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Wie Sie sich im neuen Jahr einen Job im boomenden Asien sichern

hongkong

Falls es auch zu Ihren Neujahrvorsätzen zählt, aus dem kleinbürgerlichen Deutschland zu entkommen und eine Karriere im boomenden Asien zu starten, dann stehen Sie vor großen Herausforderungen. Denn auch die asiatischen Banken agieren bei ihrer Personalpolitik zunehmend kostenbewusst und heuern lieber günstige Arbeitskräfte aus der Region als teure Expats aus dem Westen an. Darüber hinaus vergeben wichtige Länder wie z.B. Singapur immer weniger Arbeitsvisa. Dennoch gibt es in Asien immer noch große Chancen. Wir haben zwölf Tipps zusammengestellt, wie Sie sich einen Traumjob in Singapur oder Hongkong sichern:

1. Wechseln Sie das Land und nicht das Unternehmen

„Mein erster Rat an Banker, die nach Asien gehen wollen, lautet, dass Sie zunächst alle Wege für einen internen Transfer bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber ausloten sollten“, empfiehlt Headhunter Jack Bennett von Lionrock International in Hongkong. „Selbst wenn Sie Ihre langfristige Zukunft nicht dort sehen, stellt es doch noch immer den leichtesten Weg dar, um den ersten Schritt zu tun.“

2. Haben Sie große Namen in Ihrem Lebenslauf

Bei einem winzigen westlichen Institut gearbeitet zu haben, stellt für eine asiatische Bank keine große Verlockung dar. „Tauchen Sie nicht in Asien auf, ohne einige große Dinge in Ihrem Lebenslauf zu haben: Riesenprojekte, große Geschäfte, wichtige Abschlüsse oder Großkunden“, warnt Management-Consultant Andrew Eagle aus Hongkong. „Vielleicht haben Sie Glück und werden von jemandem zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, der profunde Kenntnisse über Ihren Heimatmarkt mitbringt. Wahrscheinlich ist jedoch, dass sie Ihre Spielchen in einem Nischenmarkt tausende von Kilometern weit weg nicht sonderlich schätzen.“

3. Besorgen Sie sich eine asiatische Telefonnummer

„Der größte Fehler besteht darin, dass Kandidaten, die Hongkong besuchen, sich keine lokale SIM-Card beschaffen“, erzählt Headhunter Matthew Hoyle von Matthew Hoyle Financial Markets in Hongkong. „Wenn Arbeitgeber eine ausländische Telefonnummer sehen, dann sind sie wenig geneigt, den Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen“, ergänzt Hoyle. „Einige Leute geben die Telefonnummer eines Freundes in Hongkong an. Auch das kann hilfreich sein.“

4. Seien Sie kein Flüchtling

Wenn Sie Recruiter oder Banken in Asien treffen, dann ist es nicht ratsam, über den Westen zu jammern. Damit zeigen Sie sich als Flüchtling, dessen Motivation nur negativ ist. „Wenn Sie sagen ‚Ich habe die Nase von Europa voll‘, dann landen Sie damit keinen Treffer“, prophezeit Hoyle. „Es geht nicht darum, wieso Sie Europa verlassen wollen, sondern darum, was Sie für Ihren potenziellen Arbeitgeber leisten können.“

5. Nehmen Sie sich Zeit

Ausländische Bewerber, die eine gewisse Zeit in Asien verbringen, erhalten eher einen Job als Kandidaten, die nur zum Vorstellungsgespräch einfliegen, sagt Headhunterin Amanda Lote von Lote & Partners in Hongkong. „Dies verlangt Ressourcen und Einsatz – mehrfache Besuche, ein unbezahltes Praktikum oder einfach nur drei Monate Klinkenputzen, um Arbeit zu finden“, ergänzt Lote. „Auch einen Plan auszuarbeiten – ‚ich will an Ort X zur Zeit Y sein, um Z zu machen‘ – kann Ihre Chancen erhöhen.“

