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Schlechte Morgan Stanley-Ergebnisse dürften Investmentbankern ihre Boni verhageln

Nachdem sämtliche wichtigen US-Banken in der laufenden Woche ihre Ergebnisse für das vierte Quartal 2013 präsentiert haben, folgt am heutigen Freitag (17. Januar) auch Morgan Stanley. Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von etwa 1,2 Mrd. Dollar verhagelten den Amerikanern gründlich das Ergebnis. Unter dem Strich verdiente Morgan Stanley zwischen Oktober und Dezember gerade einmal 133 Mio. Dollar; im Vorjahreszeitraum waren es noch 568 Mio. Dollar gewesen.

Dabei werden die Ergebnisse Morgan Stanleys gründlich durch die Bilanzierungseffekte des Debt Valuation Adjustment (DVA) verwässert. Doch wie bei den Mitbewerbern schnitt das Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rostoffen (FICC) im vierten Quartal schlecht ab. Dagegen klingelte die Kasse im Aktiengeschäft.

Klar ist auch, dass die Vergütungen im Investmentbanking von Morgan Stanley zusammengestutzt wurden, während sie im Asset und Wealth Mangement zulegten. Der Personalaufwand im Investmentbanking verminderte sich in 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent. Der Anteil der Vergütungen an den Erträgen stürzte sogar von 63 auf nur noch 44 Prozent ab.

Ganz anders im Investment Management-Geschäft. Dort kletterte der Personalaufwand im gleichen Zeitraum um stolze 41 Prozent, womit der Anteil an den Erträgen von 38 auf 40 Prozent zulegte. Auch im Wealth Management stieg der Personalaufwand um 6 Prozent; sein Anteil an den Erträgen belief sich hier auf 58 Prozent – die höchste Compensation Ratio unter allen Geschäftsbereichen.

Für die Bonuskürzungen dürfen sich die Investmentbanker bei den Rechtsanwälten bedanken. Während die Personalausgaben um 200 Mio. Dollar in 2013 sanken, kletterte der Sachaufwand im Investmentbanking um gewaltige 1,9 Mrd. Dollar. Mit diesem Geld muss Morgan Stanley für die Sünden der Vergangenheit büßen.

Vielleicht gibt es aber für die Investmentbanker des Hauses zumindest ein kleines Trostpflaster. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg plant Morgan Stanley sämtliche Boni für 2013 bis zur Höhe von 50.000 US-Dollar bar zu überweisen. Von variablen Vergütungen jenseits von 500.000 Dollar werden indes 98 Prozent lediglich in aktienbasierten Vehikeln gewährt.

Im Vergleich zu 2012 stellt dies tatsächlich eine Erleichterung dar, denn damals wurden sämtliche Boni jenseits von 350.000 komplett in aufgeschobenen, aktienbasierten Bestandteilen vergeben.

Morgan Stanley stellt leider keine Angaben zu den Mitarbeiterzahlen der einzelnen Geschäftsbereiche zur Verfügung, weshalb sich auch kein durchschnittlicher Personalaufwand pro Kopf ermitteln lässt.

Bei Betrachtung der Eigenkapitalrendite wird das schlechte Abschneiden der Investmentbanker verständlich. So liegt der Return on Investment im Investmentbanking bei winzigen 3 Prozent, während das Investment Management-Geschäft immerhin 18 Prozent generieren konnte. Aus der Perspektive der Aktionäre dürfte somit klar sein, wer mehr Geld verdient.

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