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An welchen banalen Interview-Fragen Quants regelmäßig scheitern

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Falls Sie auch zur Spezies der Quants zählen und sich für einen entsprechenden Job bei einer Investmentbank bewerben, dann gibt es bestimmte Interview-Fragen, auf die Sie besonders achten sollten:

1. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Falls Sie in Ihrem Lebenslauf „Lesen“ als Hobby angeben, dann können die Banken danach fragen – und oftmals machen sie das auch. Also sollten Sie darauf eine Antwort parat haben. Alles, was in Ihrem Lebenslauf steht, kann Rückfragen provozieren und alles, was nicht stimmt, kann zu Problemen führen.

2. Wo liegt der Dollar/Yen-Wechselkurs?

… oder jede andere grundlegende Frage zu den Markttrends. Es genügt nicht, Modelle aufzustellen, Probleme zu lösen und zu programmieren. Sie müssen auch zeigen, dass Sie wissen, was  in der Welt dort draußen vor sich geht. Diese Form von Fragen wird besonders häufig bei attraktiveren Jobs gestellt.

3. Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?

Weshalb auch immer: Goldman Sachs, JP Morgan und auch die Deutsche Bank betrachten sich selbst gern als etwas Besonderes. Daher wurden Sie auch nicht nur eingeladen, weil ein einfach gestrickter Inhouse-Recruiter die Bewerberzahlen in die Höhe treiben wollte. Recherchieren Sie  auf LinkedIN, Google usf., ob es irgendwelche Besonderheiten bei dem Team gibt, für das Sie sich bewerben. Sie sollten sich selbst die Frage stellen: Ist diese Stelle es wert, dass Sie vier Jahre Ihres Lebens damit verbringen? Sie sollten die Antworten aufschreiben, um sich besser daran zu erinnern.

4. Wie viele Tankstellen gibt es in Großbritannien?

Dabei handelt es sich um eine wichtige Frage – kein Witz! Brainteaser zählen immer noch zum festen Inventar von Vorstellungsgesprächen – besonders bei Einstiegspositionen. Daher müssen Sie in der Lage sein, damit umzugehen. Falls Sie noch niemals an Vorstellungsgesprächen von Hochschulabsolventen teilgenommen haben, dann sind Sie vielleicht erstaunt, wie viele tatsächlich eine solche Antwort abliefern: „Wenn man annimmt, dass in Großbritannien 17 Mio. Menschen leben…“

5. Sind Sie teamfähig?

Die schlechteste Antwort lautet offenkundig: „Nein“. Quants stehen im Ruf, besonders schlechte Teamplayer abzugeben. Dennoch lautet die zweitschlechteste Antwort auf die Frage: „Ja“. Als Teil meiner selbstgemachten Fortbildung zu einem Headhunter habe ich viele HR-Handbücher studiert. Sie können sich vielleicht vorstellen, welche Leiden ich ertragen musste. Diese Texte waren davon besessen, dass man jede Behauptung an einem Beispiel erläutern sollte. Folglich muss eine Antwort lauten: „Mir hat es großen Spaß gemacht, bei dem Projekt XYZ mit meinem Team zusammenzuarbeiten.“ Bei „Team“ handelt es sich um einen positiv besetzten Begriff, also verwenden Sie ihn so oft wie möglich.

6. Wer ist Ihr Vorgesetzter?

Dies wird von Recruitern gern gefragt, „um Referenzen zu erhalten“. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Lüge. Falls Sie diese Fragen beantworten, werden sie Ihren Chef anrufen und versuchen, Ihre eigenen Wettbewerber an ihn zu verkaufen. Falls diese dabei „versehentlich“ fallen lassen, dass Sie sich nach einer neuen Chance umsehen, dann landen Sie ganz schnell vor der Tür, auch wenn Sie gar nicht ernsthaft einen Wechsel erwogen haben.

7. Handelt es sich um einen Schwarzen Schwan?

Falls Sie nicht den Rest Ihrer Tage mit Modellen verbringen wollen, dann müssen Sie sich mit der Kultur der Quants auskennen. Als Teil der Vorbereitung sollten Sie die nicht-fachwissenschaftlichen Bücher von Derman, Wilmott und Taleb kennen. Dabei müssen Sie keineswegs ihren Meinungen folgen, manchmal kann man mit einer Kritik an diesen Autoren sogar besser punkten. Dennoch müssen Sie die Bücher gelesen und darüber nachgedacht haben.

8. Wann befanden Sie sich das letzte Mal in einer moralischen Zwickmühle?

Banken haben ihre ethische Grundeinstellung nicht wirklich geändert. Allerdings wollen Sie, dass ihre Mitarbeiter ein moralisches Verhalten besser imitieren. Daher müssen Sie über eine gute Antwort verfügen, falls Sie nach Ethik gefragt werden. Falls Sie von Ihrer Antwort tatsächlich überzeugt sind, umso besser.

9. Feenuyooi kwalui volatility smeg?

Manche  Kandidaten beherrschen Englisch nicht wirklich gut, wobei die Gesprächsführer oft kaum besser sind. Sie müssen daher in der Lage sein, nicht sonderlich intelligente Antworten, höflich herüberzubringen. Falls Ihre Mutter Ihnen Manieren beigebracht hat, dann stellt ein Vorstellungsgespräch den rechten Zeitpunkt dafür dar.

10. Haben Sie irgendwelche Fragen?

Sie müssen zeigen, dass sie dem Gespräch aufmerksam gefolgt sind und dass Sie das Interview ernst nehmen. Idealerweise stellen Sie eine Frage, von der Sie wissen, dass Ihr Gesprächspartner hierauf eine positive Antwort liefern kann, die ihn glücklich macht. Stellen Sie keine Frage, auf die er wahrscheinlich keine Antwort weiß. Und fragen Sie ihn nicht, ob der Marktanteil geringer als der von JP Morgan ausfällt.

Connor betätigt sich in London als Headhunter für Quants und alle anderen Leute, die Mathematik in Finance missbrauchen. Darüber hinaus lehrt er die Programmiersprache C++.

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