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Scheidung und andere Affären: Wie Sie gekonnt Ihre Karriere ruinieren

Divorce cake

Bevor Kandidaten ein neues Jobangebot unterbreitet wird, lassen die meisten Arbeitgeber in den Finanzdienstleistungen Backgroundchecks durchführen. Dabei geht es um den beruflichen Werdegang, Ausbildung, Kreditwürdigkeit und sogar um eine mögliche kriminelle Vergangenheit. Einige führen zu einem sofortigen Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren, andere verringern zumindest die Jobchancen.

Doch auch Leute, die bereits über einen Job verfügen, sind vor solchen Checks nicht sicher. So gibt es Unternehmen, die sich im Rahmen der Due Diligence von Investoren Hedgefonds, Asset Manager und andere Anlagevehikel ganz genau anschauen. Dabei wird auch ein Auge auf die führenden Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens geworfen.

Eines dieser Unternehmen ist die Fondsmanagement-Beratungsgesellschaft Kinetic Partners. Quentin Thom, Direktor bei Kinetic Partners erzählt, dass sich die Recherche auf viele Gebiete erstreckt: Kriminelle Vergehen, Ausbildung, beruflicher Werdegang, Kreditwürdigkeit, aber auch der private Lebenswandel. Im Auftrag von Investoren bietet das Unternehmen seine Einschätzung von relevanten Mitarbeitern an.

Die größten Sorgen bereiten Investoren dabei Hinweise auf Betrug und andere kriminelle Vergehen; allerdings gibt es auch Alarmzeichen, die weniger offensichtlich sind, erzählt Guy Simonian, Chef des Beratungsunternehmens Check Fund Manager, das sich auf solche Überprüfungen spezialisiert hat.

„Es gibt eine Menge von persönlichen Problemen, die auf diese Weise ans Tageslicht kommen. Dies bedeutet oftmals, dass die Investoren nicht wollen, dass diese Leute ihr Geld verwalten“, sagt Simonian. „So stellen Drogen- oder Alkoholmissbrauch Warnsignale dar; weniger offensichtlich ist der Einfluss einer Scheidung. Bei kleineren Unternehmen kann eine Ehefrau schon einen beträchtlichen Einfluss auf die Firma haben. Meistens lenkt dies von der Arbeit ab, so dass der Portfoliomanager seinen Pflichten nicht effizient nachkommen kann.“

Dass eheliche Probleme schon einigen Ärger verursachen, bestätigt auch der Fall des prominenten Hedgefondsmanagers Paul Tudor Jones, Gründer der Tudor Investment Corporation. Laut Jones könne eine „emotionale Ablenkung“ leicht die Erträge eines Traders um 10 bis 20 Prozent einbrechen lassen. Taylor O’Malley vom Hedgefonds Balyasny Asset Management hat kürzlich auf dem EuroHedge Summit erzählt, dass eheliche Probleme das Kapital eines Portfolio Managers sogar halbieren könnten.

Laut Simonian stelle es auch ein Problem dar, wenn Fondsmanager aus den falschen Gründen in die Schlagzeilen geraten. „Es muss nichts mit Betrug oder kriminellen Aktivitäten zu tun haben. Jede Form negativer Schlagzeilen kann eine Karriere beschädigen. Jede Kontroverse abseits des Berufslebens kann den Appetit von Investoren schmälern.“

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