6. Verlassen Sie sich nicht auf Headhunter

„Ausländische Bewerber müssen bei ihrer Suche weitaus pro-aktiver und systematischer vorgehen“, betont Lote. „Legen Sie eine Excel-Tabelle mit Ihren Wunscharbeitgebern an und dokumentieren Sie Ihren Fortschritt. Treffen Sie sich auf einen Kaffee oder zum Mittagessen mit jeder relevanten Person in Ihrer Kontaktliste. In schwierigen Zeiten ist eine Bewerbung über das Netzwerk erfolgreicher als bloß passiv darauf zu warten, dass ein Headhunter etwas für Sie findet.“

7. Vergessen Sie „internationale Erfahrung“

Erzählen Sie niemals, schon gar nicht einem Recruiter oder in einem Vorstellungsgespräch, dass Sie „irgendwelche“ internationale Erfahrung suchen. „Vermeiden Sie den Eindruck, dass Sie nicht von Asien überzeugt sind. Wenn Sie zeigen, dass Sie bereit sind, irgendwo in der Welt zu arbeiten, dann werden Sie hier keinen Job finden“, betont Headhunterin Kathy Togni von Togni & Zhao in Hongkong.

8. Sprechen Sie bei Vorstellungsgesprächen viel über Asien

„Sie müssen Verbindungen zu der Region zeigen“, rät Togni. „Familiäre Verbindungen sind am besten. Abgesehen davon sind eine asiatische Sprache zu sprechen, bereits mit Asien beruflich zu tun gehabt zu haben oder schon einige Zeit in Asien verbracht zu haben, ebenfalls gut.“

9. Vergessen Sie nicht Ihre Familie

Headhunter und Arbeitgeber werden Sie fragen, wie der Wechsel nach Asien zu Ihrer familiären Situation und zu Ihrem Lebensstil passt. „Falls Sie keine überzeugende Antwort parat haben, dann wird Ihre Bewerbung wahrscheinlich erfolglos bleiben“, meint Mike Jones, der früher für die Bank ANZ in Asien gearbeitet hat und heute das Consulting-Unternehmen Connected Analytics in Melbourne betreibt. „Wenn Sie sagen, dass es nur um ein paar Jahre geht und Freunde haben, die gerne in Singapur leben, dann punkten Sie damit nicht.“

10. Seien Sie flexibel

Banken in Asien stellen nur Ausländer ein, die sich an eine andere Arbeitskultur anpassen können. Deswegen fragen Sie Bewerber auch nach ihrer Flexibilität, erzählt Jones. „Streichen Sie heraus, wo Sie Flexibilität bewiesen haben. Falls Sie sich an herausfordernde Situationen anpassen mussten – sei es persönlich oder beruflich – dann sollten Sie das erwähnen. Falls dies Reisen oder andere Kulturen einschloss, umso besser.“

11. Verlangen Sie kein Umzugspaket

Sofern Sie nicht unmittelbar vor der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrags stehen, sollten Sie keinesfalls fragen, ob Ihnen die Bank bei einem Umzug nach Asien helfen kann. „Die einzigen Leute, die heutzutage Umzugspakete erhalten, sind interne Mitarbeiter. 95 Prozent der externen Neueinstellungen erhalten dies nicht“, beobachtet Hoyle.

12. „Mandarinkenntnisse erforderlich“ ist wörtlich zu verstehen

So mancher westliche Kandidat verschwendet seine Zeit damit, sich auf Stellen zu bewerben, für die er überhaupt nicht infrage kommt. „Beispielsweise ignorieren manche Kandidaten einfach, dass Chinesischkenntnisse ein wesentlicher Bestandteil des Stellenprofils ausmachen“, erzählt ein Headhunter aus Hongkong, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Sie gehen fälschlicherweise davon aus, dass ihre Berufserfahrung aus London, New York oder Paris dies kompensieren würde.“

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