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Wie Sie ein Praktikum bei Goldman Sachs erhalten und in einen richtigen Job verwandeln

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Ein Praktikum bei Goldman Sachs zu erhalten, stellt schon eine hohe Kunst dar. Doch die richtige Herausforderung besteht darin, dieses auch noch in ein Angebot für eine Einstiegsposition zu verwandeln. Für diese schwierige Aufgabe enthält das neue Buch „Young Money“ des New Yorker Journalisten Kevin Roose einige interessante Tipps.

Roose hat acht junge Investmentbanker während ihres ersten Jahres an der Wall Street begleitet. Einige davon haben als Praktikanten bei Goldman Sachs angefangen und es dort zu richtigen Jobs gebracht. Aus ihren Erfahrungen hat Roose destilliert, was Studenten anstellen müssen, damit ihnen dieses kleine Kunststück ebenfalls gelingt:

1. Im ersten Vorstellungsgespräch werden nur leichte Fragen gestellt

Im Erstgespräch treffen die Bewerber bei Goldman Sachs auf freundliche und vorhersagbare Fragen, wie einer der von Roose begleiteten Nachwuchsbanker berichtet. Dieses Gespräch habe im Career Center der Princeton University stattgefunden. Dazu zählten unspektakuläre Fragen wie „Warum wollen Sie diesen Job haben?“

2. Im zweiten Gespräch folgen Denkaufgaben

Auch wenn einige Unternehmen wie Google die sogenannten „Brainteaser“ für sinnlos halten und aus ihren Bewerbungsprozessen verbannen, scheinen sie sich bei Banken immer noch großer Beliebtheit zu erfreuen. Einer der jungen Bankern wurde gefragt:

„Hierbei handelt es sich um ein Spiel, das ich gerade erfunden habe. Die Regeln lauten: Ich werfe eine Münze und wenn Kopf kommt, dann zahlen Sie mir einen Dollar und das Spiel ist vorbei. Doch wenn Zahl kommt, dann werfen Sie sie noch einmal. Wenn noch einmal Kopf kommt, dann zahlen Sie mir zwei Dollar und das Spiel ist vorbei. Ansonsten werfen Sie die Münze ein weiteres Mal. Beim dritten Mal zahlen Sie mir vier Dollar, wenn Kopf kommt und das Spiel ist vorüber oder Sie werfen die Münze noch einmal. Und so weiter – immer verdoppelt sich die zu zahlende Summe. Wie viel müsste ich Ihnen am Anfang zahlen, damit Sie mit mir spielen würden?“

Laut Roose will Goldman Sachs damit prüfen, ob der Kandidat ein profundes Verständnis für das Verlustrisiko mitbringt. Es gebe keine richtige Antwort. Aber die Art und Weise, wie eine Person antwortet, sage etwas darüber aus, wie der Denkprozess ablaufen würde, sobald sie einmal als Trader arbeitet.

Der Nachwuchsbanker hat jedenfalls etwas über das wahrscheinliche Ergebnis und von der Spieltheorie erzählt. Am Ende hat er den Job tatsächlich erhalten.

3. Seien Sie bereit für den „Desk Scramble“

Falls ein Bewerber das Glück hat, ein Praktikum in Sales and Trading zu bekommen, dann steht ihm während des zehnwöchigen Praktikums ein harter Verdrängungswettbewerb bevor. Dies ist im Branchenjargon auch als „Desk Scramble“ bekannt, was so viel wie „Bürorauferei“ bedeutet.

Die Praktikanten in Sales and Trading bei Goldman Sachs rotieren jedenfalls zwischen drei Stationen, an denen sie jeweils drei Wochen verbringen. Selbstverständlich streben alle der 120 Praktikanten die heißesten Abteilungen an, die mit den aufregendsten Produkten wie seinerzeit Rohstoffen und Krediten handeln und die das beste Potenzial mitbringen, das große Geld zu verdienen. Als Folge davon mutiert das Ganze zu einer Übung darin, sich bei den Managern der begehrtesten Desks einzuschleimen, um am Ende hier ein Einstiegsangebot zu erhalten.

Laut Roose werden die Jobangebote bei Goldman Sachs nach einem Abstimmungsprozess am Ende des Praktikums vergeben. Die Manager entscheiden also untereinander, welche Praktikanten die Einstiegsjobs an den heißen und weniger interessanten Desks erhalten oder aber gänzlich leer ausgehen.

4. Wählen Sie ein bescheidenes Outfit

Roose zieht aus seinen Gesprächen den Schluss, dass die Praktikanten bei der Bekleidungsfrage sehr umsichtig vorgehen sollten. Dies dürfte allerdings nicht nur für Goldman Sachs einen guten Ratschlag darstellen. Für die Männer sind dunkle Anzüge, weiße Hemden und eine einfach dunkle Krawatte angemessen. Auch die Damen müssen sich konservativ kleiden. Tops und Röcke dürfen keinesfalls zu kurz ausfallen und zu viel Haut entblößen.

Darüber hinaus hält Roose noch eine Extrawarnung bereit: Sowohl Frauen als auch Männer sollten niemals ihre Vorgesetzten mit ihrem Outfit übertrumpfen. Teure Schweizer Uhren, Gucci-Slipper oder Hermes-Handtaschen sind also tabu.

Und wer sich in hellen Farben kleidet, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

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