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Zehn Fragen, mit denen Headhunter schlechte Kandidaten aussieben

Question mark

Ein Vorstellungsgespräch und ein erstes Treffen mit einem Headhunter gehorchen ganz unterschiedlichen Regeln. Während einige Fragen in einem Gespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber tabu sind, können sie doch einem Headhunter dabei helfen, den goldrichtigen Job für den Kandidaten zu finden. Wir haben Headhunter gefragt, welche Fragen Sie Bewerbern besonders gern stellen. Der Artikel stammt von unserem Asien-Redakteur Simon Mortlock; die meisten Fragen dürften aber in Europa ganz ähnlich gestellt werden.

1. Was stört Sie an dem Arbeitgeber und wie kann ich das entschärfen?

„Da ich gewissermaßen der Botschafters meines Kunden bin, möchte ich alle Sorgen ansprechen, bevor ich den Kandidaten vorstelle“, betont Headhunter Stanley Soh von Global Sage in Hongkong. „Wenn Ihre Sorgen unbegründet sind, dann kann ich diese entschärfen und damit sicherstellen, dass Sie gut informiert in das Vorstellungsgespräch gehen. Und falls es ungelöste Probleme geben sollte, dann kann ich diese dem Kunden mitteilen – ohne Ihren Namen zu nennen, um ihm einen Eindruck zu geben, wie er im Markt wahrgenommen wird.“

2. Welchen Beitrag haben Sie bei einem großen Investmentbanking-Deal geleistet und was haben Sie für den Kunden erreicht?

Glauben Sie ja nicht, dass Headhunter keine Fragen zum Geschäft stellen. Wenn Sie diese Frage überzeugend beantworten können, dann können Sie unter Ihren Mitbewerbern hervorstechen und es bereitet Sie für das eigentliche Vorstellungsgespräch vor, in dem der Arbeitgeber ganz genau wissen möchte, welchen Beitrag Sie zu den Erträgen geleistet haben. „Damit kann ich besser verstehen, woher Ihr Beitrag stammt, ob aus Ihren Beziehungen oder aus innovativen Lösungen. Auf gleiche Weise kann ich auch prüfen, wie Sie einen Deal durchführen und managen. Das gibt mir einen guten Einblick in Ihre Stärken und in Ihre Fähigkeit, Gewinne zu generieren“, erläutert Soh.

3. Was würde Ihr aktueller Arbeitgeber über Sie sagen?

Laut Headhunter Vince Natteri von Pinpoint Asia in Hongkong stellt diese Frage eine Steilvorlage dar, um sich gegenüber dem Recruiter in ein gutes Licht zu rücken. Optimalerweise sollten Sie Ihren Chef beschreiben lassen, wie Sie mit einer Reihe von Leistungen zum Unternehmenserfolg beigetragen haben. „Kandidaten, die mit ihrem Vorgesetzten nicht so gut ausgekommen sind, haben mit dieser Frage eher Schwierigkeiten. Doch einem Recruiter hilft dies dabei, etwaige Probleme in Ihrem alten Job aufzuspüren“, sagt Natteri.

4. Weiß Ihre Familie, dass Sie Ihren Job wechseln wollen und was denkt sie darüber?

Ein Gespräch mit einem Recruiter ist weniger strukturiert und stressig als ein richtiges Vorstellungsgespräch. Die Kehrseite dieses informellen Gesprächs: Es erlaubt dem Headhunter Fragen zu Ihrem Privatleben zu stellen. „Diese Frage ist vor allem in Asien sehr wichtig, wo die Familien oft einen großen Einfluss auf die Karriereentscheidungen eines Kandidaten ausüben“, erzählt Headhunter James Incles von ESG Search in Hongkong. „Ein gutes Beispiel stellt hierfür dar, wenn ein Kandidat darüber nachdenkt, von einem inländischen zu einem ausländischen Unternehmen zu wechseln. Das wird manchmal von der Familie nicht positiv aufgenommen.“

