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Wer in 2014 die meisten Stellen in Deutschland schafft

prognose2014

Das alte Jahr endete auf dem Arbeitsmarkt für Finanzprofis versöhnlich. So berichten einschlägige Headhunter, dass sich ihr Geschäft im Jahresverlauf deutlich aufgehellt habe. Allerdings zeigen die langfristigen Beschäftigungstrends in der Branche eher nach unten. Dennoch gibt es Unternehmen, die in 2014 einen Personalaufbau planen und nicht nur freiwerdende Stellen wiederbesetzen wollen. Wir haben die wichtigsten „Stellenschaffer” zusammengestellt.

1. EZB sucht nach 1000 Mitarbeitern für die Bankenaufsicht

Ende 2014 soll die Europäische Zentralbank (EZB) die Aufsicht über die rund 130 größten Banken der Eurozone übernehmen, so will es die EU. Dazu muss die EZB binnen nicht einmal zwölf Monaten rund 1000 Mitarbeiter anheuern. „Bei den 1000 Stellen handelt es sich zum einen um etwa 770 Stellen in der Bankenaufsicht selbst und um rund 230 Stellen in anderen Bereichen, die Services für die Bankenaufsicht übernehmen, z.B. Statistik, Recht, IT, Personalabteilug etc.“, erläuterte Caroline Willeke, EZB-Projektleiterin für das Recruitment für die Bankenaufsicht, im Gespräch mit eFinancialCareers.

2. HSBC Trinkaus sucht nach 500 Beschäftigten fürs Mittelstandsgeschäft

Bei HSBC Trinkaus bläst man zum Angriff auf die deutsche Mittelstandskundschaft. Derzeit beschäftigt das Unternehmen zwischen Flensburg und Rosenheim gut 2400 Mitarbeiter. Und in den nächsten drei Jahren solle 500 hinzukommen. „Mehr als die Hälfte der 500 Neueinstellungen planen wir bereits für das nächste Jahr; in den darauffolgenden drei Jahren nimmt die Zahl der geplanten Rekrutierungen ab“, sagt HSBC Trinkaus-Chef Andreas Schmitz.

„Anteilig suchen wir für das Firmenkundengeschäft die meisten Mitarbeiter. Aber auch für unseren Bereich Global Markets – also für den Vertrieb, die Strukturierung und den Handel von Kapitalmarktprodukten -, für unsere Functions und die Back Office-Bereiche benötigen wir neue hoch qualifizierte Mitarbeiter, vor allem für IT, Finance und Risk“, erläutert Schmitz.

„Die Verstärkung für Front- und Back Office-Bereiche wird etwa gleich hoch ausfallen. Gefragt sind sowohl erfahrene Mitarbeiter, hoch spezialisierte Experten als auch ambitionierte Hochschulabsolventen.“ Überdies wolle HSBC Trinkaus vier neue Filialen in Dortmund, Hannover, Mannheim und Nürnberg eröffnen.

3. BNP Paribas sucht nach 500 Mitarbeitern für Wachstumsschub

Ganz ähnliche Pläne hegt die französische Großbank BNP Paribas in Deutschland, wobei ebenfalls das Mittelstandsgeschäft im Zentrum der Begehrlichkeit steht. Derzeit beschäftigen die Franzosen hierzulande rund 3500 Mitarbeiter an 17 Standorten. Als eine der ersten Maßnahmen wird das Institut Anfang des Jahres eine neue Niederlassung in Hannover eröffnen. Ein konkreter Termin steht laut einem Unternehmenssprecher noch nicht fest.

