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Von A bis Z: Was führende Investmentbanken für ihre Mitarbeiter springen lassen

Where the money will be found

Mittlerweile haben die wichtigsten Investmentbanken ihre Ergebnisse für das vierte Quartal vorgelegt. Wir haben zusammengestellt, was bislang über die Vergütungen und Boni bei den Instituten bekanntgeworden ist. Dabei haben wir auch die Auswirkungen der EU-Bonusdeckelung auf 100 bzw. 200 Prozent des Grundgehaltes sowie einen Happines-Index berücksichtigt.

1. Barclays

Personalaufwand pro Kopf in 2013: 177.000 Pfund (216.000 Euro), was 2 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Der durchschnittliche Bonus pro Kopf hat indes von 54.500 (66.500 Euro) auf 60.100 (73.400 Euro) Pfund zugelegt.

Bonuspool für 2013: Der gesamte Bonuspool stieg in Barclays‘ Investmentbanking um 10 Prozent auf 2,38 Mrd. Pfund (2,9 Mrd. Euro). Im Investmentbanking füllte sich der Pool sogar um 13 Prozent auf 1,6 Mrd. Pfund (2 Mrd. Euro).

Struktur der Boni: Es gibt einen Cap für Cashboni bei 140.000 Pfund (170.000 Euro) – in 2013 lag diese Marke noch bei 185.000 Pfund (226.000 Euro). Dabei sehen allerdings Managing Directors (MDs) in die Röhre, denn sie erhalten für 2013 keinerlei Barzahlungen. Insgesamt werden 68 Prozent der Bonuszahlungen im Investmentbanking über drei Jahre gestreckt ausbezahlt.

EU-Bonusdeckelung: Beobachter rechnen damit, dass Barclays die EU-Bonusdeckelung umgehen könne, indem die Bank Extrazahlungen in Aktienpaketen gewährt, die an bestimmte Stellenprofile gebunden sind.

Happiness-Index: Schlecht. Die Bank hat eine tiefgreifende Restrukturierung angekündigt, bei der 220 MD- und 600 Director-Stellen in den kommenden sechs Monaten wegfallen werden.

2. Bank of America Merrill Lynch (BAML)

Personalaufwand pro Kopf für 2013: Nicht veröffentlicht.

Bonuspool für 2013: Nicht veröffentlicht.

Struktur der Boni: Traditionell  werden bei BAML die Cashboni bei 150.000 Dollar (110.000 Euro) gedeckelt.

EU-Bonusdeckelung: Von BAML heißt es, sie wolle die Grundgehälter einiger ihrer MDs um 20 Prozent erhöhen. Damit würde so mancher MD mehr als 500.000 Dollar (365.000 Euro) einstreichen.

Happiness-Index: Das Institut soll die Bezüge ihrer Rates-Trader um 15 Prozent verringert haben. Dennoch berichten Headhunter, dass die Trader im Kreditgeschäft der Bank „sehr glücklich“ seien.

3. Die Credit Suisse

Personalaufwand pro Kopf in 2013: 276.000 Franken (226.000 Euro), was 3 Prozent weniger als 2012 waren.

Bonuspool für 2013: Nicht veröffentlicht.

Struktur der Boni: Die Führungskräfte erhalten einen Teil ihrer Bonuszahlungen in Unternehmensanleihen, die ihren Wert verlieren, sobald die Eigenkapitalquote unter 7 Prozent sinkt. Laut Bloomberg werden 20 Prozent der aufgeschobenen Boni in diesem Instrument bezahlt.

EU-Bonusdeckelung: Unklar.

Happiness-Index: Headhunter berichten, dass besonders die Mitarbeiter aus dem Aktiengeschäft der Bank mit ihren Boni für 2013 sehr zufrieden seien. Allerdings zieht sich die Bank aus ihrem Rates- und Rohstoff-Geschäft zurück. „Möglicherweise wurden einige der Gelder aus diesen Bereichen umgewidmet“, erzählt ein Headhunter.

4. Citi

Personalaufwand pro Kopf: Nicht veröffentlicht.

Bonuspool für 2013: Nicht veröffentlicht.

Struktur der Boni: Citi scheint einen ungewöhnlich hohen Anteil in Bar auszuzahlen. Laut der Financial Times würde die Hälfte des gesamten Bonuspools in bar überwiesen. Sämtliche Bonuszahlungen bis zur Höhe von 100.000 Dollar (73.000 Euro) würden in bar erfolgen, bei variablen Vergütungen bis 499.000 Dollar (364.000 Euro) wären es immer noch 75 Prozent und selbst bei Boni von bis zu 3,99 Mio. Dollar (2,9 Mio. Euro) erfolgten 60 Prozent in Cash.

