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Nur die besten Fondsprofis verdienen in der Finanzkrise besonders gut

Auf den Gehaltszetteln von Portfoliomanagern und Vertriebsprofis scheint die Finanzkrise noch nicht angekommen zu sein. Lediglich die Schwankungsbreite zwischen der Entlohnung leistungsstarker Fach- und Führungskräfte und ihrer weniger erfolgreicher Kollegen ist größer geworden. Den zuvor auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragten Fondsbuchhaltern drohen hingegen Entlassungen und Gehaltseinbußen.

Dies geht aus der aktuellen Gehaltsstudie der Unternehmens- und Personalberatung MJ Consult Junges & Schüller in Bad Homburg hervor. Dabei wurden 260 Personen aus 18 in Deutschland ansässigen Großbanken und Fondsgesellschaften befragt.

Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise müssen gute Fondsmanager und Vertriebskräfte nicht am Hungertuch nagen. Wer als Leiter Portfoliomanagement erfolgreich ist, kann in der Spitze 400.000 Euro im Jahr verdienen. Davon machen Fixum und Bonus jeweils die Hälfte aus.

Die Schwankungsbreite ist jedoch seit der Krise größer geworden, sagt Thomas Schüller, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens. Nur die Hälfte der leitenden Portfoliomanager verdient 270.000 Euro und mehr.

Im Fondsvertrieb liegen die Spitzenjahresgehälter der Senior-Mitarbeiter im institutionellen Geschäft bei 295.000 Euro, davon sind 165.000 Euro Fixum und 130.000 Euro Bonus. Die Hälfte der Senior-Vertriebsmitarbeiter verdient jedoch weniger als 210.000 Euro im Jahr.

“Wer in den fallenden Märkten eine deutliche Outperformance oder sogar positive Erträge generieren konnte, hat auch weiterhin gute Karriereaussichten und darf sich einer entsprechenden Entlohnung erfreuen”, so Schüller.

Für die breite Masse der Portfoliomanager mit der durchschnittlich eher schlechten Performance würden sich jedoch deutliche Abstände zu den Outperformern ergeben. Als Bewertungskriterium gewinne dabei die Risiko-Rendite-Stabilität an Bedeutung.

Zudem führe die zunehmende Orientierung an Absolute-Return-Strategien, mit denen sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten Gewinne erzielt werden können, zu einer “belebteren Nachfrage nach Portfoliomanagern mit eindeutig quantitativem Hintergrund”, so Schüller.

Wer aktiv von einem Konkurrenten abgeworben wird, kann sich in der Regel auf einen hübschen Aufpreis zum bisherigen Gehalt freuen. Dieser liegt nach Angaben von MJ Consult zwischen 15 und 20 Prozent.

Das Risikomanagement scheint Banken und Fondsgesellschaften hingegen weniger wert zu sein: Top-Risikomanager verdienen 116.000 Euro jährlich. Die Hälfte aller Risikomanager muss sich mit einem Jahresgehalt unter 85.000 Euro zufrieden geben.

Auch Fach- und Führungskräfte im Bereich der Fondsbuchhaltung sind nicht mehr so gefragt wie früher. In diesem Bereich werden nach MJ Consult-Recherchen Stellen abgebaut.

Verbleibende Mitarbeiter müssen sich mit Spitzengehältern von 113.000 Euro, im Schnitt jedoch mit rund 88.000 Euro zufrieden geben.

Während die Gehälter in der Krise tendenziell auseinander driften, tut sich an der Rekrutingfront leider noch nichts. Eine Einstellungswelle ist nach Expertenmeinung nicht in Sicht.

“Es werden noch keine Fondsmanager gesucht”, sagte Aleksander Montalbetti von Montalbetti Associates. “Fakt ist, dass die KAG’s ihre Teams stark reduziert haben.” Dennoch hat der Headhunter Hoffnung für die Branche parat. “Sobald der Markt wieder anzieht, werden alle suchen, da sie unterbesetzt sind.”

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