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Wo Bonusträume wahr werden: Das Wichtigste zu den UBS Ergebnissen

UBSHandelssaal

Bei der UBS scheint die Sauregurkenzeit vorüber zu sein. So hat die Schweizer Großbank den Bonuspool von 2,5 Mrd. Franken in 2012 auf 3,2 Mrd. Franken in 2013 aufgefüllt, wie jetzt bei der Vorlage des Jahresergebnisses bekannt wurde. Dies bedeutet ein Plus von immerhin 28 Prozent. Auch in 2011 fiel der Pool mit 2,7 Mrd. Franken deutlich kleiner aus als im  abgelaufenen Jahr. Da in den beiden Jahren auch noch über 2800 Jobs weggefallen sind – und das vor allem im hochbezahlten  Investmentbanking, verteilt sich der Geldsegen auch noch auf weniger Taschen.

Die UBS führte die kräftige Aufstockung auf heftig Einschnitte infolge des Libor-Skandals im Vorjahr zurück. „Negativ betroffen waren die Zuteilungen in der Investmentbank, in einigen Bereichen im Corporate Center und in der Konzernleitung“, hieß es von der UBS. Dagegen habe das Institut in 2013 seine „strategischen und finanziellen Ziele“ mehrheitlich übertroffen. „In Bereichen, die im vergangenen Jahr negativ betroffen waren, hat die Bank das Niveau der leistungsabhängigen Zuteilungen normalisiert. Angesichts der erzielten Erfolge in absoluter und relativer Hinsicht wurden die Abstände zur marktüblichen Bezahlung reduziert.“ Die Mitarbeiter dürfte dies freuen.

Von dem Bonuspool entfallen 1,9 Mrd. Franken auf Cash und 1,3 Mrd. Franken auf zwei aktienbasierte Vehikel. Lediglich 0,9 Mrd. werden nach 2014 ausbezahlt: etwa 500 Mio. in 2015 und jeweils rund 200 Mio. in 2016 und 2017.

Quelle: UBS

Quelle: UBS

Quelle: UBS

Quelle: UBS

Kahlschlag im Investmentbanking und Aufbau im Wealth Management

Trotz des konzernweiten Stellenabbaus auf 60.205 Beschäftigte wurden in einigen Bereichen neue Arbeitsplätze geschaffen. Heftig traf der Abbau natürlich das Investmentbanking, wo die Zahl der Beschäftigten binnen Jahresfrist um rund 2000 auf 11.615 einbrach. Auch im Filialgeschäft verringerte sich die Mitarbeiterzahl um etwa 700 auf 9363 Beschäftigte. Das Asset Management blieb mit 3729 in etwa auf Vorjahresniveau. Einen Stellenaufbau verzeichneten dagegen die beiden Wealth Management-Sparten. So legte die Beschäftigung in Wealth Management Americas um rund 250 Jobs auf 16.344 Mitarbeiter zu und im Rest der Welt um etwa 200 Arbeitsplätze auf 16.414 Mitarbeiter.

Was die Mitarbeiter für 2013 kassieren

Bei der Bezahlung hat sich der Abstand der Investmentbanker zu ihren restlichen Kollegen ausgeweitet. Für jeden Investmentbanker ließ das Institut durchschnittlich 343.000 Franken springen. Zum Vergleich: Im Wealth Management außerhalb Amerikas waren es gerade einmal 205.000 Franken. In diesen Zahlen sind Sozialabgaben und andere Nebenkosten enthalten.

Quelle: UBS-Geschäfttsbericht 2013 / eFinancialCareers.ch

Quelle: UBS-Geschäfttsbericht 2013 / eFinancialCareers.ch

Investmentbanking und Wealth Management Americas retten den Gewinn

Nachdem die UBS in 2012 hohe Bußgelder im Zuge des Skandals um die Libor-Manipulation und ein schlechtes Jahr im Investmentbanking verkraften musste, klingelt jetzt wieder die Kasse. Die Bank generierte im abgelaufenen Jahr einen Vorsteuergewinn von 3,3 Mrd. Franken; im Vorjahr stand hier noch ein Minus von 1,8 Mrd. Franken.

Für den Erfolg war die Kehrtwende im Investmentbanking verantwortlich. Hier konnte die UBS ihr Vorsteuerergebnis binnen Jahresfrist von 267 Mio. auf 2,3 Mrd. Franken steigern. Entsprechend verbesserte sich auch die Aufwands-Ertragsquote von 96,3 auf 73,3 Prozent. Das Investmentbanking musste also für jeden Euro Ertrag gut 73 Rappen ausgeben.

In Wealth Management Americas sprang das Ergebnis ebenfalls um 45 Prozent auf 927 Mio. Franken nach oben. Durch die gestiegenen Vergütungen sank die Aufwands-Ertragsquote indes nur leicht von 89,7 auf 86,5 Prozent, was deutlich zu hoch ist.

Im Geschäft mit Wohlhabenden im Rest der Welt erzielte die UBS ein Vorsteuerergebnis von 2,25 Mrd. Franken – ein Minus von 7 Prozent gegenüber 2012. Die Aufwands-Ertragsquote verschlechterte sich von 65,8 auf 70,2 Prozent, was jedoch noch immer weitaus besser als im Amerikageschäft ist.

Das Asset Management konnte von der Champagnerstimmung an den Aktienmärkten in 2013 indes kaum profitieren. Der Vorsteuergewinn von 576 Mio. Franken liegt marginal über dem Vorjahresniveau. Gleiches gilt für die Aufwands-Ertragsquote von 70,2 Prozent.

Bergab ging es hingegen im heimischen Filialgeschäft, wo die UBS einen Einbruch des Vorsteuergewinns um 20 Prozent auf 1,46 Mrd. Franken verkraften musste. Mit einer Aufwands-Ertragsquote von 60,9 Prozent handelt es sich aber immer noch um den Geschäftsbereich mit den überzeugendsten Kostenstrukturen.

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Kommentare (1)

Comments
  1. es mag in diesem zusammenjhang von interese sein, was die cfa society in einer studie erhoben hat: zu viel ethik bremst die bankerkarriere. zusamen mit der economist intelligence unit wurde diese untersuchung durchgeführt.

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