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Sechs Situationen, in denen ein CFA Ihnen einen Bärendienst erweisen kann

Ein Chartered Financial Analyst (CFA) kann Ihrer Karriere nur gut tun – richtig? Ganz so einfach ist das nicht: Nur 20 Prozent der Teilnehmer schaffen es durch alle drei Level und lediglich 34 Prozent bestehen den Level 1.

Dennoch erweist sich ein CFA oftmals als Karriereturbo, doch in manchen Situationen ist er eben das nicht. Dies ist der Fall…

1) …wenn sie wirklich im Trading arbeiten wollen

Der CFA ist eigentlich für Leute bestimmt, die im Fondsmanagement oder in der Aktienanalyse arbeiten möchten.

Auch das CFA-Institut bestätigt: “Vermögensverwalter und Aktienanalysten sind unser Hauptmarkt,” sagt der britische CFA-Sprecher Steve Wellard. “Wir beobachten immer mehr Leute, die sich für unsere Examen anmelden und im Wealth Management für Schwerreiche arbeiten.”

Dennoch sagt Wellard, dass ein CFA unter Umständen auch für Beschäftigte sinnvoll sein kann, die im Trading arbeiten möchten. (“Die Stärke des Programms liegt in seiner generalistischen Ausrichtung”) Angehende Trader, die sich für einen CFA interessieren, erweisen sich als ein wenig fehlinformiert.

“Ein CFA ist höchstrelevant, sofern Sie in die allgemeinen Märkte investieren wollen”, sagt Jim Nairn, Direktor bei Cornell Partnership. “Er ist weitaus weniger relevant, wenn Sie ein Trader sind.”

2) …wenn Sie wirklich im Private Equity arbeiten wollen

Sich um einen CFA zu bewerben, mag Sie als fehlinformiert erscheinen lassen, falls Sie als Trader arbeiten wollen. Doch er erscheint völlig fehl am Platz, falls Sie im Private Equity arbeiten möchten.

“Die erstklassigen Private Equity-Fonds interessiert eher, ob Sie eine angesehener Analyst bei Goldman Sachs gewesen sind, als ob Sie einen CFA haben oder nicht”, sagt David Howell, Managing Director bei dem Recruiter für Private Equity EM Financial. “Ein CFA macht tatsächlich kaum einen Unterschied.”

3) …wenn Sie keine Zeit haben, um 15 bis 20 Stunden in der Woche (möglicherweise langweiliges) Studienmaterial durchzuarbeiten

Das CFA-Institut rechnet selbst mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 bis 20 Stunden über einen Zeitraum von 18 Wochen für jedes der drei Examen. Mithin müssen Kandidaten für jedes Examen etwa 300 Stunden aufwenden.

Das ist ein beträchtlicher Zeitaufwand, besonders wenn das Studienmaterial nicht allzu spannend ist. “Meiner Meinung nach ist es auf hirnschädigende Weise langweilig”, sagt ein Ex-Trader, der gegenwärtig für den ersten Level lernt. “Ich will es machen, doch ich finde es sehr schwierig, mit dem Lernen anzufangen.”

Bevor Sie mit dem Studieren für einen CFA beginnen, sollten Sie die Opportunitätskosten im Auge behalten. Ein CFA mag erforderlich sein, falls Sie eine Stelle im Investmentmanagement oder in der Aktienanalyse anstreben, doch in anderen Bereichen handelt es sich lediglich um eine nette Dreingabe. Ist ein Studienaufwand von 15 bis 20 Stunden pro Woche wirklich die beste Weise, Ihre Zeit zu verbringen?

4) …wenn Sie arbeitslos sind und verzweifelt wiedereinzusteigen versuchen

Ein CFA zeugt von Engagement in den Finanzdienstleistungen arbeiten zu wollen. Doch sofern Sie bereits über Branchenerfahrung verfügen und Sie niemand ernst nimmt, müssen Sie dann wirklich zeigen, wie engagiert Sie sind?

Anstatt Ihre Zeit für das Studieren aufzuwenden, könnten Sie Ihre Zeit dazu nutzen, Ihre Kontakte zu Recruitern und zu Leuten zu pflegen, die noch in der Branche tätig sind. Das dürfte Ihre Chancen für einen Wiedereinstieg in die Branche eher steigern als ein CFA – zumal wenn es sich nur um einen CFA Level 1 handelt.

Überdies macht ein CFA kaum einen Unterschied, wenn Sie arbeitslos sein sollten und in einem völlig anderen Bereich wiedereinsteigen möchten (insbesondere falls sich dieser Bereich im Front Office befindet, während Ihre Erfahrung aus dem Back oder Middle Office stammt). “Einige Leute wollen den CFA in der Hoffnung, in einen Bereich vorzustoßen, in den sie auf andere Weise nicht gelangen können”, sagt Nairn. “Das ist offenkundig ein riskantes Spiel, das sich oftmals nicht auszahlt.”

5) …wenn sie bereits wiederholt im Level 1 durchgefallen sind

Im vergangenen Dezember sind 66 Prozent der Prüfungsteilnehmer schon im ersten Level durchgefallen. Es gibt keinerlei Beschränkung, wie häufig Sie eine Prüfung wiederholen dürfen, doch die meisten Leute geben laut Wellard nach zwei oder drei erfolglosen Versuchen auf.

Falls Sie den Level 1 nicht bestehen können und Ihr Arbeitgeber oder potenzieller künftiger Arbeitgeber bekommt das mit, dann sieht das nicht gut aus – dann hätten Sie das am besten gar nicht erst versucht.

6) …wenn Sie Zeit für den Level 1 aufwenden, aber die Level 2 und 3 nicht ablegen möchten

Seit der Entwicklung des CFA haben nur 117.831 Personen weltweit den Level 3 bestanden, ein Prüfungsprozess, der drei bis vier Jahre (und mindestens 900 Stunden Studienzeit) dauert.

Zum Vergleich: Über 20.000 Menschen bestehen alljährlich den Level 1. Doch wenn Sie Ihre Karriere wirklich voranbringen wollen, dann müssen Sie das gesamte Studienprogramm absolvieren und alle drei Level bestehen. Nur den Level 1 bestanden zu haben, kann Ihnen als mangelndes Engagement ausgelegt werden.

Kommentare (2)

Comments
  1. Als Level 3 Candidate kann ich immerhin bestätigen, dass das Lösen der Multiple Choice-Aufgaben (habe mittlerweile tausende angeschaut) gar nicht so langweilig ist. Und vom Zeitpunkt der Prüfung von Level 1 bis Level 3 liegen im Idealfall auch nur 18 Monate.

  2. Also, der Artikel erscheint mit sehr anti-CFA. CFA hilft sehr und ich kenne einige Leute mit CFA-Titeln im Private Equity-Bereich. Bei vielen Banken und Versicherungen kommt man ohne CFA auch nicht weiter. Und was heißt langweilig. Langweilig ist vielleicht für einen M&A-Berater, der nicht einmal die Auswirkungen von Operating oder Finance Lease aufs Net Debt kennt.

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