☰ Menu eFinancialCareers

Handicap 13: Wo Anshu Jain in Frankfurt Golf spielt

He paid them well

He paid them well

Der Golfplatz gilt gemeinhin als Ort, an dem die Großen der Gesellschaft ihre Deals einfädeln. Das gilt traditionell auch für Banker. Wer künftig den derzeitigen Co-Chef der Deutschen Bank Anshu Jain beim Abschlag treffen möchte, muss sich ab sofort in den Niederrader Stadtwald begeben. Denn dort hat der Frankfurter Golf Club (FGC) sein Domizil – eine ehrwürdige Institution, die in 2013 ihren 100. Geburtstag feierte. „Die Gründer des Frankfurter Golf Clubs sind Einzelpersonen aus dem Frankfurter Großbürgertum“, heißt es stolz auf der Website.

Entsprechend wählerisch sind die „Großbürger“ auch bei Aufnahme neuer Mitglieder. So musste sich selbst Jain einem obligatorischen Interview unterziehen, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) berichtet. „Das Prozedere ist für jeden gleich“, betont FGC-Präsidentin Gesa Buring. Ausnahmen gebe es nicht, „auch nicht für führende Herren aus Politik und Wirtschaft.“

Diese Hürde scheint Sportskanone Jain bravourös genommen zu haben. „Das war ein sehr sympathisches, sehr sportliches Gespräch“, erzählt die Präsidentin. „Anshu Jain ist ein sehr interessanter Mensch und ein toller Sportsmann. Ich hoffe, dass er bei uns bleiben wird.“

Doch vorerst erhält der gebürtige Inder lediglich eine Mitgliedskarte für ein Jahr. Dabei handle es sich um eine Vorstufe zur Vollmitgliedschaft, beteuerte Buring. Derzeit zählt der FGC rund 1300 Mitglieder.

Wer sich indes mit Jain auf dem Grün messen will, sollte schon einige Übung mitbringen. Denn der ehrgeizige Banker verfügt immerhin über das Handicap 13. Dies besagt, dass Jain durchschnittlich 13 Schläge mehr benötigt als der Golfplatz Löcher aufweist. Damit befindet sich der Spitzenbanker immerhin im oberen Drittel der Golfspieler.

Bei der Integration scheint es auch ansonsten flott voranzugehen. Laut der FAS habe Jain mittlerweile im Westend seinen Lieblingsitaliener gefunden – leider verrät das Blatt nicht, um welches Lokal es sich handelt. Auch die Deutschkenntnisse seien besser als dies seine öffentlichen Auftritte vermuten ließen.

Allerdings sollte Jain sein Herz nicht allzu sehr an Frankfurt verlieren. Denn erst in der vergangenen Woche meldete das Manager Magazin, dass der Aufsichtsrat der Deutschen Bank sich bereits nach einem Nachfolger für Jain umschaut – im Falle, dass der ehemalige Fixed Income-Banker – wider Erwarten – doch von der Libor-Manipulation gewusst habe. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, schade schon die Meldung einer Nachfolgesuche der Reputation, erzählt ein Branchenexperte. Allerdings dürfte Jain kaum Schwierigkeiten haben, einen neuen Job zu finden – nur halt nicht in Frankfurt.

Ähnliche Artikel:

Schlechte Karten für Mitarbeiter? FED verdirbt Deutscher Bank, UBS und Credit Suisse das Geschäft

Kunst im Kapitalismus: Karrieren als Kurator bei der Deutschen Bank

Ein Abgesang auf den Bonus: Was die Deutsche Bank-Ergebnisse für die Mitarbeiter bedeuten

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier