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HRE und Co.: Wieso die Arbeit bei einer Krisenbank überaus lukrativ ist

Die ehemalige HRE-Chefin Manuela Better

Die ehemalige HRE-Chefin Manuela Better

Drei Buchstaben jagen noch heute jedem Steuerzahler einen Schrecken ein: HRE. Denn die Hypo Real Estate wäre in der Finanzkrise beinahe zusammengebrochen und musste vom Steuerzahlen mit der stolzen Summe von 102 Mrd. Euro an Beihilfen und Garantien gerettet werden. Seither hat sich viel getan: Die toxischen Wertpapiere wurden in die staatliche Bad Bank FMS Wertmanagement abgeschoben und die HRE versucht unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank (pbb) einen Neuanfang.

Dieser scheint auch zunehmend von Erfolg gekrönt zu sein. So hat die pbb am heutigen Dienstag (8. Oktober) ihre Gewinnprognose für 2013 auf „mindestens 150 Mio. Euro“ vor Steuern angehoben. Bislang hatte das verstaatlichte Institut mit nur 100 Mio. gerechnet.

Besonders rund ist demnach das Geschäft zwischen Juli und September gelaufen. „Nach einem Vorsteuerergebnis von 60 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2013 rechnet die pbb im dritten Quartal mit einem Quartalsergebnis vor Steuern von über 60 Mio. Euro und würde damit bereits nach drei Quartalen das Ergebnis des gesamten Vorjahres erreichen“, heißt es von der Bank. In 2012 hatte die pbb noch ein Vorsteuerergebnis von 124 Mio. Euro generiert. Die frohe Botschaft dürfte die arg strapazierten Steuerzahler freuen.

Doch nicht nur sie allein. Denn mit dem steigenden Gewinnen verbessert sich auch die Chance, dass die pbb und ihre Beschäftigten eine Zukunft haben. Nur bei nachhaltig sprudelnden Gewinnen dürfte ein künftiger Verkauf realistische Chancen haben. Die Alternative wäre eine beständige Verringerung der Bilanz und damit ein Tod auf Raten. So verringerte sich die Bilanzsumme allein in den ersten sechs Monaten des Jahres um 13,7 Prozent auf 83,8 Mrd. Euro, wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht.

pbb, FMS Wertmanagement und EAA zahlen überdurchschnittlich

Dennoch kann ein Job bei einer Problembank wie der pbb oder bei den Bad Banks FMS Wertmanagement (EX-HRE) oder Erste Abwicklungsanstalt (EAA, EX-WestLB) durchaus lukrativ sein. „Wer bei einem solchen Institut arbeitet, erhält einen Risikoaufschlag beim Gehalt“, weiß Headhunter Rolf Behrens von Banking Consult in Bad Nauheim bei Frankfurt. „Diese Institute zahlen ausgezeichnet“, ergänzt Behrens. Damit werde das Risiko der Mitarbeiter ausgeglichen, dass das Unternehmen auf lange nicht mehr existiere.

Ein anderer Headhunter, der namentlich nicht genannt werden möchte, beziffert den Gehaltsunterschied bei einer Sachbearbeiterposition auf 10.000 bis 15.000 Euro. Laut dem Halbjahresbericht beschäftigte beispielsweise die pbb zwischen Januar und Juni durchschnittlich gut 1000 Mitarbeiter, die Bruttogehälter von insgesamt 51 Mio. Euro einstrichen. Mithin zahlte die Bank im ersten Halbjahr durchschnittlich Bruttogehälter von 50.700 pro Mitarbeiter.

Die gute Bezahlung hat zur Folge, dass Headhunter bei der Ansprache der Mitarbeiter regelmäßig abblitzen. „Bei diesem Gehaltsniveau fällt es schwer, die Leute abzuwerben“, erzählt Behrens. Denn bei anderen Arbeitgebern müssten sie empfindliche Abschläge in Kauf nehmen. Allerdings hätten viele Mitarbeiter von pbb, FMS Wertmanagement und EAA durchaus Chancen auf dem Arbeitsmarkt. „Die Adresse ist nicht unbedingt ein Kriterium, die haben gute Leute“, ergänzt Behrens.

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