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Bonuspool erreicht neues Hoch: Auch Julius Bär führt Auszahlung über fünf Jahre ein

Julius Bär-Chef Boris Collardi

Julius Bär-Chef Boris Collardi

Die genaue Höhe des Bonuspools wollte Julius Bär bei der heutigen Vorlage des Vergütungsberichts auch auf Nachfrage nicht verraten. Der Anteil der Boni an den Profiten des Wealth Managers fällt jedoch höher als in der Vergangenheit aus. „In den letzten fünf Jahren stieg der Pool nicht über 30 Prozent des bereinigten Netto-Gewinns vor variablen Vergütungen und Steuern“, heißt es in dem Bericht. Doch damit ist jetzt Schluss. „2013 führte die Integration des International Wealth Management-Geschäfts von Bank of America Merrill Lynch indessen dazu, dass dieser historisch ausbezahlte Prozentsatz marginal überschritten wurde.“

Julius Bär-Chef Boris Collardi muss unterdessen den Gürtel enger schnallen – zumindest ein bisschen. Seine „ordentliche Vergütung“ liegt mit 5,88 Mio. Franken ziemlich genau auf Vorjahresniveau. Allerdings musste Collardi auf eine „Integrationsprämie“ über 800.000 Franken wie in 2012 verzichten.

Von Collardis Geldsegen entfielen 1 Mio. Franken auf das Gehalt, gut 3,2 Mio. auf Boni sowie knapp 400.000 Franken auf Abgaben für Sozialkassen und Altersversorgung. Die EU-Bonusdeckelung von dem maximal Doppelten des Basisgehaltes würde Collardi damit nicht erfüllen – ein Glück, dass die Schweiz kein EU-Mitglied ist.

Der Zürcher Wealth Management-Spezialist hat unterdessen seine Bonusstruktur gründlich überarbeitet. „Wir haben die Vergütungen der leitenden Angestellten direkt und transparent an zwei wesentliche Kennzahlen zur Leistungsbemessung (sogenannte Key Performance Indicators, KPIs) gekoppelt: an den über den Kapitalkosten liegenden wirtschaftlichen Gewinn und an die relative Gesamtrendite für die Aktionäre“, sagte Verwaltungsratspräsident Daniel J. Sauter.

Der Vergütungsbericht 2012 hatte vor einem Jahr noch den Unmut der Aktionäre hervorgerufen und wurde in der Generalversammlung abgelehnt.

Bei der neuen Struktur hat Julius Bär auch Boni eingeführt, die über fünf Jahre gestreckt ausbezahlt werden. Bislang sind fünfjährige Auszahlungssperren nur von der Deutschen Bank bekannt, während sich selbst die meisten Investmentbanken mit drei Jahren begnügen. Diese Neuregelung findet auf den Deferred Bonus Plan (DBP) ab sofort Anwendung, der die Vergabe von Barboni regelt. „Dabei wird im Vergleich zur früheren Struktur prozentual ein größerer Betrag aufgeschoben und die Sperrfrist von drei auf fünf Jahren erhöht“, heißt es von Julius Bär. „Alle aufgeschobenen Beträge unterliegen den üblichen Rückforderungsbestimmungen.“

Der Equity Performance Plan (EPP) ist dagegen an die Entwicklung des Aktienkurses von Julius Bär gebunden. Der EPP wird bereits nach drei Jahren vollumfänglich ausbezahlt. Wenn die beiden von Sauter genannten Ziele übererfüllt werden, kann der ursprünglich zuerkannte Wert um bis zu 50 Prozent überschritten werden.

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