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GASTBEITRAG: Die verschlungenen Wege aus dem Back- ins Front-Office

Auch keine Lust aufs Back-Office?

Auch keine Lust aufs Back-Office?

Mich haben schon immer die Finanzmärkte fasziniert, doch wie so viele andere Leute war ich ein wenig langsam, die möglichen Karrierewege zu erkennen. Mir fielen die Investmentbanken erst im zweiten Unijahr auf und dann konnte ich mir lediglich ein Praktikum im Backoffice einer Großbank sichern.

Nachdem ich den Sommer in einem Operations-Job verbracht hatte, wurde mir klar, dass ich auf jeden Fall irgendwo anders im Banking arbeiten wollte – sei es im Handelssaal oder im Kapitalmarktgeschäft. Die Recruiter stellten dabei allerdings keine Hilfe dar. Gleich mit wem ich sprach – die Recruiter der Banken, externe Recruiter oder die Mitarbeiter der Career Services der Uni – erzählte mir, dass es unmöglich sei vom Back- ins Frontoffice zu wechseln.

Doch ich wollte dies nicht hören.

Stattdessen unternahm ich alles, um nicht als „Backoffice-Mitarbeiter“ abgestempelt zu werden und interessant für einen Frontoffice-Job zu werden.

Dabei konzentrierte ich mich aufs Networking. Ich kontaktierte alle Leute, die ich in der Bank kannte, in der ich mein Praktikum verbracht hatte. Ich sah mich auf auch LinkedIN um. Ich kontaktierte Ehemalige von meiner Uni und Freunde. Ich teilte jedem mit, dass ich an einem Job im Frontoffice interessiert sei.

Ich nahm auch an einigen Charity-Veranstaltungen der Banken in der Londoner City teil. Denn diese stellen erstklassige Gelegenheiten dar, um Banker aus dem Frontoffice der Bank zu treffen und so meinen Bekanntheitsgrad weiter auszubauen. Es braucht nicht extra betont zu werden, dass die meisten Banken meine Avancen zurückwiesen. Ich besuchte keine sogenannte Eliteuniversität und meine Berufserfahrung beschränke sich auf das Backoffice. Dennoch ließ ich mich nicht unterkriegen.

Ich bewarb mich auf alle verfügbaren Stellen und ich verlor nie mein Engagement und meine Begeisterung.

Dies zahlte sich letztlich aus. Nach sechs Monaten wurde ich von einem Recruitment-Unternehmen kontaktiert, das für verschiedene Investmentbanken in London arbeitet. Dies bot mit Stellen im Backoffice an, die ich höflich ablehnte, und Stellen im Middleoffice, die ich ebenso höflich zurückwies, sowie einen Job im Frontoffice im Kapitalmarktgeschäft, den ich annahm. Mittlerweile arbeite ich im Kapitalmarktgeschäft einer Großbank. Für keinen dieser Jobs hatte ich mich tatsächlich beworben. Alle Angebote ergaben sich aus meinem Networking und meiner gewachsenen Bekanntheit innerhalb der Branche.

Falls Sie selbst dem Backoffice entkommen und in eine Frontofficeposition wechseln wollen, dann stellt Networking ein absolutes Muss dar. Dennoch sollte man die einzelnen Kontakte nicht überstrapazieren. Nutzen Sie sie umsichtig und verlassen Sie sich nicht auf eine einzige Person.

Sie benötigen auch ein gehöriges Maß an Hartnäckigkeit. Und Sie müssen an dem Jobs selbst interessiert sein und nicht nur an seinen finanziellen Vorzügen. Sie werden viele Rückschläge einstecken müssen. Wenn Sie nicht wirklich überzeugt sind, dass es sich um die für Sie richtige Karriere handelt, dann geben Sie zu schnell auf. Viel Glück!“

Bei Adam Badini handelt es sich um ein Pseudonym.

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