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Optimismus unter deutschen Finanzprofis greift um sich: 54 Prozent erwarten steigende Boni

Counting Aussie money

In der deutschen Finanzbranche scheinen die Beschäftigen optimistischer in die Zukunft zu blicken als ihre Kollegen in Großbritannien oder den USA. Immerhin 83 Prozent rechnen damit, für 2013 einen Bonus einstreichen zu können. 54 Prozent hoffen sogar auf mehr Geld als in 2012. Dagegen erwarten nur 61 Prozent der Teilnehmer aus Großbritannien und 59 Prozent aus den USA einen Bonus. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Umfrage von eFinancialCareers, an der weltweit 4642 Finanzprofis teilgenommen haben.

Allerdings stellt sich die Frage, wie begründet dieser Optimismus ist. Zwar fielen die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr robust aus, dagegen enttäuschten die bislang veröffentlichten Ergebnisse der Großbanken im dritten Quartal. Allerdings stehen noch wichtige Ergebnisse aus. Am morgigen Donnerstag (24. Oktober) wird die Credit Suisse ihre Zahlen vorlegen und am kommenden Dienstag (29. Oktober) folgen endlich die Deutsche Bank und die UBS. Unter dem Strich dürften viele Ergebnisse im Gesamtjahr 2013 besser als in 2012 ausfallen.

Dennoch gibt Jon Terry, Vergütungsexperte von PwC ein wenig Wasser in den Wein. So würden viele Banken besonders in Europa versuchen den Anteil der Vergütungen an den Erträgen zu senken, um damit u.a. die horrenden Kosten aus Rechtsstreitigkeiten zu bezahlen. Damit sinken natürlich auch die Chancen auf einen ansehnlichen Bonus.

„Wenn wir diese Faktoren herausrechnen und uns allein auf die Unternehmensperformance konzentrieren, dann erwarte ich einen leichten Anstieg der Boni in Asien und den USA – aber nicht um mehr als 10 Prozent – und einen gleichbleibenden oder geringeren Bonus in Europa“, ergänzt Terry.

Viele Banker würden ihre Bonusträume zu sehr an die persönliche Leistung knüpfen. „Es liegt im Naturell der Investmentbanker anzunehmen, dass eine gute persönliche Performance zu einem höheren Bonus führt. Vor der Finanzkrise hätte ich dem zugestimmt, aber es gibt eine wachsende Entkopplung, was die Leute aufgrund ihrer persönlichen Leistung erwarten und der Fähigkeit der Unternehmen, einzelnen Mitarbeitern einen großen Bonus zu gewähren, während sie den gesamten Bonuspool verkleinern.“

In Deutschland scheinen die meisten Banker ihren Bonus immer noch direkt überwiesen zu kommen. 55 Prozent der Befragten gaben an, dass „Nichts“ von ihrem Bonus zurückgestellt werde. Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass bei 45 Prozent zumindest ein Teil der variablen Vergütung vorläufig einbehalten wird.

Auch unter der Streichung bereits gewährter Boni – z.B. nach einem schlechten Geschäftsergebnis – haben in Deutschland nur wenige Banker zu leiden. Lediglich 14 Prozent gaben an, dass es in ihrem Unternehmen einen Rückforderungsmechanismus gebe, 25 Prozent waren sich nicht sicher und bei immerhin 61 Prozent gibt es keine Möglichkeit, einmal gewährte Boni wieder einzuziehen.

Trotz der endlosen Nachwirkungen der Finanzkrise gehen die Umfrageteilnehmer in Deutschland von weiter steigenden Gesamtvergütungen aus. Immerhin 49 Prozent gaben an, dass die Gehälter in den kommenden drei Jahren weiter steigen würden. Die Mehrheit davon (insgesamt 28 Prozent) rechnen mit einer Steigerung der Gesamtbezüge von bis zu 25 Prozent. 23 Prozent gaben an, dass das Vergütungsniveau zumindest gleichbleiben werde.

Bonussurvey2013

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