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Auch auf Jobsuche? Mit welchen Halbsatz Sie sich um jegliche Chancen bringen

Unser New Yorker-Korrespondent Beecher Tuttle hat vor seiner Zeit bei eFinancialCareers einige Jahre als Headhunter zugebracht. Hier erzählt Tuttle von seinen Erfahrungen.

Kaum etwas fällt schwerer: Wie stellt man es nach längerer Arbeitslosigkeit an, selbstbewusst aufzutreten? Leider stellt es ebenfalls keine leichte Übung dar, die Leute dabei hinters Licht zu führen.

In den dreieinhalb Jahren, in denen ich als Recruiter gearbeitet habe, gab es einen einzigen Grund dafür, einen Lebenslauf nicht an einen Arbeitgeber weiterzuleiten – sofern der Kandidat über die geforderten Kompetenzen verfügte: Wenn ich als Recruiter damit rechnen musste, dass der Kandidat mich schlecht aussehen lassen würde. Denn die Reputation eines Recruiters hängt entscheidend von den Kandidaten ab, die er einem Kunden vorschlägt. Schlechte Kandidaten werden oft von schlechten Recruitern präsentiert – diejenigen nämlich, die nicht das gewisse Etwas ausstrahlen. Und das gleiche gilt auch für Personalabteilungen. Falls ein Kandidat floppt, riskieren Headhunter ihre Vermittlungsgebühr und Hiring Manager ihren Job.

Einer der wichtigsten Punkte, über die man sich als Headhunter klarwerden muss, ist, ob man einem Kandidaten trauen kann oder nicht – was freilich auf Gegenseitigkeit beruht. Der andere lautet, ob ein Kandidat einen gebrochenen Eindruck hinterlässt.

Bewerber, die von einer langen erfolglosen Jobsuche niedergeschmettert, frustriert und zynisch sind, scheitern in Vorstellungsgesprächen überproportional häufig. Versetzen Sie sich selbst in die Lage eines Hiring Managers: Wollen Sie nicht jemanden einstellen, der vor Selbstbewusstsein strotzt – besonders an einem Ort wie der Wall Street?

Daher sollten Sie in jeder Station eines Bewerbungsprozesses sich von Ihrer stärksten Seite zeigen – selbst in einem Gespräch mit einem Headhunter. Der richtigen Einstellung kommt also offenbar Schlüsselbedeutung zu. Dennoch gibt es einige Alarmsignale, auf die Headhunter besonders achten. Dazu gehört z.B., wenn Sie darüber sprechen, wie schwierig die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist und wie schwer es Ihnen fällt, ein Jobangebot zu erhalten. Selbst wenn es der Wahrheit entspricht und mehr als verständlich ist, wollen doch alle Arbeitgeber Mitarbeiter einstellen, die auf dem Markt begehrt sind.

Allerdings gibt es einen ganz speziellen Satz, den Recruiter ganz besonders abschreckt: „Mittlerweile wäre ich bereit…“

Es ist völlig gleich, wie der Satz endet: Ob Sie bereit sind, 200 Kilometer zur Arbeit zu pendeln, in die Provinz zu ziehen oder kostenlos zu arbeiten. Der Halbsatz zeugt nicht nur von schierer Verzweiflung, sondern er treibt Headhuntern und Hiring Managern die Sorgenfalten auf die Stirn. Denn was passiert, wenn sich der Arbeitsmarkt aufhellt oder sich einige Monate später eine bessere Jobchance eröffnet? In diesem Fall ist der Kandidat wahrscheinlich „bereit“, sich die Chance nicht entgehen zu lassen. Dies würde den Hiring Manager oder Headhunter vor Probleme stellen. Letzterer würde womöglich dann auch nicht die volle Vermittlungsgebühr kassieren.

Sicherlich ist nichts Verwerfliches daran, ein Jobangebot anzunehmen, das unter Ihrem bisherigen Niveau ist – auch wenn es nur kurzzeitig ist. Dennoch sollten Sie dies niemals jemanden auf der anderen Seite des Tisches verraten.

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