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An welchen Alarmsignalen sich schlechte Personalvermittler erkennen lassen

Personalvermittler

Vorsicht vor unseriösen Personalvermittlern.

An Personalvermittlern herrscht in Frankfurt oder München wahrlich kein Mangel. Und so mancher Finanzprofi erhält regelmäßig ungefragt Anrufe und E-Mails mit dem vermeintlichen Angebot eines Traumjobs. Doch wie lässt sich sicherstellen, dass der Recruiter tatsächlich eine Stelle zu besetzen hat und keinen florierenden Großhandel mit Lebensläufen betreibt? Wir haben einige Anzeichen zusammengestellt, an denen Kandidaten die schwarzen Schafe unter den Personalvermitlern erkennen.

1. Der Personalvermittler hat sofort den „perfekten“ Job für Sie

Falls Sie ungefragt einen Anruf von einem Recruiter erhalten, dann ist Vorsicht geboten. Laut Headhunter Raphael Rosenfeld von Argos Advisors in München machen sich seriöse Personalberater zunächst ein Bild bzgl. der Wünsche und Präferenzen eines jeden Kandidaten. „Wenn jemand anruft, mit der Tür ins Haus fällt und Ihnen erzählt, er habe den perfekten Job für Sie, dann ist das ein ganz schlechtes Signal“, wanrt Rosenfeld. Denn um einen Kandidaten gut zu betreuen, müsse ein Personalvermittler zunächst einen Eindruck von ihm, seinem Hintergrund und seiner Persönlichkeit gewinnen.

2. Die Qualität der Erstansprache lässt zu wünschen übrig

„Man erkennt das häufig schon an der Qualität der Erstansprache“, sagt Personalberater Aleksander Montalbetti, Partner bei Indigo Headhunters aus Frankfurt, der hauptsächlich für die Consulting-Branche sucht. Ein besonders aggressives und direktes Auftreten sei in der Regel kein gutes Zeichen.

Schon beim ersten Telefonat sollte ein Kandidat Rückfragen stellen, rät Rosenfeld: „Wo hat er seine Erfahrungen über die Branche gesammelt? Weiß er, worüber er spricht? Kennt er das Unternehmen wirklich und ist er überhaupt von dem besagten Unternehmen mandatiert?“

3. Der Recruiter kennt seine eigenen Kunden nicht

Auch Montalbetti rät Kandidaten darauf zu achten, was der anrufende Recruiter über seine eigenen Auftraggeber weiß. Dazu sollte der Kandidat ggf. nachfragen, welche Strategie das Unternehmen verfolgt, wie es auf dem Markt positioniert ist und wie gut er die fragliche Stelle kennt. Wenn er tatsächlich einen Exklusivauftrag besitzt, dann wurde er sicherlich vom Arbeitgeber gut über das Anforderungsprofil informiert.

Ganz ähnlich sieht dies Headhunter Rolf Behrens von Banking Consult in Bad Nauheim. „Ein Kandidat sollte sich erkundigen, ob ein Berater ein Mandat hat oder nicht. Es muss sich aber nicht unbedingt um ein exklusives Mandat handeln“, erläutert Behrens. In diesem Fall sei der Personalvermittler üblicherweise vertraglich verpflichtet, sich persönlich ein Bild vom Kandidaten zu machen.

„Fragen Sie den Recruiter, ob er ein exklusives Suchmandat besitzt. In der Regel kann der Personalberater den Namen seines Kunden nennen“, ergänzt Andreas Jäger, Senior Client Partner bei Korn / Ferry in Frankfurt. „Dann wissen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit, ob es sich um einen CV-Trader handelt oder nicht.“

4. Der Recruiter sendet kein Stellenprofil zu

Ein Kandidat sollte sich in jedem Fall von einem Recruiter das Stellenprofil und möglichst noch weiterführende Unterlagen zuschicken lassen, empfiehlt Behrens. Allerdings handle es sich dabei um kein verlässliches Zeichen, dass der Personalvermittler tatsächlich über ein Mandat verfügt. Denn so etwas lasse sich auch von der Website eines Unternehmens kopieren.

Behrens rät daher Kandidaten den Recruiter ebenfalls zu fragen: „Wie viele Leute arbeiten in dem Team, wie ist die Altersstruktur und an wen würde ich berichten?“ Wenn der Berater hierauf Antworten wisse, dann hat er wahrscheinlich ein Mandat und arbeitet schon länger mit dem Unternehmen zusammen. Darüber hinaus hat Behrens einen besonderen Tipp: „Lassen Sie sich vom Berater seine Kontaktperson in dem Unternehmen nennen.“ Wenn ein Anrufer darauf keine Antwort wisse, dürfte er kaum über ein Mandat verfügen.

5. Der Personalvermittler ist nur an Ihrem Lebenslauf interessiert

Laut Behrens sollten Kandidaten ihren Lebenslauf nicht vorschnell herauszurücken. „Ein Kandidat sollte sich bestätigen lassen, dass der Lebenslauf ohne seine Zustimmung nicht weitergereicht wird. Das ist sehr wichtig“, betont Behrens. Denn wenn der CV in der Branche herumgereicht wird, wächst die Gefahr, dass er irgendwann einmal beim eigenen Chef in der Mailbox landet. „Man solle auch darauf achten, dass man über dem Projektstand auf dem Laufenden gehalten wird“, ergänzt Behrens.

„Ein seriöser Personalberater fragt einen Kandidaten in jedem einzelnen Fall, ob er seinen Lebenslauf weiterleiten darf“, erläutert Jäger. Ein Kandidat sollte daher klarstellen, dass sein Lebenslauf niemals ohne seine Zustimmung weitergereicht werde.

6. Die Profile des Personalvermittlers im Internet sind nicht überzeugend

Bei einer Erstansprache sollte ein Kandidat nicht gleich aus dem Nähkästchen plaudern. Vielmehr sollte den Anrufer höflich um eine möglichst schriftliche Positionsbeschreibung bitten und sich anschließend über den Anrufer informieren, rät Montalbetti. Denn Personalberater seien üblicherweise auf Plattformen wie Xing oder LinkedIN vertreten und besäßen eine eigene Website. Auch eine einfache Google-Suche würde helfen. „Dann bekommt man eine Idee davon, mit wem man es zu tun hat“, ergänzt Montalbetti.

7. Der Recruiter wünscht kein Treffen

Laut Rosenfeld versucht ein seriöser Headhunter sich zunächst mit dem Kandidaten zu treffen, um sich ein näheres Bild zu verschaffen. Es gebe jedoch Ausnahmen, wenn der Kandidat z.B. im Ausland lebt, und so ein persönliches Treffen zu aufwändig wäre.

„Jede Person, die ich vorstelle, möchte ich persönlich treffen“, betont Jäger. „Ich will niemanden bei meinen Klienten positionieren, den ich nicht kenne.“ Falls der Kandidat den Vorstellungen des Auftraggebers nicht entspreche, dann falle das negativ auf den Headhunter zurück. „Ich muss doch wissen, wieso ich jemanden vorschlage.“


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