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Geschäftzahlen: Commerzbank zahlt nur noch halb so gut wie die Deutsche Bank

Für jeden Beschäftigten hat die Commerzbank in 2009 durchschnittlich nur noch etwa 75.000 Euro gezahlt, wie aus den überraschend vorgelegten Geschäftszahlen des krisengeschüttelten Instituts hervorgeht. Damit liegt die Commerzbank mittlerweile weit hinter der Deutschen Bank, die für jeden Mitarbeiter durchschnittlich knapp 147.000 Euro aufwandte.

In absoluten Zahlen beschäftigte die Commerzbank in 2009 noch 62.671 Mitarbeiter, auf die ein Personalaufwand von 4,698 Mrd. Euro entfiel. Der deutsche Branchenprimus zahlte indes für seine 77.053 Mitarbeiter ingesamt 11,31 Mrd. Euro.

Tiefrote Zahlen im operativen Geschäft

Anders als die Deutsche Bank musste die Commerzbank in 2009 einen Verlust von 4,5 Mrd. Euro verkraften, wovon ein Minus von 2,27 Mrd. Euro auf das operative Ergebnis entfiel. Allein im vierten Quartal verzeichnete die Bank ein operatives Ergebnis von -1,574 Mrd. Euro.

“Wie erwartet, weisen wir für 2009 ein negatives Ergebnis aus. Das ist unbefriedigend, aber es gibt dafür zwei wichtige Gründe: Das Ergebnis zeigt die Folgen der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzmarktkrise – und diese ist noch nicht vorüber, auch wenn das Jahr 2010 operativ erfreulich angelaufen ist. Zudem haben wir 2009 bereits einen Großteil des Aufwands für die Restrukturierung und Integration der Dresdner Bank verbucht”, sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Schon 50 Prozent des Stellenabbaus in die Wege geleitet

Die Belastungen für die Integration der Dresdner Bank bezifferte Blessing allein für 2009 auf 1,9 Mrd. Euro. Der geplante Abbau von 9000 Stellen gehe schneller voran als geplant. So wurden bis Jahresende 3126 Stellen abgebaut, womit die Bank 77 Prozent über dem Plan liegt.

Überdies hat die Commerzbank nach eigenen Angaben durch Altersteilzeitverträge und weiteren Abbau bereits 50 Prozent der gesamten Stellenreduzierung in die Wege geleitet. Dabei verzichtet das Kreditinstitut bis Ende 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen.

Keine Angaben zu den Boni erhältlich

Während sich das Investmentbanking bei vielen Banken bereits wieder als Goldgrube erweist, scheint die Commerzbank weiterhin Schwierigkeiten zu haben. So wies das Institut für das Gesamtjahr ein Handelsminus von 358 Mio. Euro aus, womit indes die Verluste von 4,6 Mrd. im Vorjahr deutlich verringert wurden.

Eine gesonderte Auweisung der Vergütungen im Investmentbanking oder Angaben zu den Bonuszahlungen waren auch auf Anfrage nicht erhältlich.

Für 2010 gab Commerzbank-Chef Blessing nur einen sehr verhaltenen Ausblick: “Unter dem Strich werden wir für den gesamten Konzern nur schware Zahlen sehen, sofern die Entwicklung der Konjunktur und der Finanzmärkte in 2010 sehr positiv verlaufen wird. Aber spätestens 2011 werden wir wieder Gewinn erzielen.”

Kommentare (1)

Comments
  1. Bei den Gehaltsunterschieden besteht die Gefahr, dass ausgerechnet die besten Leute weglaufen. Zumal die Deutsche Bank ja auf der Suche nach guten Leuten ist…

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