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Jenseits der Klischees: Was Sie über eine Karriere im Consulting wissen sollten

Investmentbanking oder Consulting? Für viele Berufseinsteiger stellen diese beiden Alternativen den Königsweg zu einer außerordentlichen Karriere dar. Während das Investmentbanking seit der Finanzkrise viel von seiner Attraktivität eingebüßt hat, erfreut sich besonders die Strategieberatung weiterhin großer Beliebtheit. Darüber hinaus schaffen viele Consulting-Unternehmen vor allem in der Beratung von Finanzdienstleistern neue Stellen. So will Capco beispielsweise hunderte neuer Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz anheuern. Wir haben die Vor- und Nachteile zusammengestellt, die eine Consulting-Karriere jenseits der Hochglanzbroschüren mit sich bringt.

Sie sehen selten, wie sich die Früchte Ihrer Arbeit entwickeln

Viele Consultants kreieren massenweise Studien, Geschäftspläne und Präsentationen, sind aber nur selten an der Implementierung ihrer Strategien beteiligt. Dies könne besonders für Consultants, die neu in der Branche sind, recht frustrierend werden, sagt Karrierecoach Charles Moldenhauer von Executive Transitioning in New York.

„Auch wenn zahlreiche Consulting-Projekte tatsächlich umgesetzt werden, würden viele Leute auch gern Teil der Implementierung sein“, erzählt Moldenhauer. „Das mag dazu beitragen, wieso viele Consultants nach einigen Jahren einen Managementjob suchen und ihn annehmen.“

Dutzende an Chefs

Viele Beratungsunternehmen verfolgen Geschäftsmodelle, wonach ihr jüngeres und mittleres Personal gleichzeitig an verschiedenen Projekten beteiligt ist. Dies heißt jedoch auch, dass sie ebenso viele Vorgesetze wie Projekte haben, an denen sie beteiligt sind – ganz besonders bei den großen Unternehmen der Branche. „Das kann schon sehr frustrierend sein“, sagt ein Consultant auf mittlerem Karrierelevel, der lieber ungenannt  bleiben möchte. „Jeder Partner verfügt über einen anderen Stil, an den man sich anpassen muss.“

Laut dem Consultant würden die Unternehmen auch zu diesem Modell greifen, um ggf. nicht ganze Teams an Wettbewerber zu verlieren. Dies bringe auch einige Nachteile abseits der Hierarchien mit sich. Mit verschiedenen Projekten zu jonglieren, lasse den jüngeren Consultants wenig Zeit, wichtige Punkte intensiver zu analysieren.

„Frischgebackene Consultants kommen oft zu dem Eindruck, dass sie lediglich Rechercheergebnisse und Analysen zusammenstellen und nicht in der Lage sind, sich mit etwas tiefer zu beschäftigen“, sagt Moldenhauer. „Oft wird von einer ‚Mühle‘ gesprochen.“

Der Aufstieg kann schwer fallen

Bei vielen Beratungen gibt es Partner und Principals, die das Geschäft hereinholen und als das Gesicht des Unternehmens gegenüber den Kunden fungieren, während die harte Arbeit den unteren und mittleren Rängen obliege. Dazwischen gebe es die Projektmanager; diese befänden sich gewissermaßen in einer Sandwichposition. „Sie müssen die Aufträge von den Partnern und Principals entgegennehmen und die Arbeit der Spezialisten und Consultants beaufsichtigen.“ Da hier noch die Zeit mit dem Kundenkontakt hinzukommt, handelt es sich um den schwierigsten Job in der Branche, sagt der Consultant. Allerdings handle es sich beim Job eines Projektmanagers um ein Sprungbrett zu besser bezahlten Jobs.

Fernbeziehungen zu den Kunden

Auch wenn es Vorteile mit sich bringen kann, mit mehreren Kunden zu arbeiten, zählt der Aufbau einer engen Kundenbeziehung gerade nicht dazu. „Gute Arbeit wird oft schnell vergessen“, sagt Moldenhauer. „Es wird schnell vergessen, dass ein Consultant mit jemandem erfolgreich zusammengearbeitet hat und die Chemie stimmte, sobald der Consultant einen anderen Auftrag erhält.“ Natürlich haben viele Consultants auch mit ausgiebigen Geschäftsreisen und langen Arbeitszeiten zu kämpfen, was indes kein Geheimnis darstellt.

Umfangreiche Berufserfahrung

Doch es gibt auch einige Vorteile, die das Berufsbild eines Consultants – neben einem sicheren Job und einem stattlichen Gehaltscheck  – mit sich bringt. „In nur zwei Jahren können sie in verschiedene Branchen mit verschiedenen Funktionsbereichen arbeiten: Sales, Marketing, Strategie etc.“, sagt ein Analyst der Boston Consulting Group (BCG), der lieber anonym bleiben möchte. Damit ist man nicht nur mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert; vielmehr kann man auch in einer kurzen Zeit viele Berufserfahrungen sammeln. Daher könne das Consulting viel zu einem Lebenslauf beitragen.

Unzählige Chancen zum Networking

Auch wenn es vielen Consultants nicht gelingt, Kontakte für ein ganzes Berufsleben aufzubauen, so biete das Beratungsgeschäft doch unzählige Chancen zum Networking, erzählt der BCG-Consultant. „Principals und Kundenbetreuer arbeiten oft für ehemalige Kunden als Chefs ihrer Strategieabteilung“, sagt er.

Den Stolz, etwas anzustoßen

Auch wenn viele Consultants die Implementierung der von ihnen entwickelten Strategie nicht miterleben, gäben sie ihren Kunden doch wertvolle, langfristige Anstöße und nicht nur kurzfristige Hilfen. Laut dem BCG-Consultant würde dies schon ein wenig stolz machen.

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