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GASTBEITRAG: Wie männliche Banker unbewusst die Karrieren ihrer Kolleginnen ruinieren

Frauen müssen nicht in Watte gepackt werden.

Frauen müssen nicht in Watte gepackt werden.

Falls Sie in den Finanzdienstleistungen arbeiten, dann spielt Höflichkeit eine große Rolle. Allerdings kann man es auch übertreiben – besonders wenn Sie der Vorgesetzte von Frauen sind.

Männer verhalten sich gegenüber Frauen instinktiv höflicher als gegenüber Männern. Eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten in den Finanzdienstleistungen haben die Angelegenheit nur noch schlimmer gemacht – und nicht etwa besser. Wenn Frauen von Männern kritisiert werden, empfinden sie die Kritik als schlimmer als Männer, die meist wesentlich offener miteinander umgehen.

Wenn wir davon ausgehen, dass Frauen ebenso kompetent wie Männer sind, dann müssen sie ebenso häufig für ihre Fehler gerügt werden. Das muss nicht gleich aufs Anschreien hinauslaufen. Vielmehr geht es darum, ein hilfreiches Feedback zu geben. Doch wie die Dinge nun einmal laufen, verhalten sich Männer gegenüber ihren Kolleginnen als zu höflich, womit sie jungen Bankerinnen wichtiges Feedback vorenthalten.

So wurde ich selbst einmal gefragt: „Dominic, würdest Du nicht glücklicher sein, wenn Du etwas machst, das Dir liegt?“ Dies half mir dabei, meine Arbeit neu auszurichten und die Neuausrichtung ersparte mir eine Menge schmerzlicher Fehler.

Die Abneigung männlicher Banker, ihre Kolleginnen auf die gleiche Weise zu kritisieren wie ihre männlichen Kollegen, kann somit zu ganz eigenen Problemen führen. Die Kritik staut sich an, bis sie sich explosionsartig entlädt. Auch kann sich eine Frau (oder ihr Anwalt) erst beschweren, wenn sie durch einen schlechten Bonus oder sogar eine Kündigung erfahren hat, dass ihre Arbeit nicht in Ordnung war.

Ja, ich schreibe dies als Mann. Ich sage nur, was sich viele Männer nicht öffentlich zu sagen trauen.

Um Karriere zu machen, ist es erforderlich, in seinem Job besser zu werden. Und vor allem muss man auf eine Art und Weise besser werden, dass es der Vorgesetzte auch erkennt. Niemand kann wirklich erkennen, was „gut“ heißt, wenn er keinerlei Feedback erhält. Aber ein Großteil von Kritik fällt naturgemäß negativ aus.

Falls Sie also selbst eine Frau sind und in den Finanzdienstleistungen arbeiten, dann müssen Sie Ihrem Vorgesetzten auch signalisieren, dass Sie kritikfähig sind und nicht gleich beleidigt sind. Denn Ihr Vorgesetzter will sicherlich nicht die Personalabteilung auf seinen Hacken haben und versucht schon seit Ewigkeiten Frauen wie Damen zu behandeln. Er ist auf Ihre Hilfe angewiesen.

Dominic Connor arbeitet als Headhunter für Quants und alle Leute, die Mathematik in den Finanzdienstleistungen missbrauchen. Er lehrt auch die Programmiersprache C++.

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