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GASTKOMMENTAR: Mein Director hat die Schwimmlehrerin seiner Tochter eingestellt

Ich habe alles gemacht, was erwartet wird: Ich arbeite für eine europäische Bank in der Londoner City, seit ich mit einem Traineeprogramm in 2009 eingestiegen bin. Im letzten Jahr wurde ich zum Associate befördert.

Bis vor Kurzem war ich der Überzeugung, dass die meisten Leute in der Londoner City über ein solches Absolventenprogramm eingestiegen sind. So ist mein vorheriger Manager über ein Traineeprogramm in 2002 eingestiegen und die meisten Leute scheinen direkt von der Uni gekommen zu sein.

Doch jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Im vergangenen Sommer hat eine neue Kollegin in unserem Team als Zeitarbeitskraft angefangen. Sie schloss ihr Studium an einer mittelmäßigen Business School ab und verfügt über keinerlei Arbeitserfahrung oder Praktika. Sie hat uns erzählt, dass sie keinerlei Vorstellungsgespräche erhalten habe, obgleich sie sich für Absolventenstellen beworben hätte.

Der einzige Grund, weshalb sie bei uns einen Job als Zeitarbeitskraft erhalten hat, bestand darin, dass sie der Tochter eines Direktors unseres Teams das Schwimmen beigebracht hat.

Das allein war schon ärgerlich genug, aber es sollte noch schlimmer kommen.

Anfang des Jahres hat die Bank bei dem Einsatz von Zeitarbeitskräften hart durchgegriffen. An diesem Punkt sollte man meinen, dass die Schwimmlehrerin gehen musste, doch das passierte nicht. Vielmehr wurde sie fest angestellt. Ihr direkter Vorgesetzter war dagegen und kündigte, doch das änderte nichts.

Noch ärgerlicher ist, dass sie deutlich mehr zu verdienen scheint als irgendeiner meiner Kollegen, der auf den klassischen Wegen eingestiegen ist. Sie hält sich auch nicht zurück, wenn die Gespräche auf das Thema Bezahlung kommen und ihre Vergütung scheint höher auszufallen als die von uns. Nach ihren eigenen Worten liegt das daran, dass wir Graduierte sind und sie nicht.

Ich finde das nur massiv erniedrigend. Wie kann es sein, dass jemand, der keinen Job über die üblichen Wege erhalten konnte, ganz an die Spitze springt? Offen gesagt lässt mich das sowohl an der Integrität des Unternehmens zweifeln, bei dem ich arbeite, als auch an den Vorteilen, ein Traineeprogamm absolviert zu haben.

Kommentare (4)

Comments
  1. Simple Answer: buddy-buddy beats diploma, papers, experience….glaubst Du wirklich noch an den Weihnachtsmann? Was glaubst Du denn wie Positionen “ganz oben”besetzt werden? Nach “Fähigkeit”? Nach “Erfahrung”? Nach “Background”? Du musst den richtigen buddy irgendwo haben und Du glaubst gar nicht, wie schnell Du aufsteigst…

  2. Willkommen in der Realität der Finanzindustrie.

    Die Dame wird einfach noch andere Kernkompetenzen haben…

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