5. Was wollen Sie mit Ihrem nächsten Karriereschritt erreichen?

Diese Frage zielt auf Ihre Motivation für den Jobwechsel ab. „Wir nutzen eine eigene Methode, die wir CLAMPS nennen: Challenge, Location, Advancement, Money, People und Security. Dabei sprechen wir mit dem Kandidaten darüber, wie wichtig ihm diese sechs Faktoren für seinen Karriereschritt sind“, sagt Headhunterin Christine Raynaud von der MRIC Group in Schanghai. „Einigen Leuten geht es hauptsächlich ums Geld, anderen um die Unternehmenskultur oder um den Wechsel zu einem bestimmten Standort aus familiären Gründen.“

6. Gibt es etwas in Ihrem Privatleben, was Sie von einer Veränderung in Ihrer Karriere abhält?

„Wir stellen diese Frage, um die wirklichen Gründe herauszufinden, wieso ein Kandidat bereit ist, seine aktuelle Stelle zu kündigen und eine neue Chance zu ergreifen“, sagt Raynaud.

7. Wie würden Sie auf ein Gegenangebot reagieren?

Diese Frage zielt in die gleiche Richtung wie die vorangehende; allerdings ist sie weitaus konkreter gefasst. Es kann schon ein wenig vorschnell sein, eine solche Frage zu beantworten, bevor überhaupt ein konkretes Angebot vorliegt. Allerdings sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass viele Headhunter es abgrundtief hassen, wenn ihnen im letzten Augenblick noch ein Kandidat aufgrund eines Gegenangebots abspringt. „Dies gibt oft Hinweise darauf, wie ernst Sie es meinen, entweder durch Ihre Antwort oder Ihre Gestik“, sagt Headhunter Alistair Ramsbottom von der Blacklock Group in Schanghai. „Leute, die es wirklich ernst meinen, lehnen ein Gegenangebot einfach ab. Weniger glaube ich hingegen den Leuten, die bei der Antwort straucheln.“

8. Worin bestehen Ihre langfristigen Karriereziele?

„Ich stelle diese Frage üblicherweise, um herauszubekommen, ob es ein Ziel gibt, auf das Sie zuarbeiten und ob die Stelle aus Motivationssicht das Richtige darstellt, um dieses Ziel zu erreichen. Außerdem hilft dies bei der Entwicklung der Strategie für die Jobsuche“, sagt Headhunterin Rachel Liu von Profile Search & Selection in Singapur. „Wenn Sie sich gerade nach einer Stelle in Asset Management Operations umschauen, Ihr langfristiges Ziel aber darin besteht, Projektmanager zu werden, dann erlaubt mir diese Frage, eine passendere Stelle zu finden.“

9. Gibt Ihnen die Stelle die Möglichkeit, Ihre Ziele zu erreichen?

„In Asien drehen sich die Vorstellungsgespräche oftmals zu sehr um die unmittelbaren Bedürfnisse der Bank – Kann der Bewerber den Job erledigen? – und nicht um die weiteren Karriereambitionen des Kandidaten“, beobachtet Headhunter Nick Wells von Webber Chase in Singapur. „Und Kandidaten in Asien hüten sich oftmals davor, in einem Vorstellungsgespräch mit der Bank ihre größeren Ziele zu skizzieren. Doch gute Headhunter können Fragen stellen, die die Ziele der Bank und des Kandidaten in Übereinstimmung bringen.“

10. Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?

Es grenzt schon an Suizid, seine Gehaltsvorstellungen bereits im ersten Vorstellungsgespräch mit einem Arbeitgeber auf den Tisch zu legen. Doch wenn Sie einen Recruiter zum ersten Mal treffen, dann müssen Sie mit dieser Frage rechnen. „Die Vergütung stellt immer noch den wichtigsten Motivationsgrund für eine berufliche Veränderung im Banking dar“, sagt Wells. „Banken wollen meist Talente zu den geringsten Kosten haben. In Asien zögern die Leute ganz besonders, dies vor den letzten Stadien anzusprechen. Headhunter können daher beiden Seiten viel Zeit sparen, wenn sie bei den Gehalts- und Bonuserwartungen auf eine Übereinstimmung achten.“

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