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Auf welche Alarmsignale Sie in Vorstellungsgesprächen achten sollten

Bad boss

Den Arbeitsplatz zu wechseln, kann im gegenwärtigen Umfeld schon ein Abenteuer darstellen. Besonders falls der Schritt sich als Fehler herausstellen sollte, dann zählt man ganz rasch zu den Arbeitslosen. Dabei stellt es eine wachsende Herausforderung dar, einen Arbeitgeber mit einer positiven Unternehmenskultur zu finden. Dies stellen auch immer mehr Amerikaner fest. So berichten 40 Prozent der Befragten in einer Wall Street-Umfrage von ernsthaften ethischen Problemen an ihrem Arbeitsplatz.

Doch wie kann ein Kandidat vermeiden, am Ende doch bei einem problematischen Unternehmen zu landen? Sicherlich können Kontakte aus dem eigenen Netzwerk und eine eingehende Internet-Recherche schon einiges zu Tage fördern. Darüber hinaus gibt es in Vorstellungsgesprächen einige Alarmsignale, die darauf hindeuten, dass es sich beim fraglichen Unternehmen nicht um einen Top-Arbeitgeber handelt.

Eine schlechte Atmosphäre

Laut Karrierecoach Hallie Crawford wird die Bedeutung der Büro-Atmosphäre häufig unterschätzt, wenn es darum geht, die Qualität eines potenziellen Arbeitgebers abzuschätzen. „Wenn Sie ein Büro betreten und jeder gehetzt und unglücklich wirkt oder Sie den Eindruck gewinnen, dass irgendetwas nicht stimmt, dann sollten Sie schon auf Ihren Instinkt hören“, rät Crawford. Denn die Gesichter in einem Büro erzählen oft die Wahrheit.

Hohe Fluktuation

Kandidaten sollten immer fragen, wieso die fragliche Situation vakant ist. Falls es sich um eine Wiederbesetzung handelt, dann sollten Bewerber fragen, wieso ihr Vorgänger das Unternehmen verlassen hat und wieso ggf. die Chemie nicht stimmte, empfiehlt Karrierecoach Roy Cohen, der auch einen „Survival Guide“ für die Wall Street verfasst hat. Die Begründung und die Reaktion des HR-Mitarbeiters auf diese Frage können schon weiterhelfen. Falls die Interviewer keine überzeugende Antwort liefern oder bei der Beantwortung ins Stolpern geraten, dann stelle dies ein weiteres Alarmsignal dar.

Es gibt auch eine Möglichkeit, die Fluktuation unter den Mitarbeitern herauszubekommen, ohne das Thema direkt anzusprechen. So können Kandidaten sämtliche Mitarbeiter des Unternehmens, auf die sie treffen, fragen, wie lange sie bereits für das Unternehmen arbeiten, rät Cohen. Falls keiner mehr als ein Jahr bei dem Unternehmen ist, schrillt die Alarmsirene.

Keine Uni-Absolventen vorhanden

Headhunter Phil Gaddis von der Addison Group empfiehlt, sich die Personalentwicklung innerhalb des Unternehmens ganz genau anzusehen. „Gibt es Mitarbeiter, die eine erfolgreiche Karriere in dem Unternehmen hinter sich haben und dort ihre Karriere gestartet haben?“, fragt Gaddis. „Falls es keine Absolventen gibt, die befördert worden sind und ihre Karriere erfolgreich intern entwickelt haben, dann handelt es sich um ein Alarmsignal.“

Druck auf die Gehälter

Falls Kandidaten sofort nach ihren Gehaltsvorstellungen ausgefragt werden, sobald sie durch die Tür kommen, dann werden die Mitarbeiter nur als Ware gesehen und nicht als Persönlichkeit, mit der man sich eingehender beschäftigen sollte. Sobald die Gehaltsfrage beim Arbeitgeber absolute Priorität genießt, besteht auch wenig Spielraum für Gehaltsverhandlungen.

Wenn die Prozesse zu schnell ablaufen

Jeder fühlt sich geehrte, wenn er als Arbeitskraft begehrt ist. Dennoch stelle es ein Warnsignal dar, wenn der Einstellungsprozess zu schnell abläuft und ein Kandidat umgehend ein Angebot auf den Tisch bekommt, noch bevor er eingehend die Hintergründe des Unternehmens recherchieren kann. „Das ist wie beim Dating“, erzählt Cohen. „Wenn jemand gleich beim ersten Date von Heirat spricht, dann wäre ich auch besorgt.“

Wenn sich die Interviewer nicht eingehend für den Kandidaten interessieren oder seinen Fragen ausweichen, dann ist es für sie offensichtlich nachrangig, ob der Kandidat tatsächlich gut zu der Stelle und dem Unternehmen passt, betont Crawford. Falls sie sich nicht für den Kandidaten als Menschen interessieren, dann dürften sie ihn kaum menschlich behandeln. Niemand vergibt leichtfertig einen guten Job.

Widersprüchliche Antworten

Bewerber sollten während des Vorstellungsgesprächs jedes Teammitglied nach der Unternehmenskultur fragen und wie ein neuer Mitarbeiter beschaffen sein müsse, um erfolgreich zu sein, rät Gaddis. „Aus der Art und Weise, wie derartige Fragen beantwortet werden, lässt sich normalerweise entnehmen, ob es passt oder nicht“, sagt Gaddis. Falls Kandidaten überdies recht unterschiedliche oder sogar widersprüchliche Antworten erhalten, dann zieht die Gruppe womöglich nicht an einem Strang.

Ein Versteckspiel

Es kann auch ein Warnsignal darstellen, wenn das Vorstellungsgespräch in einem Restaurant oder irgendwo anderswo außerhalb des Unternehmens stattfindet. „Was verbergen sie?“, fragt Cohen. „Vielleicht handelt es sich um einen Ausbeuterladen; vielleicht sind die Leute dort auch unglücklich.“

Es gibt keine rote Linie

Wenn die Gesprächspartner zu spät zu einem Vorstellungsgespräch auflaufen oder den Lebenslauf des Kandidaten nicht studiert haben, dann spricht dies nicht gerade für das Unternehmen und es zeigt, dass es den Interviewern an Respekt für die Persönlichkeit und die Zeit des Kandidaten mangelt. Falls das Vorstellungsgespräch chaotisch verläuft, dann besteht ein hohes Risiko, dass der Managementstil ansonsten ebenso dürftig ausfällt.

Die Interviewer sind unfreundlich

Sobald im Vorstellungsgespräch gewisse Grenzen überschritten und Kandidaten womöglich verletzend behandelt werden, dann verhalten sich die entsprechenden Personen im Arbeitsalltag womöglich ebenso, betont Cohen.

Cohen berichtet von einem Kandidaten, der von einem potenziellen Arbeitgeber gezwungen wurde, ein Telefoninterview in seinem Urlaub zu führen, während er mit seinen Kindern auf dem Weg zum Flughafen war. „Sie respektierte keine Grenzen“, sagt Cohen über die Hiring-Managerin. Schließlich erhielt der Kandidat ein Angebot und nahm es an. „Es stellte sich heraus, dass er bei der Arbeit ähnlich behandelt wurde“, erzählt Cohen. „Der Kandidat hat einfach diese wichtige Information nicht beachtet, die ihm während des Gespräches vermittelt wurde.“

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