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EDITORIAL zum Weltfrauentag: “Ungleichheit = der Fehler liegt auch bei den Frauen”

100 Jahre Kampf und das Ergebnis ist nicht überaus brillant. Man muss sich eingestehen, einen Stein nach unserem Gatten oder unserem Chef zu werfen (Männer versteht sich) und sie für all das Übel zu bezichtigen, wenn es um die Gleichheit von Mann und Frau geht, hat uns nicht weitergeholfen. Warum ist der Finanzsektor derart männlich geprägt?

Hier ein Erklärungsversuch, der mich sicher etwas kostet und der ein wenig deplatziert an DEM Tag wirkt, an dem die Frau gefeiert wird (was nicht viel von 365 Tagen ist) und dem meiner Meinung nach dennoch ein Platz in der Debatte gebührt.

1. Die Frauen vertrauen den Männern zu sehr

Was den Finanzsektor betrifft, handelt es sich offen gesagt nicht um ein Talentproblem. Die Branche steht an der Spitze der Wirtschaftszweige mit dem höchsten Frauenanteil (60 Prozent Frauen) laut einem Bericht des Weltfinanzforums.

Das Problem besteht anderswo. Die Frauen versprechen sich üblicherweise zu viel von den Männern, indem sie ihnen von Natur aus vertrauen und ihre Karriere in ihre Hände legen. Dabei müssten sie doch aus Erfahrung wissen, dass sie weder auf die Männer zählen können, noch auf die Unternehmensleitungen (was aufs gleiche hinausläuft) für eine weiblichere Ausrichtung des Finanzeinrichtungen. Es ist ja nicht gerade so, als würden die Gesetze zur beruflichen Gleichstellung respektiert, nicht wahr?

2. Frauen sind schlechte Fürsprecher

Wenn es nicht mit dem Gesetz geht, dann muss es mit der Kraft der Überzeugung gehen. Und den Frauen mangelt es nicht an Argumenten. Zahlreiche Studien haben jüngst bewiesen, dass Frauen einen positiven Einfluss auf die Geschäftsentwicklung ausüben. Hedge Funds Research hat so auch festgestellt, dass zwischen 2000 und 2009 die Fonds mit einer Frauenmehrheit im Management ihren Wert deutlich überdurchschnittlich steigern konnten.

Überdies hat Michel Ferrary, Professor am Ceram, dargelegt, dass Unternehmen mit einem Frauenanteil von über 35 Prozent doppelt so rentabel wirtschaften, eine höhere Produktivität aufweisen und mehr Beschäftigung erzeugen als andere.

“Wenn Lehman Brothers Lehman Sisters gewesen wären, wären wir heute nicht dort, wo wir sind.” Der Scherz von Ngozi Okonjo-Iweala von der Weltbank ist nicht nur amüsant, sondern auch wahr. Nur die Frauen scheinen bisher nicht diese Gelegenheit begriffen zu haben, ihren Fall zu verteidigen.

3. Frauen sind zaghaft

Wie kommt es, dass die Frauen, die seit den 70er Jahren mehr Studienabschlüsse erreichen als die Männer, in den Chefetagen der Banken nur eine Minderheit sind und laut einer belgischen Studie von 2007 ab 15.05 Uhr kostenlos arbeiten, wobei ein Gehaltsabschlag von 25 Prozent zugrunde gelegt wird. Sie wählen Studiengänge, die weniger Beschäftigungschancen, niedrigere Gehälter und geringere Karriereperspektiven ermöglichen. Im vergangenen Jahr belief sich die Zahl der weiblichen Absolventen von Ingenieurstudiengängen auf lediglich 25,9 Prozent.

Doch selbst wenn sie die erforderlichen Qualifikationen besitzen, wagen sie nicht, diese vorzubringen. Selbstzensur ist ein häufiges Problem. Für manche Stellen und ganze Bereiche erhalten die Recruiter wenige Bewerbungen von Frauen. Dabei handelt es sich um einen Fehler in der Selbsteinschätzung der Frauen. Eine nette Frau in einem solchen Zusammenhang sein zu wollen, erweist sich mehr als Bremse denn als Trumpf!

4. Anstelle zu handeln, ziehen Frauen es vor, sich zu zeigen

Um in Leitungspositionen aufzusteigen, genügen keine guten Noten. Es gilt auch das Networking zu beherrschen. Das scheint den Frauen oftmals schlechter zu liegen als dem anderen Geschlecht.

Normalerweise, werden Sie sagen, haben Frauen weniger Zeit als Männer für diese Form der Zerstreuung. Laut dem INSEE beschäftigen sich Frauen mehr als doppelt so lang mit häuslichen Angelegenheiten als ihre Partner. Dies ergibt sich aus einer Untersuchung junger Väter mit Studienabschluss und einem hohen Gehalt, die in einer Beziehung mit doppelten Einkommen leben. Die letztgenannten räumen ihrer Arbeit nach der Geburt ihres ersten Kindes eine geringere Bedeutung ein und verringern ihre Arbeitszeit bei der Gelegenheit. Doch die Frauen surfen auf der Welle!

5. Die Frauen verhalten sich wie Cowboys, wenn sie sich im männlichen Universum ausgebreitet haben

Frauen sind häufig zurückhaltend, die weibliche Form ihrer Stellenbeschreibung zu verwenden. Für sie ist der Erfolg mit dem Männlichen verbunden und einen männlichen Titel zu führen, vermittelt den Eindruck der Gleichheit mit den Männern.
Die Finanzdienstleistungen zählen nicht zu den frauenfreundlichsten Branchen. Das Frontofficce wie z.B. die Handelssäle bleiben weitgehend von den Männern dominiert.

Doch wenn eine männliche Umgebung gegeben ist, dann verhalten sich die Frauen männlicher als die Männer selbst. In diesem speziellen Fall genügen einige Monate und sie vergessen ihre höfliche Sprache und guten Sitten und verhalten sich wie Cowboys! Ein Modell, das bei ihren Geschlechtsgenossinen keine Begeisterung aufkommen lässt, ihrem Beispiel zu folgen…

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