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GASTKOMMENTAR: Wie Sie Lücken im Lebenslauf in einen Vorteil verwandeln

Aufgrund von Kündigungen, Arbeitsplatzverlust oder persönlichen Gründen sind Sie arbeitslos? Das sind alles völlig legitime Gründe. Nur leider sehen das Arbeitgeber oftmals anders.

Falls Sie sich beispielsweise um einen Job bei einer Investmentbank bewerben, dann werden Sie mit Sicherheit nach Lücken befragt. Doch es ist durchaus möglich, so manche Lücke in ein positives Unterscheidungsmerkmal zu verwandeln, wenn Sie die unten genannten Schritte beherzigen:

1. Wagen Sie sich aus der Defensive

Wenn Sie ohnehin nach der Lücke befragt werden, dann können Sie auch eine Antwort vorbereiten. Stehen oder sitzen Sie aufrecht und seien Sie weder ängstlich noch umschiffen Sie das Thema, sobald es angesprochen wird.

Falls ein Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch erkennt, dass es Ihnen unbehaglich wird und Sie den Augenkontakt verlieren, sobald das Gespräch auf die Lücke kommt, dann wird er nicht glauben, was Sie ihm erzählen. Vielmehr wird er wahrscheinlich nachfragen und noch mehr unangenehme Fragen stellen. Daher sollten Sie vorbereitet und entspannt sein und lediglich Ihre Geschichte erzählen.

2. Die Geschichte

Im Internet wimmelt es nur so vor Ratschlägen, wie Sie Fragen nach Lücken im Lebenslauf kontern können. Dies kann funktionieren, doch oftmals ist dies nicht der Fall, weil diese Ratschläge zwei Dinge nicht beachten:

a)Die individuellen Gründe für die Lücke

b)Die Anforderungen des Arbeitgebers, bei dem Sie sich bewerben

Statt eine vermeintlich gute Antwort aus dem Internet zum Besten zu geben, müssen Sie Ihre eigene Geschichte erzählen, erläutern was vorgefallen ist und was Sie gerade machen. Dabei müssen Sie besonders herausarbeiten, wieso diese Erfahrungen einen Vorteil für den potenziellen Vorgesetzten oder Arbeitgeber darstellen.

Wenn Sie eine Geschichte erzählen, die aufrichtig und ehrlich klingt, und Sie nicht als Opfer erscheinen lässt, dann bringt Ihnen das Sympathien ein und man glaubt Ihnen. Und wenn ich Sie mag und Ihnen glaube, dann bringe ich auch meinen Chef dazu, sich mit Ihnen – trotz seiner Vorbehalte – zu treffen.

Falls Sie mir jedoch eine abgedroschene Antwort aus dem Internet liefern, dann will ich mich nicht länger mit Ihnen beschäftigen, ganz gleich von welchem Wert dies erscheinen mag. Und wenn ich mich mit Ihnen nicht abgeben will, dann werde ich Sie auch nicht einstellen.

Sofern Sie sogar mit Recruitern sprechen, dann ist es noch wichtiger, eine prägnante Antwort parat zu haben, damit diese die Lücke ihren Kunden erläutern können.

3. Erzählen Sie keinen Unsinn

Ich habe schon Tausende an Vorstellungsgesprächen geführt – sowohl persönlich als auch telefonisch. Daher ist mein Radar für Unsinn sehr ausgeprägt. Ich kann so etwas schon recht früh erkennen und dies trifft auch auf andere erfahrene Gesprächsführer zu.

Versuchen Sie also Ihr Bestes und zeigen Sie sich von Ihrer Schokoladenseite, aber schwindeln Sie nicht.

Wir leben in einer hypervernetzten Welt und ich stelle recht schnell fest, dass Sie seit sechs Monaten zuhause sitzen und nicht durch Australien reisen. (Ja, genau das habe ich erlebt)

4. Verwandeln Sie die Lücke in ein Unterscheidungsmerkmal

Nachdem ich meinen Vollzeitjob als Recruiter in 2003 aufgegeben habe, genehmigte ich mir auch eine Auszeit, um meinen nächsten Schritt als Berater, Coach oder wie immer ich mich auch nennen mag zu durchdenken.

Während dieser reichlich unstrukturierten Zeit las ich riesige Mengen über Recruitment-Markt, Karrieremanagement und Probleme am Arbeitsplatz und folglich wuchs mein Wissen und ich wurde klüger.

Ich besuchte auch Branchenkongresse, Karrieremessen und konnte mein Netzwerk ausbauen. Ich verbrachte mehr Zeit mit meiner Familie und Freunden, wurde gesünder und entspannter. Somit wurde ich spezialisierter und meine mentale Stärke legte im Vergleich zu meinen Wettbewerbern zu, die auch weiterhin voll berufstätig waren.

Alle diese Punkte stellen für künftige Arbeitgeber und Kunden einen immensen Vorteil dar.

Und dies war genau der Ansatzpunkt, den ich bei den Treffen nutzte, um mich selbst und meine Beratungsdienstleistungen zu verkaufen. Natürlich haben einige Leute mich und meine Lücke im Lebenslauf nicht gemocht. Doch einige mochten mich, gerade wegen der Gründe, die ich oben dargestellt habe. Dabei handelt es sich genau um das Unterscheidungsmerkmal, das Sie benötigen, um hervorzustechen.

Also vergegenwärtigen Sie sich, was Sie während Ihrer Auszeit gemacht haben und identifizieren Sie die Vorteile, die dabei für potenzielle Arbeitgeber herausspringen können.

Weben Sie das in Ihre Geschichte ein und zwar auf eine Weise, die den Anforderungen der Leute, die vor Ihnen sitzen, entsprechen. Dadurch unterscheiden Sie sich von der großen Masse und werden interessanter.

Wenn Sie während Ihrer langen Jobsuche viel Zeit auf das Knüpfen von Kontakten verwenden, dann können auch spätere Arbeitgeber davon möglicherweise profitieren. Falls Sie neue Kompetenzen erworben haben, kann das Ihrem Arbeitgeber direkt zunutze kommen.

5. Seien Sie bereit, auch wegzugehen

Die oben genannte Taktik wird in vielen Vorstellungsgesprächen weiterhelfen. Doch manchmal wird auch dies nicht gelingen, was vollkommen in Ordnung ist.

Manche Leute kommen einfach nicht über die Tatsache hinweg, dass Sie eine Lücke in Ihrem Lebenslauf haben und werden Sie darum nicht einstellen. Vielleicht wollen Sie auch jemanden mit mehr aktueller Berufserfahrung und alles dreht sich darum.

Doch falls dies vorkommt, dann sollte Ihre Einstellung sein: “Das ist kein Problem. Damit schneiden sie schlecht ab und nicht ich.” So können Sie mit einem intakten Selbstbewusstsein weitermachen. Verbuchen Sie das als eine weitere Erfahrung in einem Vorstellungsgespräch.

Die Geschichte von der Lücke im Lebenslauf werden Sie auch in Zukunft immer mal wieder benötigen.

Sie sollten sich also nicht für Ihre Lücke schämen, sondern zu ihr stehen und auf diese stolz sein. Zeigen Sie den Leuten, dass es sich um einen Aktiv- und nicht um einen Passivposten handelt.

Sital Ruparelia hilft Berufstätigen in ihrer Karrieremitte bei erfolgreichen Karriereveränderungen in weniger Zeit und mit weniger Stress. Mehr finden Sie hier.

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