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Banken leisten sich immer seltener die Dienste eines Headhunters

Headhunters and recruiters: fading out in the future?

Headhunter müssen sich immer öfter nach anderen Geldquellen umschauen. Denn die Banken versuchen zunehmend um die Vermittlungsgebühren in Höhe von 33 Prozent des ersten Jahresgehaltes herumzukommen. Üblicherweise  wird diese Gebühr in drei gleichgroßen Tranchen fällig: Bei der Beauftragung des Headhunters muss die erste Tranche gezahlt werden, 30 Tage später die zweite und die Abschlusszahlung erfolgt, sobald der Kandidat die Arbeitsstelle antritt. Damit spielt das Inhouse-Recruiting eine immer wichtigere Rolle. Bei einem eFinancialCareers-Roundtable gaben kürzlich die Heads of Recruitment wichtiger Banken an, 70 bis 75 Prozent der Stellen über Direktbewerbungen oder intern zu besetzen.

Die UBS  behauptete sogar, dass sie im Jahr 2012 lediglich 10 Prozent der Stellen über externe Recruiter besetzt habe. Gerade Personalvermittler, die auf reiner Erfolgsbasis, dem sogenannten Contigency Recruitment, arbeiten, versuchen zu Diversifizieren und neue Geldquellen aufzutun. Gleichzeitig bemühen sie sich wiederum, ihre bestehenden Kontakte in die Bankenlandschaft zu pflegen. Recruitment-Boutiquen wählen häufig andere Wege, um mit dem Trend zurechtzukommen.

„Wir konzentrieren uns zurzeit nur auf Hedgefonds“, sagt der Geschäftsführer einer namhaften Recruitment-Boutique in London, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Die Banken bieten nur noch 25 Prozent der Vergütungen im ersten Jahr an, während Hedgefonds immer noch bis zu 30 Prozent des ersten Jahresgehaltes zahlen. Bei unserer Klientel bedeutet dies, dass wir eine Gebühr von 500.000 Pfund anstatt von maximal 125.000 bei der Platzierung für eine Bank verdienen. Damit ist ganz klar, dass wir uns vom Banking verabschieden, so lange es sich nicht erholt.“

Die Strategie bestehe darin, seine Beziehungen zu Bankern und Tradern zu nutzen, die gerne zu den alternativen Anlagen wechseln möchten und sie einem Hedgefonds anzubieten, der zu Neueistellungen bereit ist. So haben u.a. BlueCrest Capital Management, Blue Mountain Capital Management und Millennium Partners kürzlich bei den Banken gewildert.

„Die Gebühren fallen definitiv geringer aus, vor allem weil Garantiboni so selten geworden sind“, erzählt ein anderer Londoner Headhunter. „Wir müssen zehn Kandidaten platzieren, um die gleichen Erträge zu generieren, die wir vor drei Jahren für sechs Platzierungen erhalten haben. Für uns wäre es allerdings unsinnig, sich vollständig von den großen Banken zu verabschieden. Wir arbeiten härter für weniger Geld, aber so entwickelt sich nun einmal die Branche.“

Seiner Auffassung nach würden die Hedgefonds derzeit sogar mehr Neueinstellungen direkt vornehmen als die Banken. Allerdings beobachtet auch er einen Anstieg der Direkteinstellungen bei den Banken. Darüber hinaus handle es sich beim Banking um eine zyklische Branche. Mittlerweile mehrten sich die Zeichen, dass die Banken wieder verstärkt einstellen und dazu auch auf Recruter zurückgreifen. Doch wieso sollten die Banken die teuren Dienste von Recruitern überhaupt nutzen? „Wir verfügen über einen besseren Überblick über den Markt, können den Kandidaten gleich eine ganze Reihe an Chancen bieten und erreichen eine bessere Bezahlung“, betont der Headhunter.

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