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Wie der Berufseinstieg in Debt Capital Markets (DCM) gelingt

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Wenn sich ein Unternehmen vergrößern, aber trotzdem Herr im eigenen Haus bleiben möchte, dann kann es sich frisches Geld an den Anleihemärkten besorgen. Anders als bei Aktien erwerben Anleihe-Besitzer kein Eigentumsrecht an dem Unternehmen. Für dieses Geschäft ist in Banken Debt Capital Markets (DCM) zuständig.

Die DCM-Abteilungen arbeiten mit handelbarem Fremdkapital in Form von Anleihen. DCM wird auch Fixed Income genannt. Das liegt daran, dass Anleihen regelmäßig bis zu ihrem Laufzeitende (an dem der Emittent den Anleihebetrag an den Inhaber der Anleihe zurückzahlen muss) einen festen Betrag als Zins abwerfen, den sogenannten Coupon.

Nehmen wir an, eine Anleihe kostet 100 Euro und verspricht einen jährlichen Coupon von 10 Euro. Das entspricht dann einem Zins in Höhe von 10 Prozent pro Jahr. Der Zins korreliert negativ zum Preis der Anleihe, das heißt, wenn die Anleihe im Preis fällt, steigt bei konstanten 10 Euro Coupon die Verzinsung. Auch wenn der Marktpreis in Bewegung ist, bleibt der Nominalwert der Anleihe gleich. Am Ende der Frist kann die Anleihe zu dem Preis eingefordert werden, zu dem sie herausgegeben wurde – in diesem Beispiel für 100 Euro.

Es gibt zahllose Varianten von Anleihen, beispielsweise Schatzbriefe der Regierungen, Unternehmensanleihen höchster Bonität und sogenannte „Hochzinsanleihen“, die eine größere Ausfallwahrscheinlichkeit mit höherer versprochener Rendite kompensieren. Einige sind sogenannte „Plain Vanillas“, die einen festen Zins und eine einzige Rückzahlung am Laufzeitende haben. Aber es gibt natürlich auch hier komplizierter strukturierte Produkte.

Banken können beratend zur Seite stehen, wenn ein Unternehmen Geld für Expansionen braucht oder neue Anleihen begeben möchte, wenn alte Anleihen fällig werden oder zusätzlicher Finanzierungsbedarf herrscht. Die Anleihemärkte stellen vom Volumen her die Neuemission von Aktien in den Schatten – nach Zahlen des Datenanbieters Dealogic umfasste der Anleihemarkt in 2012 rund 6,5 Billionen US-Dollar, während die Aktienmärkte gerade einmal auf 662 Milliarden Dollar kamen.

Positionen und Laufbahnen

Wie bereits erwähnt sind die Anleihemärkte um einiges größer als die Märkte für Aktienemission und folglich können die Leute, die in diesen Märkten arbeiten auch mehr zu tun haben. Die Anleihemärkte sind für die Banken durch große Volumina bei kleinen Renditen gekennzeichnet. Das bedeutet, dass man mehr Umsätze machen muss, um auf die gleichen Profite wie in anderen Bereichen zu kommen. Die gute Nachricht ist, dass viele Unternehmen sehr regelmäßig Anleihen emittieren, es also weniger Vorleistung bedarf, als beim Aktienemissionsgeschäft.

Einige Banken teilen ihre Anleiheabteilungen in Staats- und Unternehmensanleihen, während andere die Unterteilung nach öffentlichen Unternehmen und Platzierungen aus der Privatwirtschaft vornehmen. Innerhalb dieser Abteilungen können sich Mitarbeiter wie beim ECM auf eine spezifische Branche wie Luft- und Raumfahrt oder Bergbau spezialisieren. Finanzinstitute sind für die Hälfte aller Anleiheemissionen verantwortlich. Daher neigen Banken dazu, eigene Abteilungen zu unterhalten, die sich auf verschiedene Teile des Finanzmarktes konzentrieren.

