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Alternative Investments als Jobmotor für Luxemburg

Auf fünf Buchstaben und einem sperrigen Namen liegen die Hoffnungen des Finanzplatzes Luxemburg. Denn bis zum Sommer 2013 müssen sämtliche EU-Staaten die Alternative Investment Funds Managers Directive (AIFMD) in nationales Recht umgesetzt haben.

Die AIFMD reguliert sämtliche Fonds für alternative Investments und stellt damit eine Ergänzung von UCITS für klassische Fonds dar. Damit wird in Europa erstmals eine einheitliche Regulierung für alternative Investments existieren. “Eine dritte Möglichkeit gibt es dann nicht mehr”, sagt der Direktor des Luxemburger Fondsverbandes ALFI Charles Muller.

ALFI hofft, dass sich die Erfolgsgeschichte der UCITS im Großherzogtum wiederholen könnte. Denn mit der Einführung dieser EU-Fondsrichtlinie in den späten 80er Jahren begann der Aufstieg Luxemburgs zum führenden Standort der Fondsadministration in Europa. Nach der jüngsten ALFI-Erhebung aus dem Jahr 2008 arbeiten in der Branche mindestens 13.000 Menschen.

Die entscheidenden Wachstumsimpulse werden in Zukunft aus den alternativen Investments kommen

Obgleich die AIFMD-Richtlinie noch nicht geltendes Recht ist, wird laut Muller bereits an der Umsetzung gearbeitet. Denn ab Sommer 2013 müssen sämtliche alternative Fonds in der EU der AIFMD-Richtlinie entsprechen, weshalb die Vorgängervehikel transferiert werden müssen. Davon sind laut Muller vor allem die mehr als 1000 SIFs in Luxemburg, aber auch SICARs und andere Konstrukte betroffen.

Da das Geschäft mit alternativen Investments auch während der Finanzkrise zulegte, sind die Aussichten glänzend. Muller erwartet, dass auch in den kommenden zwei Jahren die Wachstumsimpulse aus diesem Geschäftsfeld kommen werden.

Allerdings muss sich Luxemburg gerade in der Administration alternativer Fonds mit Irland messen. So sind die Iren in der Administration von Offshorefonds stark. Dabei werden Fonds, die eigentlich in Offshore-Paradiesen wie den Cayman Islands registriert sind, von Irland aus verwaltet.

Durch die sprachliche Nähe hätten die Iren in London und den USA die Nase vorn, während Luxemburg stark in Kontinentaleuropa aufgestellt ist. “Amerikanern muss man manchmal noch erklären, wo Luxemburg liegt,” lacht Muller.

Hohe Nachfrage nach Experten

Laut dem ALFI-Direktor stellen die AIFMD-Fonds hohe Anforderungen an Depotbank, Corporate Government, Vergütungssysteme und Risikomanagement. All diese Sicherungsmaßnahmen treiben die Kosten für AIFMD-Fonds in die Höhe. “Desto mehr Airbags Sie in ein Auto einbauen, umso teurer wird es”, sagt Muller. Doch für alle diese Mechanismen werden auch Experten benötigt.

“Gerade die kleinen Asset Manager alternativer Investments suchen nach Personal. Damit haben wir fast täglich zu tun”, bestätigt David Kitzinger vom Executive Search-Unternehmen Badenoch & Clark in Luxemburg.

Kleine Strukturen herrschen vor

“Selten beschäftigen diese alternativen Asset Manager mehr als fünf oder sechs Personen”, ergänzt Kitzinger. In der Regel bestehen diese Einheiten aus einem Managing Director, der in erster Linie für Koordinationsaufgaben verantwortlich ist, sowie gegebenenfalls aus Spezialisten für Accouting, Tax, Compliance und einem Office Manager. Da ein Großteil der Arbeit in Accounting, Tax usf. an externe Dienstleister outgesourct wird, obliegen diesen kleinen Teams vor allem Kontroll- und Organisationsaufgaben.

Der Recruitment-Experte erwartet, dass dieser Trend noch eine Weile weitergeht, da viele institutionelle Investoren gerade erst alternative Assetklassen entdecken. “Auf jeden Fall, wir sind da noch am Anfang”, ergänzt Kitzinger.

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