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Kolumne: Wann ein MBA die Karriere killen kann!

Sie haben einen Job, kommen aber nicht voran? Dann können Sie sich glücklich schätzen. Wer jetzt kündigt, um einen (Executive) MBA zu machen – wie es die Wirtschaftspresse propagiert – begeht sonst vielleicht eine große Dummheit.

Sie lernen zwar neue Fähigkeiten und verbessern zugleich ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, doch der MBA ist vor allem eine teure und intensive Erfahrung. Bevor Sie sich das antun, sollten Sie sich gut überlegen, ob ihr angeknackstes Ego auch mit dem Fall des Falles fertig wird: nach dem Studium keinen Job zu finden dafür aber hoch verschuldet zu sein.

Eine gute Freundin von mir hat als Projektmanager bei einem Unternehmen aus der “Fast-Moving-Consumer-Goods”-Branche gearbeitet. Weil sie ziemlich frustriert war, hat sie sich bei einer der drei führenden “Business Schools” in Europa beworben und begann das Studium im September 2008. Sie ist im vergangenen Monat fertig geworden, und der Zeitpunkt hätte nicht schlechter sein können. Ihr ehemaliger Arbeitgeber hat einen Einstellungsstopp verhängt, vom Uni-Campus wurde kaum rekrutiert – und viel Hoffnung, doch noch ein Management Consultant zu werden, hat sie nicht mehr.

Selbst in besseren Zeiten war es schwierig, mit Hilfe eines MBA den Karriere-Dreifachsprung – neue Branche, höhere Position, interessanter Ort – zu schaffen. Im jetztigen Umfeld ist das aber so gut wie unmöglich. Wer jetzt noch einmal die Branche wechseln will, sollte sich deshalb auf lange Praktika einstellen – vermutlich die einzige Möglichkeit, doch noch seine Karriereziele zu erreichen.

In Zeiten wie diesen sollte es – wenn überhaupt – der zweijährige MBA sein. Der ist zwar ziemlich teuer, gibt Ihnen aber die Chance, die gewonnene Zeit für die Jobsuche zu nutzen. Die Opportunitätskosten sind verglichen mit den Boomjahren noch immer niedrig und ein Praktikum gibt Ihnen die Chance, Ihre Karriere-Präferenzen zu testen.

Ein zweijähriger MBA verschafft Ihnen außerdem mehr Zeit, Kontakte zu knüpfen. Eine 100 Stunden Woche beim “accelerated” Programm, lässt Ihnen dagegen nicht viel Raum zum “Netzwerken”. Dagegen haben Sie beim zweijährigen MBA Zeit, um ein starkes Netz mit Freunden zu knüpfen, das auch in schwierigen Zeiten hält. In den vergangenen acht Monaten habe ich zweimal den Job gewechselt. Die Kontakte kamen in beiden Fällen von Klassenkameraden aus der Business School

Denken Sie scharf nach und treffen Sie keine Entscheidungen aus der Hüfte heraus. Ein MBA ist nicht der einzige Weg zu einem sechsstelligen Einkommen und zum Leben am oberen Ende der Nahrungskette. Im schlimmsten Fall bleiben Ihnen nur Schulden.

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