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Bradys Kahlschlag: Credit Suisse streicht Vergütungen der Investmentbanker und Stellen der Private Banker

Der Vorsteuergewinn der Credit Suisse stieg im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 428 Mio. Franken. Im Gesamtjahr 2013 verdoppelte sich sogar der Gewinn vor Steuern auf 4,5 Mrd. Franken, wie aus den am heutigen Donnerstag (6. Februar) vorgelegten Jahresabschluss hervorgeht. Doch der Erfolg wurde mit empfindlichen Einschnitten beim Personal erkauft.

So ließ die Schweizer Großbank in 2013 insgesamt knapp 11,3 Mrd. Franken für die Mitarbeiter springen, was über eine 1 Mrd. Franken oder 8 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Besonders heftig traf es die Investmentbanker, deren Vergütungen und Sozialabgaben um 10 Prozent auf gut 5,4 Mrd. Franken zusammengestrichen wurden. Dies bedeutet ein Minus von immerhin 635 Mio. Franken.  Im Private Banking & Wealth Management fiel der Einschnitt indes mit minus 4 Prozent geringer aus. Der Personalaufwand purzelte um 230 Mio. auf gut 5,3 Mrd. Franken.

Kaum Stellenstreichungen im Investmentbanking, dafür weniger Geld

Bei den Kosteneinsparungen setzt die Credit Suisse im Investmentbanking und im Wealth Management auf recht unterschiedliche Strategien. So verminderte sich die Mitarbeiterzahl im Investmentbanking binnen Jahresfrist um gerade einmal 100 auf 19.700 Beschäftigte. Dies stellt einen Personalabbau in der geradezu homöopathischer Dosierung von 0,5 Prozent dar.

Folglich erzielte die Credit Suisse die Einsparungen vor allem durch einen beherzten Einschnitt bei den Vergütungen. Der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf verminderte sich um 10 Prozent auf rund 276.000 Franken. Bei der UBS lag dieser Wert bei ziemlich genau 343.000 Franken. Mithin lässt die Credit Suisse für ihre Investmentbanker 19,6 Prozent weniger als die Konkurrenz von der anderen Seite des Zürcher Paradeplatzes springen. Entweder streicht die Credit Suisse die Boni oder ersetzt teure durch günstigere Mitarbeiter.

Personalabbau im Wealth Management, dafür steigende Vergütungen

Im Private Banking & Wealth Management setzt die Credit Suisse hingegen voll auf den Personalabbau. Binnen Jahresfrist fielen in der Sparte 1300 Stellen weg – darunter auch 220 Stellen von Kundenbetreuern. Die Mitarbeiterzahl sank um 5 Prozent auf 26.000 Beschäftigte.

Dagegen zeigen die Vergütungen in der Sparte nach oben. Der Personalaufwand pro Kopf erhöhte sich um immerhin 6,6 Prozent auf gut 205.000 Franken.

Insgesamt strebt Credit Suisse-Chef Brady Dougan bis 2015 eine Verringerung der Kostenbasis im Vergleich zu 2011 von über 4,5 Mrd. Franken an, wovon bereits 3,1 Mrd. Franken erzielt wurden, das Gros von 1,75 Mrd. Franken im Investmentbanking.

Von den ausstehenden Einsparungen von über 1,4 Mrd. Franken sollen indes gerade einmal 100 Mio. auf das Investmentbanking entfallen. Da die Sparte in 2013 einen Verwaltungsaufwand von 9,3 Mrd. Franken aufwies, dürft dies keine Herausforderung darstellen. Somit dürfte sich das Sparprogramm für die Investmentbanker weitgehend erledigt haben.

Etwas anders sieht es im Private Banking & Wealth Management aus, das noch Einsparungen von 550 Mio. Franken schultern muss. Bei einem Verwaltungsaufwand von 9,6 Mrd. Franken stellt dies ebenfalls eine Mission Possible dar.

Am heftigsten dürfte es jedoch das Backoffice treffen, denn Dougan will hier noch mindestens 700 Mio. Franken einsparen. Da in den Infrastruktureinheiten kaum große Bonusträume wahr werden, wird dies voraussichtlich auf einen empfindlichen Personalaufbau hinauslaufen.

Quelle: Geschäftsbericht / eFinancialCareers.ch

Quelle: Geschäftsbericht / eFinancialCareers.ch

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