EU-Bonusdeckelung: Unklar.

Happiness-Index: Die Investmentbanker der Citi sollen angeblich hochzufrieden sein. „Die Leute von Citi sind richtig glücklich“, sagt ein Londoner Headhunter. „Es handelt sich um das dritte Jahr in Folge, dass sie die Mitarbeiter in Fixed Income sehr gut bezahlen – es ist unmöglich, dort jemanden abzuwerben.“

5. Deutsche Bank

Personalaufwand pro Kopf für 2013: Nicht veröffentlicht. Allerdings hat der deutsche Branchenprimus den gesamten Personalaufwand in seinem Corporate & Investmentbanking im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent zusammengestrichen.

Bonuspool für 2013: Nicht veröffentlicht.

Struktur der Boni: Laut Reuters wurden die Cashboni bei der Deutschen Bank bei 300.000 Euro gedeckelt. Das gesamte Bonusprogramm fällt indes recht kompliziert aus. Bei variablen Vergütungen zwischen 100.000 bis 200.000 Euro werden 50 Prozent zeitverzögert ausgezahlt, bei Boni zwischen 200.000 bis 500.000 Euro 75 Prozent und bei Boni zwischen  500.000 und 1 Mio. Euro 85 Prozent.

Unterhalb des MD-Levels werden die aufgeschobenen Boni in drei gleich großen Tranchen in 2015, 2016 und 2017 ausbezahlt. Bei allen Führungskräften darüber werden die Boni sogar über fünf Jahre gestreckt – eine Besonderheit der Deutschen Bank.

EU-Bonusdeckelung: Unklar.

Happiness-Index: Leichte Verstimmung.

6. Goldman Sachs

Personalaufwand pro Kopf in 2013: Verringerte sich um 4 Prozent auf 393.000 Dollar (280.000 Euro).

Bonuspool für 2013: Nicht veröffentlicht.

Struktur der Boni: Keine Angaben. Doch traditionell zahlt Goldman Sachs die Boni über drei Jahre aus und einen großzügigen Teil davon entfällt auf Cashboni.

EU-Bonusdeckelung: Goldman will angeblich jährlich gewisse Aufschläge für bestimmte Positionen zahlen. Die Bank wollte dies allerdings nicht bestätigen.

Happiness-Index: Von den Mitarbeitern von Goldman Sachs wird berichtet, dass sie mit ihrem diesjährigen Bonus unzufrieden seien. Laut Headhuntern hätte die moderate Bezahlung bereits zu ersten Abgängen geführt.

7. Morgan Stanley

Personalaufwand pro Kopf in 2013: Nicht veröffentlich.

Bonus pro Kopf in 2013: Nicht veröffentlicht.

Struktur der Boni: Bei Morgan Stanley soll der Baranteil höher ausfallen als bei der Konkurrenz. Dennoch werden laut Bloomberg 50 Prozent sämtlicher Boni zwischen 50.000 und 100.000 Dollar (36.500 bis 73.000 Euro) verzögert ausbezahlt. Bei variablen Vergütungen von jenseits der 500.000 Dollar (365.000 Euro) sollen nur 2 Prozent in bar erfolgen.

EU-Bonusdeckelung: Unklar.

Happiness-Index: Headhuntern zufolge sollen die Trader und Sales-Mitarbeiter im Fixed Income-Geschäft abermals unzufrieden mit ihren Boni sein.

8. UBS

Personalaufwand pro Kopf in 2013: 343.000 Franken (281.000 Euro), was 3 Prozent mehr als in 2012 sind.

Bonuspool für 2013: 3,2 Mrd. Franken (2,6 Mrd. Euro) in der Gesamtbank. Im Vorjahr waren es lediglich 2,5 Mrd. Franken (2,1 Mrd. Euro) gewesen.

Struktur der Boni: Ähnlich wie bei der Credit Suisse erhalten auch die Mitarbeiter einen Teil ihrer Vergütungen in Derivaten, die verfallen, sobald die Eigenkapitalquote der Bank unter 7 Prozent sinkt.

EU-Bonusdeckelung: Die UBS hat bereits im Mai 2013 die Gehälter von Führungskräften um bis zu 15 Prozent nach oben angepasst.

Happiness-Index: Gut – vor allem im Vergleich zur Credit Suisse.

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