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Fünf Dinge, die ich während meiner 18monatigen Karriere im Investmentbanking gelernt habe

Wieso sollte jemand Investmentbanker werden wollen? Noch vor einigen Jahren musste sich niemand für diesen Berufswunsch rechtfertigen. Das viele Geld war Grund genug. Doch nachdem sich die Gehälter von enorm zu immer noch sehr gut verringert haben, gewinnen andere Faktoren an Bedeutung.

Wir haben mit dem ehemaligen Investmentbanker Chris Thomas gesprochen, der nach einem MBA 18 Monate als Associate bei einer Großbank in den USA gearbeitet hat, bevor er sich von der Branche verabschiedete. Thomas ist aufrichtig und kritisch, aber anders als so viele ehemalige Investmentbanker verdammt er die Branche oder seinen damaligen Arbeitgeber keinesfalls. Allerdings gelte es einige Irrtümer über die Branche auszuräumen. Hier die Lehren, die Thomas aus seiner Zeit als Investmentbanker gezogen hat. (Bei Chris Thomas handelt es sich um ein Pseudonym).

Die Exit-Optionen verflüchtigen sich

Ein erheblicher Anteil der Einsteiger nutzt den Job, um das Rüstzeug für einen anderen Karriereweg zu erwerben. Der Wechsel auf die Buy-Side fällt jedoch nicht annähernd so leicht, wie viele sich das ausmalen. Zumindest ist es nicht mehr so leicht wie in der Vergangenheit, warnt Thomas.

„Schauen Sie sich die Stellenanzeigen von der Buy-Side an. Die meisten suchen nach Leuten ohne MBA oder sie verlangen vorherige Berufserfahrung auf der Buy-Side“, erzählt Thomas. „Sie enden im Niemandsland. Die meisten Leute glauben, es gäbe großartige Ausstiegschancen, doch das stimmt so nicht mehr.“

Sobald Sie erst einmal zwei Jahre Berufserfahrung gesammelt haben und Ihr Preisschild entsprechend hoch ausfällt, dann werden Sie in eine Schublade eingeordnet und bleiben in der Branche stecken, ergänzt Thomas.

Der Posten als Managing Director stellt keine Ziellinie dar

Ein weiterer Trugschluss bestehe darin, dass das Leben von Führungskräften im Investmentbanking und vor allem das von Managing Directors glorifiziert werde. Sicherlich verdienen Sie mehr Geld, aber dieser Anreiz fällt nicht mehr so groß wie in der Vergangenheit aus. „Sie erzählen Dir, dass mit dem Aufstieg auch Dein Lebensstil besser werde“, sagt Thomas. „Das bezweifle ich. Managing Directors nehmen – wie jeder andere auch – an Telefonkonferenzen am Wochenende teil.“

Alles dreht sich um die Menge

Jeder wisse, dass das Investmentbanking eine Menge Arbeit mit sich bringe. Dennoch verstehen viele Einsteiger nicht, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Menge besteht. „Ich schätze das nicht“, sagt Thomas. „Während ein Deal gerade abgeschlossen wird, arbeitest Du schon an drei anderen“, heißt es weiter. „Und es dreht sich alles um die Marge: Immer mehr muss mit immer weniger Leuten erledigt werden. Das macht Dir schon zu schaffen.“

Pitching ist Mist

Falls Sie tatsächlich eine Erfüllung bei der Arbeit erwarten, dann sollten Sie darauf achten, an echten Deals mitzuarbeiten. „Pitching ist Mist. Wenn Sie Dir erzählen, dass der Job hauptsächlich daraus besteht, dann ist das sehr, sehr traurig“, sagt Thomas. „Stellen Sie sicher, dass Sie Erfahrung mit Deals sammeln.“

Die Branchenkultur hat sich nicht gewandelt

Entgegen der herrschenden Rhetorik arbeitet im Investmentbanking immer noch die gleiche eingeschworene Gemeinschaft. „Sie können dort mit viel mehr davonkommen als in anderen Unternehmen“, sagt Thomas.

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