdienern Angst und Schrecken verbreitet.

Verfänglicher als das Bild mit seinen beiden niedlichen Töchtern neben seinen ebenso heiß geliebten Ferrari ist der dazugehörige Text. Dieser liest sich heute wie eine Karikatur eines Investmentbankers – doch leider ist es keine:

Jason Barron Ferrari 2

Demnach liebe Barron sein Gefährt derart inbrünstig, „dass er eine Glaswand zwischen der Garage und dem Haus einsetzen ließ, damit er zu jeder Zeit tags und nachts einen Blick darauf werfen kann.“

Außerdem erfährt der Leser, dass Barron seinen Ferrari orange umspritzen ließ, damit das kostbare Stück auch tatsächlich zum teuren Designersofa passt. Daher sind übrigens auch viele andere Gegenstände im Haus in der gleichen Farbe gehalten. So sind die Küchenstühle creme und orange, die Plastikstühle der Kinder sind ebenfalls in Orange und sogar die hölzernen Spielzeugbauklötze weisen selbstverständlich die gleiche Farbe auf.

Überdies ist Barron reich – sehr reich. Denn der Banker besitzt nicht nur einen Ferrari, sondern auch einen BMW M3, einen gelben Lancia Delta Integrale und einen grünen Porsche GT3RS. Das Mobilar stammt von der Nobelmarke Purves & Purves. Die Küchenstühle wurden selbstverständlich extra aus New York angeliefert. Die Einbauküche wiederum stammt von Pedini – auch nicht ganz billig.

Die Journalistin des „Telegraph“ zeigte sich jedenfalls vor so viel zu Schau gestelltem Wohlstand tief beeindruckt. Vielleicht wollte Barron auch den Preis seines Haus auf diese Weise in die Höhe treiben.

Doch im gegenwärtigen Umfeld scheint Barrons „Homestory“ nicht mehr ganz in die Zeit zu passen. Das besonders Ärgerliche daran: Auch sechs Jahre nach der Veröffentlichung wird jeder bei der Googlesuche sofort auf den Text verwiesen – ein gewaltiger Fehler im Selbstmarketing.

Ähnliche Artikel:

Wie Jobhopping eine hoffnungsvolle Karriere ruiniert

Was ein Yoga-Trainer Bankern gegen Stress empfiehlt

Das Letzte vorm Wochenende: Die besten Bankerwitze II

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier