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Flucht nach Luxemburg

Angestellte der Finanzdienstleistungsbranche aus Irland sind in Luxemburg gefragt.

Februar in Dublin: Bei einer durchschnittlichen Temperatur von 5 Grad ist es schnell ein wenig kalt und feucht. Doch auch wenn es in Luxemburg sogar noch kälter ist, dürfte es winterfeste Dubliner mit Berufserfahrung in der Finanzbranche freuen, zu hören, dass ihre Dienste dort gefragt sind.

“Irland ist einer der besten Orte um Spezialisten für die Fonds-Administration zu finden”, berichtet Jean-Marc Benker, Leiter der Belgischen und Luxemburgischen Partner der Personalberatung Robert Walters. “Unsere Luxemburger Kunden haben oft Niederlassungen in Dublin, die Aufgaben sind daher sehr ähnlich.”

Robert Walters hat kürzlich die Website www.robertwalters.com/funds ins Leben gerufen, um den Austausch von Personal zwischen Dublin und Luxemburg zu erleichtern. Auch die Mitbewerber scheinen interessiert daran zu sein, die Personalwanderung zwischen den beiden Städten zu unterstützen: Badenoch & Clark beispielsweise plant ein Seminar für Fonds-Administrations-Experten aus Dublin mit dem Thema Luxemburg.

“Die Iren werden vom Luxemburger Lebensstil angezogen”, meint Richard Neale, Leiter der Luxemburger Niederlassung von Badenoch & Clark. “Luxemburg wurde 2004 und 2005 zur sichersten Stadt der Welt gewählt; 35 Tage Urlaub im Jahr sind üblich und es ist von hier aus möglich, Tagesausflüge nach Belgien, Deutschland und Frankreich zu machen, sei es zum Skifahren oder zum Sightseeing.”

Auch finanzielle Vorteile können zum Umzug reizen: Obwohl die Bruttogehälter in Dublin mittlerweile mit denen in Luxemburg gleichgezogen sind, machen die niedrigen Steuersätze in Luxemburg einen Umzug lohnenswert. “Die Bruttozahlungen hier sind vielleicht nicht höher, doch die persönlichen Steuersätze sind niedriger – besonders, wenn Sie verheiratet sind und Kinder haben. Dann nämlich zahlen sie praktisch gar keine Steuern.”

Bevor man jedoch samt Kind und Kegel nach Luxemburg auswandert, sollte man eventuelle Sprachprobleme nicht außen vor lassen. Geschäfte werden zwar hier und da in Englisch abgewickelt, wer Französisch oder Deutsch spricht, ist aber im Vorteil. “Wenn Sie ausschließlich Englisch sprechen, kann dies jedoch behindern”, bestätigt Benker.

Auf der anderen Seite könnten die Luxemburger Arbeitgeber aufgrund der Arbeitslosenquote von nur 3,5 % gar nicht wählerisch sein, meint Benker. Iren, die kein verhandlungssicheres Französisch sprächen sollten sich also dennoch bewerben.

Das einzige Abschreckende könnte also wirklich das Wetter sein: In Dublin mag es im Februar kalt und feucht sein, in Luxemburg zeigt das Thermometer im gleichen Monat jedoch nur 2 Grad an und es schneit.

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