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Fixed Income-Trader der Deutschen Bank müssen sich auf schwere Zeiten einstellen

Photo by erika.tricroche

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Keine Frage, die Deutsche Bank hat sich in der jüngsten Vergangenheit gut geschlagen. So kommt der Finanzriese beim Abbau von Personal und Kosten gut voran. Entsprechend  „zufrieden“ mit der wiedergewonnen Effizienz zeigte sich Deutsche Bank-Chef Anshu Jain bei der Bank of America Merrill Lynch-Konferenz am heutigen Mittwoch (25. September) in London.

Dabei soll das Corporate and Investment Banking „mehr mit weniger leisten“, wie es in Jains Präsentation heißt. Mithin hat die Deutsche Bank ihr Front Office-Personal in ihrem Investmentbanking um 12 Prozent vermindert, die Summe der nach Basel 2,5 risikogewichteten Assets des Konzerns sank um 19 Prozent und die sogenannten Tier One-Eigenkapitalquote nach Basel 3 erhöhte sich von 6 auf 10 Prozent.

Dennoch konnte die Deutsche Bank im gleichen Zeitraum ihre Erträge aus Equity-Sales und Trading um 30 Prozent steigern. Die Erträge aus dem Bereich Debt Capital Markets Origination kletterten gar um 38 Prozent. Da kann sich Jain schon ein wenig selbst auf die Schulter klopfen.

Dennoch scheint auch beim deutschen Branchenprimus nicht alles rosig zu laufen. So haben sich die Ziele signifikant verschoben. Laut Jain verlagern die Aufsichtsbehörden ihren Augenmerk  sukzessive von den Eigenkapitalquotenweg  hin zu den Leverage Ratios. Und bei dem letzten Punkt macht die Deutsche Bank keine allzu gute Figur. So schafft es das Institut bei der Leverage Ratio auf gerade einmal 3 Prozent.

 

Deutsche Bank's disappointment

 

Aus diesem Grund will die Deutsche Bank ihre Bilanz von gut 1,9 Billionen Euro per Ende Juni um stolze 250 Mrd. Euro verringern.  Es dürfte kein Zufall sein, dass Jain bei der heutigen Veranstaltung auf eine „bedeutsame“ Verringerung der Erträge aus dem Fixed Income-Geschäft im dritten Quartal hinwies. Damit könnte das Anleihen-Geschäft ein ganz heißer Kandidat für weitere Einsparungen sein. „Das grundlegende Geschäftsmodell (in Fixed Income) muss rekonfiguriert werden“, sagte Jain.

Bislang hatte die Deutsche Bank ihr Fixed Income-Geschäft stets verteidigt. Im vergangenen Oktober hat der Finanzchef des Instituts Stefan Krause gesagt, dass es keine Gründe gebe, sich aus dem Fixed Income-Geschäft zurückzuziehen. Aufgrund seiner Größe könne der Geschäftsbereich unabhängig vom Marktumfeld gute Erträge erwirtschaften. Doch Jains heutiges Eingeständnis zur Entwicklung des Fixed Income-Geschäfts im dritten Quartal belegt, dass sich auch die Deutsche Bank nicht von der negativen Entwicklung abkoppeln kann, wie sie bei Jeffries, Barclays und Citi zu beobachten ist.  Somit dürfte die Nervosität unter den Mitarbeitern den Fixed Income-Geschäfts deutlich steigen.

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