Einsteiger werden fast genauso wie ihre Kollegen beim ECM oder M&A den Großteil ihrer Zeit mit Finanzmodellen und dem Erstellen von Angeboten verbringen. Dennoch werden sie geradezu besessen am Markgeschehen dranbleiben müssen. Sie dürfen keinen Trend, marktbewegende Meldungen oder Gerüchte verpassen. Gelegentlich nehmen sie auch bei Roadshows mit den erfahreneren Kollegen teil.

Da sämtliche Banken im Grunde ganz ähnliche Dienstleistungen anbieten, müssen sie die Kunden davon überzeugen, dass ihr Unternehmen der beste Partner ist. Daher ziehen die Dealmaker los, um neue Geschäfte anzustoßen, bevor Anleiheprodukte erstellt werden können. Das sind in der Regel die Directors oder Managing Directors, die sehr oft zu den Kunden fahren, um Einblicke in deren Finanzierungsbedürfnisse zu bekommen.

Sie können auch in der Syndizierung arbeiten – Sie kommen dann am Ende des Prozesses dazu und stellen sicher, dass das Geschäft über die Bühne geht. Das beinhaltet Preise zu bestimmen und eine Beschreibung der Markttrends für die Investoren aufzubereiten sowie die Anleihe beim Start am Markt zu begleiten.

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Gesuchte Kompetenzen

Wie bei den meisten Jobs im Front-Office des Investment Bankings erwarten die Unternehmen von ihren Analysten gute Kenntnisse in Mathematik und ein Verständnis für die formalen Anforderungen an die Unternehmensfinanzierung. Es gibt jedoch etwas, was bei DCM ein wenig anders ist: Während sich die meisten Investmentbanker auf einzelne Geschäfte konzentrieren, müssen die DCM-Banker in der Lage sein, langfristige Kundenbeziehungen zu unterhalten.

„DCM-Banker pflegen und entwickeln die Beziehungen mit den Kunden, indem sie sie regelmäßig mit wichtigen Informationen über den Finanzmarkt versorgen“, sagt Patrick Quinn, Managing Director von Nomuras DCM-Abteilung für Amerika. „Die DCM-Banker sind bei jedem Aspekt dabei, sie bereiten Transaktionen vor und führen sie durch – sie arbeiten mit den Kunden zusammen und helfen, den richtigen Rahmen einer Transaktion zu erstellen; mit der Rechtsabteilung, um eine Transaktion rechtlich abzusichern und mit der Syndizierungsabteilung, den Sales-Teams und den Trading Desks, um Preise für Transaktionen zu finden und sie zu vertreiben.“

Die hohe Geschwindigkeit beim DCM hat zur Folge, dass nicht nur solides Wissen von der Unternehmensfinanzierung zwingend erforderlich ist, sondern dass die Mitarbeiter Begeisterung für die Finanzmärkte mitbringen und bei rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen am Ball bleiben.

„Die Analyse der Trends wird im Karriereverlauf zunehmend bedeutend, da anspruchsvolle Kunden erwarten, bei großen und strategischen Transaktionen von ihnen regelmäßig neue Ideen und Lösungen präsentiert zu bekommen,“ sagt Marco Buganza, Director im DCM der Credit Suisse. „Sie werden darüber hinaus einen starken Erfolgswillen und gute Kommunikationsfähigkeiten brauchen.“

Von den Analysten im DCM der Investmentbanken wird mehr als ein abgerundetes Profil verlangt, sagt Sarah Schell, Executive Director im DCM von J.P.Morgan. „Die Kernkompetenzen eines Analysten sind nur der Anfang. Der Analyst muss zusätzlich noch mit den täglichen Fundamentaldaten, Fachbegriffen und Emissionen der folgenden drei Segmente vertraut sein: die bonitätsstarken und die hochverzinsten Anleihemärkte, genauso wie den traditionellen Kreditmarkt.“

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