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Über welche Lebenslauf-Fehler sich Recruiter besonders ärgern

Candidate with CV

Der Arbeitsmarkt für Finanzprofis ist auch in Asien so ausgetrocknet wie die Wüste Gobi im Hochsommer. Daher sollte die Qualität der Bewerbungsunterlagen eigentlich steigen, weil sich die Kandidaten mehr Mühe geben. Doch die Realität sieht anders aus. Laut asiatischen Recruitern fallen die Lebensläufe ebenso grauenvoll aus wie in der Vergangenheit: Einige Bewerber lassen nichts unversucht, um Recruiter zu beeindrucken, während andere einfach verschweigen, dass sie von ihrem alten Arbeitgeber vor die Tür gesetzt wurden. Wir haben die Fehler zusammengestellt, über die sich Recruiter regelmäßig die Haare raufen.

1. Das Fehlen einer Kurzusammenfassung

Immer noch fehlt bei vielen Lebensläufen eine Kurzzusammenfassung am Anfang, was die Lektüre des gesamten Lebenslaufes noch langweiliger gestaltet. „Wenn Ihnen nur 30 Sekunden bleiben, um das Dokument zu überfliegen, dann wird es schwierig, ein klares Profil von dem Kandidaten zu gewinnen“, sagt Karrierecoach Lynda Tan-Shen von The CV Workshop in Hongkong. „Eine gute Zusammenfassung unterstreicht Ihre Qualifikationen und Ihre Eignung für den Job, indem sie dem Arbeitgeber einen umfassenden Überblick über Ihre Karriere vermittelt.“

2. Zu viele Informationen

Um ganz sicher zu gehen, bringen viele Kandidaten einfach zu viele Informationen über Berufserfahrung und Qualifikationen in ihrem Lebenslauf unter, womit sie den Leser oft von den Kernkompetenzen wegführen, sagt Headhunter Cody Szeto von Kelly in Hongkong. „Dies ist besonders häufig bei hochspezialisierten Fachkräften der Fall, die von ihrem Fachgebiet so begeistert sind, dass sie den Überblick verlieren  und nicht mehr einschätzen können, wie jemand anderes ihre Arbeit sieht.“

3. Ein ausgefallenes Layout

Auch wenn Sie selbst allerhöchste Kreativität im Umgang mit Excel mitbringen, stellt dies doch keinen Grund dar, Ihren Lebenslauf allzu sehr aufzumotzen. Vermeiden Sie Logos, Tabellen und Tortengrafiken, empfiehlt Headhunterin Kate Harper von Connected Group in Hongkong. „Sie sollten durch Ihre Leistungen hervorstechen und nicht durch eine fantasievolle Gestaltung Ihres Lebenslaufs, was den Leser nur ablenkt“, ergänzt Harper.

4. Das Verschweigen von Arbeitslosigkeit

Falls Sie vor die Tür gesetzt worden sind und einige Zeit lang arbeitslos waren, dann sollten Sie dies in Ihrem Lebenslauf auch klar angeben und kein unerklärte Lücke lassen, sagt der Regionaldirektor des Recruitmentunternehmens Hays in Singapur und Malaysia Chris Mead. Wenn etwas in Ihrem Lebenslauf unklar ist, dann rechnen die Recruiter immer mit dem Schlimmsten. „Dagegen hat Arbeitslosigkeit heutzutage längst keine stigmatisierende Wirkung mehr. Die meisten Recruiter sind der Meinung, dass sie lieber Arbeitslosigkeit im Lebenslauf lesen als dass Sie selbst zwei Jobs nach nur kurzer Zeit wieder verlassen haben“, ergänzt Mead.

5. Name-Dropping

Manche Finanzprofis scheinen der Meinung zu sein, dass Recruiter alle Leute kennen, für die sie jemals gearbeitet haben. Falls es sich bei Ihrem Arbeitgeber jedoch nicht um eine Großbank handeln sollte, dann müssen Sie schon etwas mehr als nur den Namen zu Ihrem Arbeitgeber angeben, sagt Alex Wong, der früher bei einer Bank arbeitete und heute als Karrierecoach bei EntreNet in Hongkong tätig ist. Geben Sie kurz an, wo das Unternehmen sitzt, welches Geschäft es betreibt und wie der Jahresumsatz ausfällt. „Ohne diese Angaben kann sich ein Leser kein Bild machen und sein Interesse wird nicht geweckt.“

6. Arrogante Bewerber

In einem schwierigen Arbeitsmarktumfeld versuchen die Kandidaten deutlich aus dem Wettbewerb herauszustechen. Doch die Lebensläufe wirken auf den Leser oftmals eher arrogant als selbstbewusst, sagt Headhunter Daniel Li von Kelly in Hongkong. „Wir lesen oft irreführende Angaben zu Leistungen wie ‚Ich habe das Projekt XYZ mit einem Umsatz von einer halben Milliarde betreut‘, obgleich der Kandidat tatsächlich in einem Team von 20 Leuten an dem Projekt gearbeitet hat.“

7. Mangelhafte Zeitangaben

„Sehr oft sind die Angaben der Leute zu den Daten von Anstellungen unkorrekt. Meistens geht es nicht darum, etwas zu verschleiern, dennoch handelt es sich um einen Fehler“, sagt Headhunter James Carss von Drydan Humal Capital in Hongkong. „Das wird zu einem Problem, da dies oft bei einem Vorstellungsgespräch an die Oberfläche kommt. Dies führt das Gespräch zumindest in eine falsche Richtung und wirft Fragen zu Ihrem Sinn für Details und Sorgfalt auf.“

8. Ein nichtaktueller Lebenslauf

Falls ein Kandidat nicht länger in einem Job beschäftigt ist, der für die offene Stelle relevant ist, dann bringt so mancher seinen Lebenslauf einfach nicht auf den neuesten Stand und hofft, dass seine alten und für den fraglichen Job relevanteren Positionen ihm schon ein Vorstellungsgespräch verschaffen, beobachtet Carss. „Doch am Anfang der Sichtung schaut sich ein Recruiter zunächst an, was Sie gerade jetzt machen. Daher müssen Sie Ihren Lebenslauf vor jeder Bewerbung auf den neuesten Stand bringen. Sie sollten darauf achten, die alten Versionen Ihres Lebenslaufes zu löschen, damit Sie nicht versehentlich eine falsche Version versenden.“

9. Die Platzverschwendung

„Wir lesen von links nach rechts und von oben nach unten, daher sollten auch die wichtigsten Punkte in Ihrem Lebenslauf in dieser Reihenfolge angeordnet sein“, sagt Bewerbungscoach Tan-Shen von The CV Workshop. „So sollten Sie z.B. nicht die Kolumne mit den Daten links anordnen, gleich ob es um Berufserfahrung oder Ausbildung geht. Diesen Platz sollten Sie lieber für wichtigere Informationen nutzen.“

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