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UBS entlässt bis 2010 weltweit weitere 8.700 Mitarbeiter

Die Katze ist endlich aus dem Sack. Die angeschlagene Schweizer Großbank UBS baut bis 2010 weltweit 8.700 Stellen ab und will künftig nur noch 67.500 Mitarbeiter beschäftigen. Das teilte das Institut am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung in Zürich mit.

Die von Mittelabflüssen und Milliardenabschreibungen auf illiquide Finanzprodukte gebeutelte Bank hat angekündigt, 3,5 bis 4 Mrd. Franken sparen zu wollen. Vom drastischen Stellenabbau sind vor allem der Heimatmarkt und die USA betroffen. Inwieweit die 1.500 Mitarbeiter in Deutschland ebenfalls mit Stellenstreichungen rechnen müssen, war bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung zu bringen.

“Wir werden nicht um Entlassungen herum kommen – auch nicht in der Schweiz”, sagte Vorstandschef Oswald Grübel. Die Bank werde zwar alles tun, um die natürliche Fluktuation zu nutzen und alternative Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung anzubieten, wie das Teilen von Stellen durch mehrere Mitarbeiter oder Teilzeitarbeit.

“Bei einem geplanten Abbau von etwa 2.500 Stellen im Schweizer Markt rechnen wir damit, dass wir trotzdem rund 1.200 bis 1.500 Entlassungen aussprechen müssen”, so Grübel weiter. Ein Sozialplan stehe den betroffenen Mitarbeitern zur Verfügung.

Der vor sechs Wochen als Sanierer geholte Topmanager deutete auch an, wo die Stellenstreichungen zu erwarten sind, und zwar im Marketing und Sponsoring sowie bei der externen Beratung und Unterstützung.

Darüber hinaus werden sämtliche konzernweiten Infrastruktur- und Dienstleistungsaufgaben in der Zentrale – neudeutsch: Corporate Center – gebündelt. Die Finanz- und Risikokontrolle, der Rechtsdienst und die Compliance werden auf Konzernstufe ebenfalls zentral geführt.

Die Gewerkschaft KV Schweiz hält die grundsätzliche Bereitschaft, den Stellenabbau durch Job-Sharing, Pensenreduktion und unbezahlten Urlaub abzufedern, für ungenügend. “Einer Bank wie der UBS ist auch in schwierigen Zeiten zuzumuten, den gesamten Abbau mit Flexibilisierungs-Massnahmen zu bewältigen”, sagte die Leiterin Angestelltenpolitik, Barbara Gisi.

Zum Beispiel könnten die befristeten Pensenreduktionen für sämtliche Mitarbeitenden ausgesprochen werden, die mehr als 80.000 Franken pro Jahr verdienen. Eine weitere erprobte Massnahme sei der Abbau von Überstunden, die je nach Abteilung unterschiedlich aufgelaufen seien.

Die Konkurrenzgewerkschaft Schweizerischer Bankpersonalverband will “die Entwicklung der angekündigten Massnahmen und das vom gültigen UBS-Sozialplan Sovia vorgesehene Coaching aufmerksam verfolgen.”

Der bis Mitte 2010 laufende Sozialplan habe beim ersten Stellenabbau gegriffen und dazu beigetragen, dass von den seit Mai 2008 abgebauten 1.500 Stellen weniger als 300
Kündigungen ausgesprochen wurden, sagte SBPV-Zentralsekretärin Denise Chervet.

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