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Acht Tipps, wie Studenten der Einstieg ins Investment Management gelingt

Three Asian university graduates

Es herrscht sicherlich kein Mangel an Karriereratgebern für Studenten. Doch allzu oft konzentrieren sich die Tipps auf einen Einstieg ins Investmentbanking – der Königsdisziplin der Branche. Dagegen bieten auch Asset und Wealth Management sowie die Investmentberatung spannende Karrierewege. Bei einem Event des CFA Instituts in London haben Mark Standen, Development Manager bei Barclays Wealth und Narveen Maan, Campus Recruiter bei Tower Watson wertvolle Tipps zum Einstieg in die Branche erteilt. Das Webcast der von eFinancialCareers gesponserten Veranstaltung können Sie hier verfolgen. Hier die wichtigsten Punkte:

1. Lassen Sie sich nicht von der hohen Bewerberzahl abschrecken

Bei Tower Watson sind für 80 Einstiegspositionen rund 3000 Bewerbungen eingegangen. Laut Standen würde auch Barclays „Tausende“ von Bewerbungen erhalten. Die genaue Zahl wollte er jedoch nicht verraten. Dennoch sollten sich Interessenten von diesen Zahlen nicht entmutigen lassen. „Sicherlich stimmt es, dass weitaus mehr Bewerbungen eingingen, als Stellen verfügbar waren. Allerdings erhalten wir eine sehr hohe Zahl von schwachen Bewerbungen, die sofort aussortiert werden“, erzählt Standen. Dies bedeutet im Klartext: Sie müssen peinlich genau darauf achten, dass Ihre Bewerbung tadellos ausfällt. Schon damit heben Sie sich von der Masse der Mitbewerber ab.

2. Im Investment Management werden andere Kompetenzen gefragt als im Investmentbanking

Sowohl Investmentbanken als auch Fondsmanager wollen Studenten mit exzellenten Noten. Beide erwarten zumindest einen guten Studienabschluss und legen auch Wert auf außercurriculare Aktivitäten, einschlägige Praktika oder andere Berufserfahrungen. In Deutschland kommen noch Auslandsaufenthalte und gute Englischkenntnisse hinzu. Dennoch suchen die Arbeitgeber laut Standen nach unterschiedlichen Persönlichkeiten.

„Investmentbanken wollen belastbare, selbstbewusste und analytische Leute. Während diese Eigenschaften in der gesamten Finanzbranche gefragt sind, verlangt das Private Banking einen eher kundenfokussierten Ansatz und diesen Unterschied sollten Studenten im Auswahlprozess beachten“, betont Standen.

3. Preisen Sie sich nicht zu sehr an

Beim Verfassen eines Lebenslaufs gilt es darauf zu achten, dass jeder Rechtschreib- oder grammatikalische Fehler die Chancen einer Bewerbung senkt, betonen Maan und Standen gleichermaßen. Allerdings gibt es auch eine Reihe weniger offensichtlicher Aspekte, die zum Scheitern einer Bewerbung beitragen können. Zwar handelt es sich bei einer Bewerbung auch um eine Selbstvermarktung, dennoch sollten es Kandidaten damit nicht übertreiben.

„Ich lese keine Übertreibungen, besonders wenn es sich um Klischees handelt“, betont Standen. „Viele Leute verwenden Begriffe wie ‚brillant‘ oder ‚ausgezeichnet‘, ohne diese Bewertungen zu rechtfertigen. Wir wollen keine Selbstbeweihräucherung lesen. Wir wollen lesen, was Sie geleistet haben.“

Dazu ergänzt Maan: „Studenten müssen beschreiben, was sie gemacht haben, was dies letztendlich bedeutet und was dies für uns bringt.“

4. Erst die Pflicht, dann die Kür

Die Minimalanforderungen dienen in einem Auswahlprozess als Hygienefaktor. Falls Sie diese nicht erreichen, werden Sie bei dem Prozess gar nicht erst berücksichtigt – ganz gleich, was Sie sonst noch alles erreicht haben. Dennoch können berufliche Zusatzqualifikationen schon eine Bewerbung voranbringen. So plagen sich immer mehr Studenten bereits mit einem CFA ab. Auch damit setzen sich Bewerber von der Masse der Kandidaten ab.

„Einen CFA neben einem Studienabschluss zu verfolgen, stellt eine Menge Arbeit dar“, sagt Standen. „Dies dokumentiert deutlich, dass Sie tatsächlich an den Finanzdienstleistungen interessiert sind und es hinterlässt einen guten Eindruck. Dennoch handelt es sich bei den Mindestanforderungen um den wichtigsten Punkt. Alles andere stellt lediglich einen Vorteil dar.“

5. Bleiben Sie bei einem Assessment Center gelassen

Bei Assessment Centern herrscht ein intensiver Wettbewerb. Die Arbeitgeber wollen dabei die Führungskräfte von Morgen identifizieren. Allerdings wollen sie keine aggressiven Egomanen sehen, die ihre Mittbewerber auszustechen versuchen. „Verhalten Sie sich nicht aggressiv oder zu wettkampfmäßig. Wir suchen in sämtlichen Geschäftsbereichen nach Teamplayern“, ergänzt Maan. „Wir wollen Führungsqualitäten sehen, aber dies sollte zurückhaltend erfolgen.“

6. Nutzen Sie die Networking Events geschickt aus

Die meisten Fondsgesellschaften und Investmentberater veranstalten Networking- Events für Studenten, sei es auf dem Campus oder bei den Unternehmen selbst. Die meisten Studenten drängeln sich darum, ein wenig Aufmerksamkeit von Führungskräften zu erheischen oder diese sogar zu beeindrucken. Doch diese Veranstaltungen stellen auch einen erstklassigen Ort dar, um Informationen zu sammeln, die bei einer Bewerbung Gold wert sein können.

„Studenten, die das meiste aus Networking-Veranstaltungen herausholen möchten, sollten den erfahreneren Kollegen fachspezifische Fragen stellen oder Informationen aus erster Hand über bestimmte Abteilungen der Bank zu einholen, die kaum anderswo erhältlich sind“, rät Standen. „Die meisten Leute teilen ihre Auffassung gerne mit und es handelt sich um eine gute Möglichkeit für Studenten, ihr Wissen zu mehren.“

7. Vermeiden Sie Geschwätz

Wenn Studenten zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, dann tendieren sie dazu, einen von zwei Wegen zu beschreiten: Entweder sie haben sich nicht angemessen vorbereitet oder sie sind aufgeregt und wollen all ihr Wissen vorbringen, was zu einer Menge Gerede führt und wodurch ihre Persönlichkeit nicht durchscheint. Die Unternehmen stellen sehr unterschiedliche Persönlichkeiten ein und auch die Personaler wollen sicherstellen, dass sie wirklich etwas über Sie selbst erfahren, sagt Standen.

„Viele Kandidaten versuchen zu viel zu erzählen, was darin endet, dass sie schwafeln, ohne wirklich zum Punkt zu kommen“, sagt Maan. „Sie müssen prägnant antworten, daher empfehlen wir die Star-Methode.“

8. Außercurriculare Aktivitäten sind sehr wichtig

Wie Investmentbanken so sehen auch Fondsgesellschaften und Wealth Manager außercurriculare Aktivitäten gern, die für ein echtes Interesse an Finanzthemen und für eine interessante Persönlichkeit sprechen. Dabei kann es sich laut Standen um Sport, Investmentclubs, Vereine oder berufliche Tätigkeiten handeln. Ein Studium allein, selbst wenn die Noten hervorragend sind, genügt keinesfalls.

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