„Dabei ist Deutschland in der europäischen Wachstumsstrategie der Gruppe ein sehr wichtiger Markt, der in den kommenden Jahren noch weiter gestärkt werden soll. Deswegen werden wir in Deutschland 500 weitere Arbeitsstellen schaffen und unser Angebot sowie die bereits erreichten Marktpositionen ausbauen“, erläuterte BNP Paribas-Personalchef Carsten Esbach in einem Interview mit eFinancialCareers. „Gerade in den Bereichen der Kundenbetreuung, sowohl im Privat-, als auch im Firmenkundengeschäft wird es mit Sicherheit starkes Wachstum geben.“

4. EY schafft einige hundert neue Stellen

Gute Stimmung verbreitete EY-Deutschland-Chef Georg Graf Waldersee bei der Bekanntgabe der Umsatzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr: „Eine stabile konjunkturelle Entwicklung vorausgesetzt, werden wir im laufenden Geschäftsjahr insgesamt bis zu 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen.“

Da die Big 4 traditionell eine recht hohe Mitarbeiterfluktuation aufweisen, dürfte jedoch ein Großteil auf die Widerbesetzung frei werdender Stellen entfallen. So hatte das früher als Ernst & Young bekannte Unternehmen im alten Geschäftsjahr in Deutschland auch schon 1200 Leute angeheuert. Allerdings wuchs damit die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 200 auf gut 7900 Beschäftige an.

5. Auch Deloitte schafft hunderte an Stellen

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Deloitte. Das Unternehmen plant im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 etwa 800 Hochschulabsolventen sowie 200 berufserfahrene Mitarbeiter einzustellen. Eine Deloitte-Sprecherin betonte, dass die Mitarbeiter-Fluktuation in Deutschland im Vergleich zu angelsächsischen Ländern gering ausfalle. „Bei uns findet immer ein Aufbau statt“, sagte die Sprecherin. In der Tat ist die Mitarbeiterzahl von Deloitte Deutschland allein im alten Geschäftsjahr 2012/13 um gut 400 Beschäftigte gestiegen.

Auch bei PwC und KPMG wird es in 2014 reichlich Neueinstellungen geben. So plant allein KPMG rund 1500 Mitarbeiter zu rekrutieren, wie ein Sprecher sagte. Bei PwC sind 1000 Neueinstellungen geplant. Unklar bleibt allerdings, ob unter dem Strich tatsächlich ein Aufbau stattfindet.

6. Capco sucht mindestens 125 Leute für Deutschland

Bei Capco handelt es sich um ein internationales Beratungsunternehmen allein für die Finanzdienstleistungen. „In diesem Jahr haben bei Capco bereits 125 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag unterschrieben“, sagt Judith Kederer, Capco-Personalchefin für Kontinentaleuropa. „Für 2014 gehen wir für Deutschland von einer ähnlich hohen oder sogar noch größeren Zahl an Neueinstellungen wie in diesem Jahr aus.“

7. Targobank sucht 60 bis 120 Vertriebsmitarbeiter für neue Filialen

Während die meisten Retailbanken eine Filiale nach der anderen schließen, weitet die Targobank ihr Netz aus. In 2014 sollen weitere zwölf Filialen hinzukommen. Laut einem Unternehmenssprecher müsse man pro Filiale mit fünf bis zehn Mitarbeitern rechnen, was 60 bis 120 Stellen bedeutet. Gesucht würden immer gute Vertriebsprofis im Privatkundengeschäft.

Und das Beste zum Schluss

In der Liste sind nur Banken und andere Arbeitgeber erhalten, die in 2014 tatsächlich einen Mitarbeiteraufbau planen. Selbstverständlich stellen auch Banken ein, obwohl die Mitarbeiterzahl gleichbleibt oder sogar sinkt. So hat die Commerzbank im alten Jahr angekündigt, 5200 Stellen streichen zu wollen. Dennoch will die Bank in Wachstumsbereichen bis zu 1000 Vollzeitstellen schaffen. Ein Extremfall stellt die HSH Nordbank dar. Die Krisenbank hat in 2012 exakt 561 Stellen abgebaut, gleichzeitig aber 132 Neueinstellungen vorgenommen. Es bleibt also noch Hoffnung.

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