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Über 3000 Beschäftigte vor ungewisser Zukunft: Für Sparkassen ist Zerschlagung der WestLB beschlossene Sache

Für die WestLB scheint das Totenglöcklein bereits geläutet zu haben. “Hier gibt es keineswegs drei Konzepte, wie immer wieder zu lesen ist”, polterte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Heinrich Haasis auf der heutigen Bilanzpressekonferenz des DSGV. Damit scheinen ein Verkauf oder eine Verminderung der Bilanzsumme endgültig vom Tisch zu sein.

“Vor diesem Hintergrund haben die Eigentümer, der Bund und die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe ein gemeinsames Konzept für die WestLB erarbeitet. Es sieht vor, aus der heutigen WestLB eine Verbundbank mit einem Bilanzvolumen von 45 Mrd. Euro herauszulösen und künftig in das Eigentum der Sparkassen-Finanzgruppe zu überführen”, ergänzte Haasis.

RestLB muss auf ein Fünftel der Bilanzsumme eindampft werden

Laut Haasis befindet sich die Reduzierung der WestLB auf eine Verbundbank nicht etwa im Entscheidungsprozess, sondern sei beschlossene Sache von Bund, Land Nordrhein-Westfalen und den Sparkassen. “Dieser Prozess läuft. Die Verbundbank wird nach der Herauslösung in einem nächsten Schritt in eine größere Einheit der Sparkassen-Finanzgruppe eingebracht werden, um dauerhaft erfolgreich das Verbundgeschäft zu bündeln”, sagte Haasis.

Damit stehen den über 3000 Mitarbeitern der WestLB schwere Zeiten bevor, die nicht in die Verbundbank überführt werden. Denn die Bilanzsumme belief sich zuletzt auf rund 220 Mrd. Euro, was fast das Fünffache der angestrebten Verbundbank ausmacht. “Die übrigen Teile der heutigen WestL werden verkauft – dafür sehen wir gute Chancen – oder durch Neubefüllung der Abwicklungsanstalt behutsam abgewickelt”, ergänzte Haasis.

Eine “Neubefüllung” der Bad Bank würde somit einen Kahlschlag unter den betroffenen Arbeitsplätze bedeuten. Branchenexperten sehen in dem Modell auch ein Vorbild für den Umgang mit anderen Kriseninstituten des öffentlich-rechtlichen Bankensektors.

EU trägt Mitverantwortung für die Unverkäuflichkeit der WestLB

Dabei kritisierte Haasis die EU-Kommission scharf. Auf Druck der EU solle einerseits die WestLB verkauft werden und andererseits müssten die angeblich unlauteren Beihilfen beim Aufbau der Bad Bank in Höhe von 3 Mrd. Euro zurückgezahlt werden.

“Nüchtern muss man nun sehen, dass eine solche zweite Auflage die erste, nämlich den Verkauf, weiterhin konterkariert. Es ist jedenfalls außerordentlich schwer, in der jetzigen Marktsituation zu angemessenen Konditionen eine Bank zu verkaufen, wenn man auch noch mit einer ungewissen Auflage bedroht wird”, wetterte Haasis.

Überdies kündigte Haasis an, dass die Sparkassen im laufenden Jahr auch die Dekabank schlucken wollen. “Die Geschäftsergebnisse der Dekabank sind für die Sparkassen sehr erfreulich. Und sie gehen wesentlich auf die Vertriebsleistung der Sparkassen zurück. Seit Gründung der heutigen Dekabank im Jahr 1999 ist es deshalb das Ziel der Sparkassen, mehrheitliche oder gar alleinige Eigentümer der Dekabank zu werden. Zwar sehen noch einzelne Beschlüsse auf regionaler Ebene aus. Schon jetzt ist aber absehbar, dass wir dieses Ziel in 2011 realisieren”, bemerkte Haasis.

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