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Große Chancen bei kleiner Bank? Airbus will Miniinstitut zur Konzernbank ausbauen

Airbus

Was will Airbus mit der Salzburg München Bank AG? Der europäische Luftfahrkonzern mit seinen 140.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 56,5 Mrd. Euro legt sich jetzt eine eigene Bank zu. „Durch den Kauf der Salzburg München Bank schaffen wir eine gute Plattform für den Start unseres Projekts zur Gründung einer Unternehmensbank“, sagt Airbus Group-Finanzchef Harald Wilhelm. „So wird der gesamte Konzern in den kommenden Jahren von einer höheren Flexibilität bei Finanzlösungen profitieren können.“

Die Akquisition steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der BaFin-Zustimmung. Rainer Gardein, Co-Chef der Salzburg München Bank AG rechnet mit dem Plazet für das erste oder zweite Quartal. Zum Kaufpreis wollte sich die Airbus Group nicht äußern. Die Münchner Bank gehört bislang dem Raiffeisenverband Salzburg.

Bei einem Blick in die Geschäftszahlen der künftigen „Airbus Group Bank“ müssen die BaFin-Mitarbeiter allerdings zur Lupe greifen. Denn laut Co-Bankchef Gardein beschäftigt das Institut exakt 47 Mitarbeiter und verfügt über eine Bilanzsumme von etwa 330 Mio. Euro.

Der Geschäftsbericht weist für 2012 einen Jahresüberschuss von gut 1,2 Mio. Euro aus, wobei die Bruttovergütung bei rund 54.700 Euro lag. Da hierin jedoch auch Teilzeitstellen einfließen, dürfte die tatsächliche Vergütung etwas höher ausfallen.

Trotz der recht überschaubaren Geschäftszahlen handle es sich um keine gewöhnliche Volksbank, beteuert Gardein. Neben dem klassischen Filialgeschäft konzentriere sich die Salzburg München Bank auf Finanzdienstleistungen für Freiberufler und den Mittelstand. „Unsere Wohlfühlgröße sind eigentümergeführte Unternehmen mit bis zu 200 Mitarbeitern“, erzählt Gardein.

Mit dem Ausbau zur Airbusbank dürften auf das Zwerginstitut große Veränderungen hinzukommen. Doch zu den konkreten Wachstums- und Stellenaufbauplänen wollte sich die Airbus Group nicht äußern. Die Aufgabe der neuen Airbusbank bestehe nicht in den Absatzfinanzierung, betonte ein Sprecher. Dazu würden die Airbuskunden zumeist andere Wege bevorzugen. Vielmehr soll das neue Institut den Airbus-Zulieferern Finanzierungslösungen und andere Dienstleistungen zur Verfügung stellen.

Der Aufgabe als multinationaler Finanzdienstleister dürfte die Salzburg München Bank mit ihren 47 Mitarbeitern derzeit kaum gewachsen sein. Von daher scheinen Neueinstellungen unausweichlich. Laut Co-Bankchef Gardein würden sich die Mitarbeiter auf die Herausforderung freuen. Für detailliertere Informationen zu Wachstumsplänen und dem Personalaufbau vertröstete Gardein auf die Zeit nach der Zustimmung durch die BaFin.

Mit dem Ausflug ins Corporate Banking befindet sich die Airbus Group in guter Gesellschaft. Auch der Siemenskonzern hatte sich vor einigen Jahren eine Banklizenz besorgt. Wahrscheinlich liegt hierin auch ein wichtiger Grund, wieso das Augenmerk der Airbus Group auf die Münchner Minibank fiel. Laut dem Airbussprecher spielte es eine Rolle, dass die Salzburg München Bank eine Vollbankenlizenz besitzt. Alles Weitere werde sich ergeben.

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