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Finanzdienstleistern sei Dank: Big 4 blasen zur Einstellungsoffensive in der Schweiz

Swiss flag

Während Schweizer Banken reihum die Axt an den Mitarbeiterstamm legen, suchen die Big 4 und andere Beratungsunternehmen händeringend nach Personal. Allein im laufenden Geschäftsjahr will die Beratungsbranche eine vierstellige Zahl an Mitarbeitern anheuern. Das Pikante daran: Beide Entwicklungen sind miteinander verknüpft, denn die Consulting-Unternehmen verdienen mit den zahllosen Umstrukturierungen bei Schweizer Finanzdienstleistern gutes Geld.

Bei EY und KPMG sind Finanzdienstleister für 40 Prozent des Umsatzes verantwortlich

So kletterte der Umsatz bei Deloitte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 11 Prozent auf 377 Mio. Franken, bei EY um 6,7 Prozent auf 569 Mio. Franken, bei PwC um 5 Prozent auf 778 Mio. Franken und bei KPMG um 3,3 Prozent auf 445 Mio. Franken.

Obgleich die Big 4 Unternehmen aller erdenklichen Branchen zu ihren Kunden zählen, wird das große Geld doch mit den Finanzdienstleistern verdient. Denn allein auf Banken, Versicherungen usf. entfielen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei KPMG z.B. 42 und bei EY 40 Prozent des Gesamtumsatzes – wahrlich kein Kleingeld, zumal der Anteil der Finanzdienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt weitaus geringer ausfällt.

Besonders kräftiges Wachstum im Beratungsgeschäft

Neben dem traditionellen Geschäft der Big 4 mit Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung gewinnt die Beratungstätigkeit rasant an Bedeutung. Bei EY legte der Umsatz in dem Bereich um 21 Prozent auf 133 Mio. Franken zu, bei KPMG um 17 Prozent auf 65 Mio. Franken und bei PwC um 8 Prozent auf 121 Mio. Franken. Für diesen Aufschwung dürfte der Beratungsbedarf der Finanzdienstleistungen eine große Rolle spielen. Entsprechend klettert auch der Personalstand im Beratungsgeschäft. Bei Deloitte versechsfachte sich z.B. die Mitarbeiterzahl der Sparte innerhalb von fünf Jahren von 50 auf 300 Beschäftigte.

Welche Einstellungen die Big 4 planen

Laut Marcel Stalder, Leiter des Financial Services Organisation (FSO) bei EY Schweiz beschäftigte sein Bereich im vergangenen Geschäftsjahr 2012/13 stolze 535 Mitarbeiter. FSO investiere im laufenden Jahr in 50 neue Arbeitsplätze. Angesichts einer Fluktuationsrate von 15 Prozent bedeute dies einen Einstellungsbedarf von 135 Personen.

„Unsere gezielten und frühzeitigen Investitionen in die Geschäftsfelder Unternehmensentwicklung, Data-Management sowie Business-, Finance-, Risk- & Regulatory Transformation haben sowohl im grenzüberschreitenden Bankgeschäft als auch im Versicherungsgeschäft diese Entwicklung ermöglicht“, erläutert Stalder. „Durch die personelle Verstärkung des Führungsteams sowie unsere integrierten, branchenspezifischen Lösungen sind wir bestens gerüstet, um den Wachstumskurs fortzusetzen und unsere Marktführerschaft in der Schweiz im Bereich Financial Services weiter auszubauen.“

Auch laut Daniel Huber, Leiter HR-Marketing & Recruitment bei KPMG Schweiz geht die Einstellungsoffensive weiter. „Wir rechnen auch für das aktuelle Geschäftsjahr mit gleichbleibenden Einstellungszahlen von ca. 450 bis 500 im Total“, sagt Huber, wobei das Beratungsgeschäft besonders gut abschneide. „Für Advisory erwarten wir etwas höhere Einstellungszahlen, weil dieser Geschäftsbereich ausgebaut wird“, ergänzt Huber.

PwC kündigte wiederum an, im Geschäftsjahr 2013/14 voraussichtlich insgesamt 650 Mitarbeiter anzuheuern, wovon 100 bis 150 Praktikanten wären.

Beispiel Capco: Wie kleinere Anbieter ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen

Doch nicht nur die Big 4 heuern kräftig an. Auch kleinere auf Finanzdienstleistungen spezialisierte Consulting-Unternehmen blasen zur Einstellungsoffensive. So ist beispielsweise Capco seit 2008 in der Schweiz an den Standorten Genf und Zürich vertreten und will sich ein gehöriges Stück vom Kuchen abschneiden. „Wir befinden uns weiter auf Wachstumskurs. 2014 wollen wir personell gesehen um bis zu 50 Prozent wachsen“, betont die Capco-Personalchefin für Kontinentaleuropa  Judith Kederer.

„Die Nachfrage nach komplexen Beratungs- und Transformationsdienstleistungen steigt bei unseren Schweizer Kunden stetig. Das liegt daran, dass Finanzinstitute dort vor enormen Herausforderungen stehen. So nehmen etwa die regulatorischen Anforderungen stark zu und verschärfen den Kostendruck nochmals“, erläutert Kederer. „Fakt ist: Finanzinstitute sind gezwungen, ihre Tätigkeiten und Prozesse an die neuen Marktgegebenheiten anzupassen, um profitabel zu bleiben. Eine große Rolle spielt dabei die IT. Es ist für die Institute essenziell, diese an die neuen Anforderungen anzupassen.“ Und dies bedeutet neue Arbeitsplätze – nicht bei Banken, sondern bei Beratungsunternehmen.

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