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Von wegen 1500: Bei der Credit Suisse dürften eher 3500 Stellen bedroht sein

Der Hauptsitz der Credit Suisse am mondänen Zürcher Paradeplatz.

Der Hauptsitz der Credit Suisse am mondänen Zürcher Paradeplatz.

Aus Insiderkreisen will die „Schweiz am Sonntag“ erfahren haben, dass bei der Credit Suisse in ihrem Bereich Private Banking & Wealth Management 1500 Stellen bedroht sind. Denn von der ausstehenden Verringerung der jährlichen Kosten in Höhe von 650 Mio. Franken in der Sparte müssten 400 Mio. allein durch Einsparungen beim Personal erreicht werden.

Doch stimmen die Insiderinformationen der „Schweiz am Sonntag“? Ein kurzer Blick in die Geschäftszahlen ergibt: Alles dürfte noch viel heftiger kommen. Denn laut der Analysten-Präsentation will die Bank bis 2015 ihre jährlichen Kosten um weitere mindestens 1,5 Mrd. Franken senken. Seit 2011 wurden bereits Kosteneinsparungen von 3 Mrd. Franken vorgenommen. Insgesamt sollen die Kosten um 4,5 Mrd. vermindert werden.

Von den ausstehenden 1,5 Mrd. Franken entfallen nach eigenen Angaben mindestens 750 Mio. Franken auf die Infrastruktur, 600 Mio. auf das Private Banking & Wealth Management und nur noch 200 Mio. auf das Investmentbanking.

Laut den Geschäftszahlen weist die Credit Suisse in den ersten neun Monaten 2013 Gesamtkosten von 15,248 Mrd. Franken aus, wovon 8,488 Mrd. oder 56 Prozent für das Personal aufgewandt wurden.

Falls die Einsparungen zu dem gleichen Verhältnis von 56 zu 44 Prozent auf Personalkosten und Sachkosten entfallen, müssten also 840 Mio. allein vom Personal geschultert werden.

Nun kostete jeder der 46.400 Mitarbeiter der Credit Suisse von Januar bis September durchschnittlich 183.000 Franken, wobei die Beschäftigten je nach Sparte dem Unternehmen recht unterschiedlich teuer zu stehen kamen. So musste die Bank für einen Investmentbanker durchschnittlich 204.000 und für einen Private Banker nur 154.000 Franken springen lassen. Wie viel die Mitarbeiter aus der Infrastruktur kosten, weist die Credit Suisse leider nicht separat aus.

Beim Sparanteil der Personalkosten in Höhe von 840 Mio. Franken muss weiter beachtet werden, dass es sich hierbei um Einsparungen über zwölf Monate handelt, während die Personalkosten lediglich für die ersten neun Monate gelten. Anteilsmäßig auf das Dreivierteljahr gerechnet müssten die Einsparungen sich also auf rund 630 Mio. Franken belaufen. Mithin muss die Bank also rein rechnerisch exakt 3442 Stellen abbauen, um ihre Sparziele zu erreichen. Dies wären tatsächlich gut 7 Prozent der noch 46.400 Stellen.

Allerdings gibt es bei dieser Rechnung einen ganz gewaltigen Haken: Im Investmentbanking sollen insgesamt lediglich 200 Mio. eingespart werden, womit 1,3 Mrd. für die restlichen Bereiche entfallen. Im Investmentbanking werden überdies mit durchschnittlich 204.000 Franken die mit Abstand teuersten Mitarbeiter beschäftigt. Kurz: Am Ende dürfte es eher noch viel schlimmer kommen, als die „Schweiz am Sonntag“ prophezeit.

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