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INTERVIEW mit Co-Head Investment Banking von Morgan Stanley in Frankfurt: Man muss in seine Karriere investieren

Christian Zorn ist Co-Head Investment Banking in Deutschland und Österreich von Morgan Stanley in Frankfurt. In einem Interview mit eFinancialCareers.de erzählt Zorn von seiner Karriere.

Welche Berufserfahrungen haben Sie schon in den Finanzdienstleistungen gesammelt?

Ich arbeite bereits seit 17 Jahren im Investment Banking, die letzten 13 Jahre bei Morgan Stanley

Würden Sie Ihren Karriereweg als konventionell oder als ungewöhnlich beschreiben?

Der eigentliche Einstieg in das Investment Banking im Jahr 1994 kam zu einer Zeit, in der zumindest in meiner persönlichen Wahrnehmung Kunden in Deutschland eher mit Management Consultants, Wirtschaftsprüfern und Anwälten als “Advisor” in weiteren Sinne vertraut waren. Ich habe die ersten sieben Jahre in London gearbeitet, wo Investment Banking natürlich eine lange Tradition hat. Mit Ausnahme der letzten drei Jahre habe ich mich auf die Beratung einer Kundengruppe und zwar der Finanzdienstleister fokussiert. Das ist vielleicht etwas ungewöhnlich: Zumindest die junge Generation scheint lieber verschiedene Industrien und Kundengruppen durchlaufen zu wollen – aber das ist nahezu eine philosophische Debatte.

Was ist wichtiger: Talent oder harte Arbeit?

Investment Banken sind Dienstleister und der weitaus überwiegende Teil des Geschäftes geht nur über gegenseitiges Vertrauen zwischen Kunde und Banker. Insbesondere im aktuellen Umfeld. Dieses Vertrauen aufzubauen, dauert seine Zeit und ist mit harter und konstanter bzw. konsistenter Arbeit verbunden. Talent ist wichtig, aber Durchhaltevermögen und Aufrichtigkeit sind meiner Meinung nach noch wichtiger.

Was würden Sie Bewerbern vor einem Vorstellungsgespräch mit Ihnen raten?

Eine gewisse Affinität zum Kapitalmarkt und eine schnelle Auffassungsgabe bzw. Bereitschaft, sich in oftmals komplexe Aufgabenstellungen hineinzudenken, sind wichtige Voraussetzungen. Ein gewisses Gespür für Zahlen ist sicherlich auch hilfreich. Das Wichtigste aus meiner Sicht ist jedoch, sich selber kritisch zu fragen, ob man bereit ist, in eine der interessantesten Karrieren zu investieren, was jedoch gerade in den ersten Jahren viele Opfer in puncto Freizeit und Lebensqualität abverlangt. Wenn man dazu nicht bereit ist, sollte man sich nicht bewerben. Auch wenn ich wirklich regelmäßig danach suche, gibt es keine Abkürzungen auf dem Weg nach oben und das Ganze gleicht eher einem Marathon als einem 100m Sprint.

Falls Sie nur einen Mitarbeiter in den kommenden sechs Monaten einstellen dürften, wie würde das Profil aussehen?

Eine schwere Frage. Wir merken immer mehr, dass eine bunte Mischung derBelegschaft imAllgemeinen und auch auf spezifischen Projekten deutlich zum Erfolg beiträgt und somit gibt es nicht den Einen oder die Eine. Es müsste wahrscheinlich eine Mischung sein aus Houdini, Albert Einstein, Sebastian Vettelund Wonder Woman.

Wie wird Ihr Geschäftsbereich in 2015 aussehen?

Trotz aller Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld werden sich einige Sachen nicht ändern und das ist aus meiner Sicht der erforderliche Kundenfokus und die Fähigkeit, für komplexe Probleme entsprechende Lösungen aus einer Hand liefern zu können. Außerdem glaube ich, dass die Welt kleiner werden wird und somit die Fähigkeit, weltweit für unsere Kunden konsistent hochwertige Problemlösungen liefern zu können, an Bedeutung gewinnen wird. Banker werden wieder mehr umfassende Corporate Finance- als singuläre Produktexperten sein.

Wie würden Sie jemanden davon überzeugen, für Sie zu arbeiten?

Ich bin immer noch von der Attraktivität der Branche überzeugt. Man ist am Puls der Zeit, kein Tag gleicht dem anderen. Die Kollegen sind extrem talentiert und motiviert. Der Erfolg oder Misserfolg ist messbar, wir verkaufen nicht nur Konzepte. Leistung wird belohnt und ist ohne unternehmerisches Risiko absolut und relativ betrachtet immer noch auskömmlich.

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