☰ Menu eFinancialCareers

Wieso die Investmentbanker am Gewinneinbruch der UBS schuld sind und die Hauptlast der Kosteneinsparungen von 1,5 bis 2 Mrd. Franken tragen müssen

Bei der UBS brechen die Gewinne ein und die Investmentbanker sind schuld daran. Als Folge dieser Entwicklung kündete die Bank bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal am heutigen Dienstag (26. Juli) ein Sparprogramm von 1,5 bis 2 Mrd. Franken über die kommenden zwei bis drei Jahre an.

Bankchef Oswald Grübel wollte indes nicht verraten, wo die UBS die Axt an die Kosten ansetzen wolle. Dies werde derzeit geprüft und detailliertere Informationen würden noch im laufenden Jahr veröffentlicht. Grübel sagte zum Personalabbau an den verschiedenen Standorten weltweit: “Das gibt es Vorschriften, da gibt es Gesetze und da können wir keine Zahlen aus dem Ärmel schütteln.”

Vorsteuergewinn bricht um 37 Prozent ein

Konkret purzelte der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf 1,654 Mrd. Franken. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich von 71,2 auf 77,1 Prozent. Trotz des insgesamt düsteren Bildes konnten die meisten Geschäftsbereiche mit ihren Ergebnissen sehr wohl überzeugen.

So entfiel der Löwenanteil des Ergebnisses auf Wealth Management & Swiss Banking, wo der Vorsteuergewinn trotz des starken Frankens nur um moderate 3 Prozent auf 1,094 Mrd. Franken nachgab. Die Cost-Income Ratio erhöhte sich denn auch marginal von 60,6 auf 61,6 Prozent.

Auch das ehemalige Sorgenkind der Bank, Wealth Management Americas, kehrt sukzessive in die Gewinnzone zurück. Während der Geschäftsbereich im Vorjahreszeitraum noch einen Verlust von 67 Mio. Franken verkraften musste, wurde im zweiten Quartal ein Gewinn von 140 Mio. Franken erzielt. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 104,4 auf 89 Prozent.

Der Vorsteuergewinn im Global Asset Management verminderte sich um 8 Prozent auf 108 Mio. Franken. Dennoch verbesserte sich die Cost-Income-Ratio leicht von 77,6 auf 75,9 Prozent.

Hohe Kosten und geringe Erträge im Investmentbanking

Ganz anders sieht es im Investmentbanking aus: Die Einstellungsoffensive des vergangenen Jahres, als die UBS über 1200 zusätzliche Investmentbanker anheuerte, erweist sich zunehmend als Fehlinvestition.

Konkret stürzte der Vorsteuergewinn um stolze 71 Prozent auf nur noch 376 Mio. Franken ab. Folglich verschlechterte sich die Cost-Income-Ratio der Investmentbanker von 67,3 auf miserable 86,1 Prozent. Als besonderes Sorgenkind zeigt sich der Bereich Fixed Income, Currencies und Commodities, wo die Erträge um 32,5 Prozent einbrachen.

Wenn die UBS signifikantes Geld einsparen will, kommt sie um einen kräftigen Personalabbau im Investmentbanking nicht herum. Denn von den Gesamtkosten der Bank im zweiten von 5,516 Mrd. Franken, entfallen allein 27,5 Prozent oder 1,517 Mrd. Franken auf die Personalkosten im Investmentbanking.

Investmentbanker verteidigen Spitzenverdienst

Trotz der schwachen Leistung des Bereiches stehen die Investmentbanker bei der Bezahlung immer noch an der Spitze der Nahrungskette. Die Personalausgaben pro Kopf verminderten sich indes um 29,3 Prozent auf 85.340 Franken. Auch die Asset Manager mussten Federn lassen: Dort purzelte der Personalaufwand pro Kopf um 27,6 Prozent auf 62.286 Franken im zweiten Quartal.

Weniger dramatisch sieht es im Geschäft mit den vermögenden Privatkunden aus. Für jeden Mitarbeiter im Wealth Management & Swiss Bank wendete die UBS durchschnittlich 43.941 Franken auf, was auf Vorjahresniveau liegt. Im Wealth Management Americas zahlte die UBS pro Mitarbeiter 57.143 Franken, was 16,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum sind. Auf US-Dollarbasis dürften die amerikanischen Mitarbeiter indes sogar eine kleine Steigerung erfahren haben.

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier