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Bei HVB sind weitere 1600 Stellen bedroht: Trennung kostet 150.000 Euro pro Mitarbeiter

HVB-Chef Theodor Weimer hat die Kosten im Griff.

HVB-Chef Theodor Weimer hat die Kosten im Griff.

Für jeden Euro Ertrag musste die Hypo Vereinsbank (HVB) in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 gut 64 Cent ausgeben. Obgleich damit die Münchner bei den Kosten im nationalen wie internationalen Vergleich sehr gut abschneiden, ist HVB-Chef Theodor Weimer zumindest mit Teilen des Geschäfts unzufrieden. Vor allem das Filialgeschäft mit einem Vorsteuergewinn von 232 Mio. Euro  bis September bereitet dem 54jährigen Kopfzerbrechen. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ will die HVB die Hälfte ihrer 584 Filialen dichtmachen, was möglicherweise 1600 Jobs kosten könnte. Dabei hatte die Bank schon in den zurückliegenden Jahren trotz sprudelnder Gewinne einen scharfen Stellenabbau gefahren.

Weimer wollte diese Zahlen weder bestätigen noch dementieren. „Filialen werden geschlossen, weil die Kunden diesen Vertriebsweg nicht mehr nutzen und andere Angebote einfordern“, sagte Weimer. Stattdessen will Weimer 300 Mio. Euro in die Digitalisierung investieren. „Bis Ende 2016 werden wir uns als echte Multikanalbank aufstellen und massiv in mobile und internetbasierte Angebote sowie in die Attraktivität unserer Filialen investieren.“

„Wir haben jahrelang zu wenig investiert, eine Kostenoptimierungsstrategie gefahren. Nur bei Multikanal haben wir gezielt investiert. Der Vorsprung dort aber hält nicht lange an, wenn wir nicht nachlegen“, ergänzte Weimer.

Der Aderlass bei den Mitarbeitern könnte die Bank indes teuer zu stehen kommen. So veranschlagt Weimer die Kosten für die Trennung von einem Mitarbeiter auf durchschnittlich 150.000 Euro – bei 1600 Stellen müsste das Institut also rein rechnerisch 240 Mio. Euro auf  den Tisch blättern.

Bei den Gewerkschaften schrillen unterdessen die Alarmglocken. „Wir halten das für eine hochriskante Strategie“, sagte Klaus Grünewald der Süddeutschen Zeitung, der für Verdi im Aufsichtsrat der HVB sitzt. Konkrete Zahlen zum Abbau gebe es noch nicht. Falls Weimers Pläne scheiterten, gebe es kein Zurück mehr. Dennoch sieht auch der Gewerkschaftler Handlungsbedarf: „Dass nicht alles bleiben kann, wie es ist, ist auch klar, denn dann fahren wir gegen einen Eisberg.“

Laut Grünewald sei eine wichtige Aufsichtsratssitzung für Mitte Februar angesetzt. Seine Pläne will Weimer Ende März präsentieren. Näheres wird für die Bekanntgabe des Jahresergebnisses am 12. März erwartet.

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