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Wie der Berufseinstieg in die Aktienanalyse gelingt

Aktienanalysten stellen oft die „Sprachrohre” von Investmentbanken dar. Wenn eine Bank eine Einschätzung zu einem konkreten Unternehmen oder einer Aktie an die Presse gibt, ist es für gewöhnlich der Analyst aus dem entsprechenden Bereich, der die Einschätzung abgibt.

Analysten verbringen ihre Zeit damit, große Firmen unter die Lupe zu nehmen. Sie erzeugen Investitionsideen für ihre Kunden wie z.B. Fondsgesellschaften. Dabei geht es darum, über die Geschäftszahlen börsennotierter Aktiengesellschaften zu grübeln, Ausblicke zu verfassen und in den Medien zu lancieren. Der Clou besteht darin, bessere Prognosen als die Konkurrenz abzuliefern, was leider allzu oft misslingt.

Sie reden mit Unternehmenskapitänen, Finanzchefs und Investoren, um eine Vorstellung von der Stimmung in der Branche und Führungskräften eines Unternehmens zu gewinnen und aufwändige Finanzmodelle zu füttern, damit die Gewinnpotenziale einzelner Unternehmen vorhergesagt werden können.

Die Grundidee lautet Investoren zu animieren, bestimmte Aktien über die Händler der Bank, für die die Analysten arbeiten, zu handeln. Die meisten kümmern sich um Großunternehmen, denn diese treffen bei den Investoren auf das größte Interesse. Kleinere Investmentbanken kümmern sich aber auch um die mittelgroßen Unternehmen. Bis zu 25 Analysten können dieselbe Aktie auf dem Schirm haben. Daher kann es für kleinere Banken von Vorteil sein, sich auf Nischenunternehmen zu spezialisieren.

Positionen und Laufbahnen

Im Investmentbanking sind die Aktienanalyse-Abteilungen weniger hierarchisch geprägt als andere. Die Teams sind klein und es kommt vielmehr auf gute Ideen als auf den Rang an.

Aktienanalysten spezialisieren sich auf Branchen wie Technologie oder Finanzen. Innerhalb dieser Branchen spezialisieren sie sich weiter (z. B.: Hardware oder Banken) und jedes Branchenteam bearbeitet dann ungefähr 15 Unternehmen. Am Anfang werden Sie als Associate arbeiten. Pro Team gibt es etwa zwei bis drei davon. Innerhalb eines Teams haben die Associates einige Aktien zu beobachten und erledigen einen Großteil der Rechenarbeit. Es sind aber die Senior-Analysten, die die ganze Anerkennung ernten, denn sie unterschreiben die Berichte.

Ist der Einstieg gelungen, dreht es sich darum, die Anerkennung in der Branche und von den Kollegen zu erwerben. Am einfachsten gelingt dies, indem Sie stimmige Einschätzungen erbringen und die auch noch als erster. Die besten Aktienanalyseteams können den Handelsräumen einer Bank erhebliche Umsätze verschaffen und die leistungsstärksten Analysten werden wahrscheinlicher von Headhuntern im Auftrag einer anderen Bank, einem Hedgefonds oder einem Fondsmanager belagert. Allerdings ziehen sich immer mehr mittelgroße und kleinere Banken aus der Aktienanalyse zurück.

Analysten_Gehalt

Gesuchte Kompetenzen

Die Banken erwarten von den Bewerbern als Analyst dieselben mathematischen Fähigkeiten wie bei den Jobs im Front-Office, aber sie werden diese in ihrer alltäglichen Arbeit häufiger einsetzen. „Ein guter Aktienanalyst verbindet starke mathematische und analytische Fähigkeiten, um eine Geschichte untermauert mit den Unternehmenszahlen zu erzählen“, sagt Lisa Thomas, Managing Director und Co-Chefin von Nomuras Aktienanalysten. „Ihre Fähigkeit, das Unkraut im Garten zu finden, unabhängig davon, ob es um die Jahresabschlüsse, Branchendaten und -trends oder andere Elemente der Unternehmensperformance oder Branchenbewegungen geht, wird von Kunden sehr geschätzt.“

Sie müssen nicht nur in der Lage sein, komplexe Daten aufzunehmen und diese in eine für Investoren verständliche Form zu bringen. Vielmehr müssen Sie diese laut Thomas auch exzellent kommunizieren können, damit Sie in der Lage sind, mit den verschiedensten Gruppierungen (beispielsweise Investor Relations-Profis oder Portfoliomanager) zusammenzuarbeiten, um einen „umfassenden Ausblick für die zukünftigen Ergebnisse eines Unternehmens zu entwickeln“.

Analysten brauchen „unabhängige, kommerzielle und durchführbare Ideen, die mit belastbaren Analysen, Überzeugung und Integrität kombiniert sind“, stellt Xavier Gunner, Chef der Analyse europäischer Aktien bei der HSBC fest.

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