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Auslandsaufenthalt – Karriereturbo mit Hindernissen

Eine längere Auslandsentsendung kann einen Sprung auf der Karriereleiter bedeuten, doch der Schritt birgt auch manch unvorhergesehene Schwierigkeit.

In Zeiten von Globalisierung und der Liberalisierung des internationalen Handels agieren die Unternehmen von heute in den Märkten unterschiedlicher Länder. Auch Arbeitnehmer richten sich verstärkt auf einen weltweiten Arbeitsmarkt ein. Längere, oftmals sogar mehrjährige Auslandaufenthalte sind keine Seltenheit mehr.

Insbesondere für Fach- und Führungskräfte kann ein Auslandsaufenthalt ein wichtiger Schritt auf der Karriereleiter sein. Der Nachwuchs der Führungskräfte kann als Expatriates seinen Erfahrungsschatz erweitern, die Soziale Kompetenzen stärken und natürlich das eigene Fachwissen bei Projekten unter Beweis stellen.

“Eine Top-Karriere zu machen ohne Berufserfahrung im Ausland ist heute kaum mehr möglich – zumindest nicht in internationalen Unternehmen”, schätzt Jörg Pribil, Geschäftsführer von Nokia Österreich und Schweiz, den Wert einer beruflichen Auslandsstation hoch ein.

“Mit Auslandserfahrung kommt man in der Hierarchie eines Unternehmens schneller weiter”, weiß der Top-Manager, der selbst über breite internationale Praxis verfügt. Einen wesentlichen Vorteil sieht auch er in der persönlichen Entwicklung und im Kompetenzzuwachs, den ein Auslandsaufenthalt mit sich bringe.

Fremde Kulturen bringen Probleme

Viele Manager betrachten daher einen bevorstehende Auslandsaufenthalt als Karrieresprungbrett. Doch der Umzug ins Ausland ist alles andere als einfach, insbesondere, wenn das “Reiseziel” in anderen Kulturkreisen liegt.

“Selbst für erfahrene Führungskräfte stellt die Entsendung ins Ausland oftmals eine besondere Herausforderung dar. Der Verlust des bekannten Rahmens kann selbst auf internationalem Parkett versierte Manager verunsichern”, erläutert Bernd K. Zeutschel, Geschäftsführer der Global Competence Forum GmbH. “Denn nachdem die erste Faszination abgeklungen ist, folgt fast unvermeidbar der Kulturschock. Dieser fällt zumeist dann besonders hart aus, wenn die Familie oder der Partner mitreisen.”

Beispiel China: Das Reich der Mitte bewirkt aufgrund seines enormen Geschäftspotenzials zunehmend auch die Ansiedlung europäischer und insbesondere deutscher Unternehmen. Infolgedessen werden viele ausländische Mitarbeiter nach China entsandt. Attraktive Gehälter, gute Wohnbedingungen und der Reiz, eine neue und fremde Kultur kennen zu lernen, wirken auf europäische Manager geradezu verlockend. Doch eine längere Auslandsentsendung zu bewältigen ist schwieriger als zumeist vermutet. Denn so faszinierend das Reich der Mitte ist, so groß sind auch die Unterschiede zu allem bisher Bekannten.

“Über die neue Arbeitsumgebung hinaus stellt die Bewältigung des Alltagslebens und der Freizeitgestaltung in der neuen Heimat China eine erhebliche Hürde dar”, bestätigt Zeutschel. “Die gesellschaftliche Integration erweist sich insbesondere für mitreisende Familienangehörige als schwierig, was nicht selten zu Konflikten führen kann.”

Die Anlaufschwierigkeiten und vorzeitige Abbrüche des Auslandsaufenthalts sind häufig auf eine mangelhafte Vorbereitungsphase zurückzuführen. Dies gilt, wie viele ehemalige Expatriates berichten, sowohl in beruflicher als auch in persönlicher Hinsicht. Vorschnelle oder aufgrund von Zeitdruck und fehlendem Rat gefällte Entscheidungen können sich später als schwerwiegende und frustrierende Fehltritte erweisen. Wer einen Umzug auf einen anderen Kontinent plant, sollte sich daher vorher genau damit auseinander setzen, was ihn erwartet. Denn eine gezielte Vorbereitung ermöglicht, sich schneller auf die beruflichen Aufgaben zu konzentrieren und gleichzeitig das Privatleben zu genießen.

Seminare bereiten vor

Zeutschels Unternehmen hilft bei einer solchen gezielten Vorbereitung: Die Seminare des Global Competence Forums decken die lange Liste der anfallenden Herausforderungen und Fragestellungen auf umfassende Weise ab. Behandelt werden dabei sowohl die Entsendungsvorbereitung als auch der Umzug, die Einreiseformalitäten und der Einzug ins neue Heim. Zu den weiteren Inhalten zählen die Besonderheiten des Arbeitslebens und des landestypischen Alltags. Der Gefahr des “Kulturschocks” mit ernüchternden Konsequenzen bis hin zum vorzeitigen Abbruch des Auslandsaufenthaltes wird auf diese Weise entgegengewirkt.

Ein besonderes Augenmerk wird auf ein erfolgreiches Einleben der mitreisenden Familie gelegt. Die Themenschwerpunkte sind dabei landesspezifisch gewählt. Wo auch immer die Reise hingeht, die Seminare beantworten alle relevanten Fragestellungen zur neuen Heimat, ob zu den hygienischen Bedingungen in Indien, der Verträglichkeit des Essens in China oder der Wohnungssuche in Japan.

Besonderes Plus: Die Programme des Global Competence Forums wurden in Zusammenarbeit mit ehemaligen Expatriates konzipiert, deren Erfahrungen mit in die Seminargestaltung einfließen.

Tipps vom Fachmann:

Auch Nokia-Manager Pribil hat einige Tipps für den Auslandsaufenthalt parat: Bevor man sich für einen Auslandseinsatz entscheide, solle man Menschen kontaktieren, die bereits an dem jeweiligen Standort im Einsatz waren und solle auch den Zielort vorher besuchen. “Sagen Sie nicht zum erstbesten Angebot Ja”, rät der Nokia-Chef abschließend.

Die Sorge mancher Arbeitnehmer, nach einem Auslandsaufenthalt nicht mehr an den Arbeitsplatz im Heimatland zurückkehren zu können, zerstreut Pribil und rät zur Eigeninitiative: “Wichtig ist, rechtzeitig mit den Vorgesetzten bzw. Entscheidern über die langfristige Karriereplanung und damit auch über die Rückkehr zu sprechen.”

Wer sich gut vorbereitet, dem sollten also keine allzu hohen Hindernisse mehr auf dem Weg zum Karrieresprung durch den Auslandsaufenthalt behindern.

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