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Commerzbank schafft Abbau von 2600 Stellen: Restrukturierungskosten radieren Gewinn aus

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Beim Personalabbau kommt die Commerzbank rasch voran, dennoch überzeugt das Institut beim Gewinn nicht. Ende September beschäftigte der Konzern noch gut 53.650 Mitarbeiter. Binnen Jahresfrist sind damit 2600 Stellen weggefallen, wie die Commerzbank am heutigen Donnerstag (7. November) mitteilte. Davon entfielen 1600 auf das Inland und gut 1000 auf das Ausland.

Die größte Last musste das Osteuropageschäft tragen, wo allein gut 1160 Stellen wegfielen. In den Infrastruktureinheiten entfielen gut 800 Stellen. Dagegen verschwanden im Filialgeschäft keine 600 Stellen, was angesichts von über 17.000 Mitarbeitern und einer hartnäckigen Ertragsschwäche des Bereichs erstaunlich gering ausfällt. Im Investmentbanking sind indes wie im Vorjahr ziemlich genau 2000 Mitarbeiter beschäftigt.

Trotz des Kahlschlags unter den Mitarbeitern sank der Personalaufwand in den ersten neun Monaten um schmale 1,9 Prozent auf gut 2,6 Mrd. Euro. Unter dem Strich ließ die Commerzbank also für jeden Mitarbeiter rund 55.200 Euro springen, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 2,9 Prozent bedeutet. Dafür dürften auch steigende Tarifgehälter verantwortlich sein.

Im diesen Zahlen scheinen indes die Kosten für Abfindungszahlungen noch nicht enthalten zu sein. So weist die Bank in ihrem Quartalsbericht die Kosten für die Restrukturierung gesondert aus. Diese verzehnfachten sich binnen Jahresfrist von 43 auf 493 Mio. Euro und stellen damit einen wichtigen Grund für den mageren Gewinn dar.

So generierte die Commerzbank im dritten Quartal ein Vorsteuerergebnis von enttäuschenden 103 Mio. Euro. Im Gesamtjahr summiert sich der Gewinn vor Steuern auf nur 157 Mio. Euro, was einen Einbruch gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 86 Prozent entspricht. Jeder Mitarbeiter erwirtschafte also gerade einmal einen Vorsteuergewinn von gut 2900 Euro – zu wenig um die Bank aus der Krise zu führen.

Ins Stottern geriet auch die Mittelstandsbank als der traditionelle Gewinnmotor der Commerzbank. Das Ergebnis vor Steuern ging um 30 Prozent auf 891 Mio. Euro zurück. Dagegen erlebte das Investmentbanking eine kleine Wiederauferstehung. Dort konnte die Commerzbank das Ergebnis auf 609 Mio. Euro nahezu verdoppeln. Im Filialgeschäft ging das Ergebnis indes weiter um 18 Prozent auf 165 Mio. Euro zurück.

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