☰ Menu eFinancialCareers

Credit Suisse streicht Vergütungen um 9 Prozent: Weshalb es dennoch keinen Grund für Tränen gibt

Der Einbruch des Credit Suisse-Vorsteuergewinns um 24 Prozent auf 5,233 Mrd. Franken kommt jetzt auch bei den Mitarbeitern an. Laut dem am heutigen Donnerstag (24. März) vorgelegten Vergütungsbericht in 2010 bekommen die Mitarbeiter durchschnittlich 9 Prozent weniger überwiesen.

Dabei brachen die Bonuszahlungen mit einem Minus von 27 Prozent besonders stark ein. Da jedoch die Fixgehälter in 2010 erhöht wurden, um den Risikoappetit der Banker zu zügeln, fallen die realen Bonuskürzungen tatsächlich nur um 15 Prozent.

“Zu den Änderungen, die wir im vergangenen Jahr vornahmen, zählten eine Erhöhung der Basissaläre und eine entsprechende Verringerung der leistungsabhängigen, dem Ermessen überlassene Vergütung, um für eine ausgewogenere Mischung zwischen fixer und variabler Vergütung zu sorgen”, heisst es in dem Bericht.

Bis 50.000 Franken werden alle Boni cash ausbezahlt

Von den gut 50.000 Beschäftigten durften sich indes 44.400 über einen Bonus freuen, der bis zu einer Höhe von 50.000 Franken cash überwiesen wurde. 11.800 Mitarbeiter kassierten indes variable Vergütungen von mehr als 50.000 Franken, wovon 35 Prozent über drei Jahre zeitverzögert ausgezahlt werden. Ab einem Bonus von 125.000 Franken erhöht sich der aufgeschobene Anteil auf 65 Prozent und ab 750.000 Franken auf stolze 70 Prozent.

Dazu macht die Credit Suisse eine Beispielrechnung für einen Mitarbeiter mit einem Bonus von 250.000 Franken auf: Für die ersten 125.000 Franken beläuft sich die aufgeschobene Vergütung auf 43.750 und für die zweiten 125.000 auf 81.250 Franken. Unter dem Strich erhält dieser Beschäftige also 125.000 Franken in bar und weitere 125.000 Franken über verschiedene Instrumente aufgeschoben ausbezahlt.

Allerdings gibt es auch einen Deckel für die Barauszahlung, worauf die Credit Suisse explizit hinweist: “Die Höhe der variablen Vergütung, die frei verfügbar in bar ausbezahlt wurde, unterlag einer Obergrenze von CHF 2 Mio.”

Bei Riesenverlusten drohen nur Miniabzüge

Wer jedoch die Bank zwischenzeitlich verlässt, muss mit einer Aberkennung der erteilten aufgeschobenen Bonusansprüche rechnen. Auch falls die Division, in der man beschäftigt ist, rote Zahlen schreibt, wird gekürzt. Dabei fasst die Credit Suisse ihre Mitarbeiter indes mit Samthandschuhen an. Denn wenn eine Division – wohl gemerkt nicht die Gesamtbank – einen Verlust von bis zu 1 Mrd. Franken schreibt, vermindern sich die aufgeschobenen Bonusansprüche um bescheidene 15 Prozent.

Der besagte Beispielmitarbeiter mit einem 250.000 Franken Bonus müsste also lediglich auf 18.750 Franken verzichten. Der Anteil der Bonusminderungen erhöht sich sukzessive mit dem Verlust. Die gesamten aufgeschobenen Ansprüche verfallen indes erst, wenn die Geschäftseinheit einen Verlust 6,7 Mrd. Franken oder mehr anhäuft.

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier