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Um 21 Uhr ist freitags Schluss: Aus einer internen E-Mail von Goldman Sachs

Goldman Sachs macht ernst: In einer internen E-Mail präzisiert die US-Investmentbank die Einschränkungen ihrer Arbeitszeit in der Investment Banking Division: „Allen Analysten und Associates wird vorgeschrieben, zwischen Freitag 21 Uhr und Sonntag 9 Uhr nicht im Büro zu erscheinen.“ Laut dieser E-Mail beginnt die Regelung mit dem anstehenden Wochenende.

„Falls ein Team aus beruflichen Gründen eine Ausnahme von der Samstags-Regel benötig (z.B. wenn ein Jungbanker am Samstag bzw. das gesamte Wochenende arbeiten muss), dann schicken Sie bitte bis Freitag 9 Uhr eine E-Mail an XYZ zur Bestätigung“, so die E-Mail. Dabei muss die Ausnahme auch wohlbegründet sein.

Vorsorglich wird gewarnt: „Ausnahmen sollen nicht der Normalfall werden und sollten sparsam genutzt werden. Die Ausnahmen werden registriert und an XYZ vierteljährlich gemeldet.“

Auch dem Home-office versuchen die Verantwortlichen einen Riegel vorzuschieben. „Von Jungbankern wird nicht erwartet, sich von zuhause aus einzuloggen und zu arbeiten“, heißt es in der E-Mail. Doch so ganz scheint Goldman Sachs der eigenen Courage nicht zu trauen. So sollen die Analysten und Associates auch weiterhin während des Wochenendes regelmäßig ihre Firmen-Blackberries checken.

Überdies werden die Jungbanker angehalten, drei Wochen Urlaub im Jahr zu nehmen – und davon mindestens zwei am Stück. Dies will das Unternehmen ebenfalls genau überwachen.

Unklar ist allerdings, ob diese E-Mail auch an die Mitarbeiter der Bank in Frankfurt und Zürich adressiert ist. Ein Goldman Sachs-Sprecher in Frankfurt bestätigte unterdessen, dass auch in Deutschland und der Schweiz die z.T. langen Arbeitszeiten in der IBD-Division angegangen würden. „Wir haben in diesem Jahr eine internationale Arbeitsgruppe für unsere Investment Banking Division ins Leben gerufen, die Vorschläge zur Karriereentwicklung und Verbesserung des Arbeitsumfelds für Analysten im Investmentbanking entwickelt hat“, sagt der Goldman Sachs-Sprecher. „Diese Vorschläge werden sukzessive umgesetzt. Es geht dabei unter anderem um die Planbarkeit von Arbeitszeiten, Freizeiten am Wochenende und das Feedback von Managern.“

Die Klagen von Jungbankern über endlose Arbeitszeiten und durchgearbeitete Wochenenden sind in den vergangenen Jahren nicht abgerissen. Im London verstarb im August sogar der deutsche Praktikant Moritz Erhardt nach einigen durchgearbeiteten Nächten. Er hatte ein Sommerpraktikum bei der Bank of America Merrill Lynch verbracht.

 

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